Wir begegnen Menschen – nicht Erkrankungen

Caritasverband Darmstadt e. V. schult Mitarbeitende für die Arbeit mit Menschen mit Besonderheiten

Es ist ein buntes Grüppchen von Caritas Mitarbeitenden, die stolz ihr Zertifikat in den Händen halten. Sie arbeiten im Verband als Köchinnen, Restaurantfachfrauen, Hauswirtschaftlerinnen und Verwaltungskräfte. „Hahn im Korb“ ist Frank Hofmann, der stellvertretende Betriebsleiter im Hotel-Restaurant Karolinger Hof. Tag für Tag arbeitet der gelernte Hotelfachmann und studierte Betriebswirt im Hotel mit Menschen mit Besonderheiten zusammen. Da gibt es gute und weniger gute Tage und so kommt es, dass Frank Hofmann oftmals auch als Pädagoge gefordert wird, denn auf diese Stimmungsschwankungen der psychisch kranken Menschen muss er eingehen. Damit ihm dies gelingt, hat er eine zehnmonatige Schulung besucht und gelernt, wie wichtig es ist, den Menschen mit Achtung, Respekt und auf Augenhöhe zu begegnen, denn „wir begegnen Menschen und nicht Erkrankung“, bringt es Dienststellenleiterin Annette Wilke-Hanf auf den Punkt.
In der berufsbegleitenden Fortbildung “Grundlagen in der Arbeit mit Menschen mit Besonderheiten“ schulte der Caritasverband bereits zum dritten Mal Mitarbeitende, die in ihrem Berufsalltag mit Menschen mit Handicaps zusammenarbeiten. Neben Mitarbeitenden aus dem Psychiatriebereich nahmen zum ersten Mal auch Mitarbeitende aus dem Suchtbereich teil, denn oftmals haben deren Klienten Doppeldiagosen mit Psychosen. Daher werden auch dort fachfremde Quereinsteiger pädagogisch gefordert. Durch die Schulung lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 62 Stunden vieles über psychische Erkrankungen und deren Behandlung, über Krisen und die Möglichkeiten des Umgangs damit, über Kommunikation, rechtliche Fragen und Deeskalation. Neben Referenten brachten sich auch Betroffene eindrucksvoll ein und berichteten aus persönlicher Betroffenheit. „Es ist ein großer Unterschied, ob ich über Borderline nur berichte oder ob eine Betroffene sich mit der Gruppe über ihren Notfallkoffer austauscht“, so Kursleiterin Sabine Heckmann.

„Wir möchten unsere Klientinnen und Klienten dabei begleiten und unterstützen, im Alltag zurechtzukommen und sie, sooft es geht, wieder zu beruflichen Fähigkeiten hinführen und am gesellschaftlichen Arbeitsleben teilhaben lassen. Da neben den Sozialpädagogen viele andere Berufe in unserem Verband an dieser Aufgabe mitwirken, ist es wichtig, dass wir diese so qualifizieren, dass sie sich im Umgang mit den Klienten sicher fühlen und Spaß an der Arbeit haben. So können Sie den Betroffenen helfen, Zutrauen und Selbstvertrauen zu gewinnen“, erklärt Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer die Hintergrundidee dieses Qualifizierungskurses, der seit drei Jahren von der Diplom-Sozialpädagogin Sabine Heckmann angeboten wird, die dafür eigens ein Curriculum zusammengestellt hat.

„Ich habe durch die praxisorientierte Schulung viel Hintergrundwissen und wichtige Impulse bekommen und kann die Klienten dank neuer Blickwinkel nun besser verstehen,“ berichtet Irene Vonderheidt, die als Krankenschwester im Betreuten Wohnen der Fachambulanz für Suchtkranke arbeitet. Auch ihre Kurskolleginnen und der Kollege fühlen sich nun sicherer und dem Team zugehöriger.

Eine neue Schulung ist in Planung, auch Mitarbeitende anderer Caritasverbände sind herzlich willkommen.

Infos:

Sabine Heckmann, Telefon: 06155 86837712
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