„Wir hoffen dass diese Chance noch viele bekommen“

Caritasverband Darmstadt e. V. beendet Frauenintegrationskurs mit 15 Kursteilnehmerinnen im Muckerhaus Arheilgen

Eman Omar aus Ägypten lebt seit drei Jahren in Deutschland. Die zweifache Mutter konnte zwar perfekt Englisch aber kein Deutsch. Das machte der Ingenieurin, deren großer Wunsch es war, hier eine Arbeit zu finden das Leben in Deutschland sehr schwer. Dann erfuhr sie vom Caritas Frauenintegrationskurs mit Kinderbetreuung im Arheilger Muckerhaus. In eineinhalb Jahren hat sie in 900 Stunden die deutsche Sprache gelernt und durch einen 60stündigen Orientierungskurs auch vieles über die deutsche Gesellschaft und den Staat erfahren. „Ich bin für diese Zeit sehr dankbar“, erzählt sie glücklich in gutem Deutsch. 100 Punkte – volle Punktzahl - in Gesprächsführung beweisen, was die engagierte Frau erreicht hat. „Ich bin sehr glücklich, denn mein Traum wieder zu arbeiten ist wahr geworden, ich habe nun eine Stelle als Qualitätsmanagerin bekommen.“

Keine Angst mehr vor der deutschen Sprache und damit vor einem Leben in Deutschland, haben auch ihre vierzehn Kursteilnehmerinnen aus neun verschiedenen Ländern. Die 15 Frauen sind stolz und glücklich, denn sie haben alle die Prüfung bestanden, elf sogar mit Bestnote B1. Nun erhalten sie das Zertifikat Deutschtest für Zuwanderer, welches für die Aufenthaltsverfestigung in Form einer Niederlassungserlaubnis und zur Einbürgerung zwingend erforderlich ist. Dabei waren die Umstände nicht immer einfach: Frühgeburten, komplizierte Schwangerschaften oder auch ein Anfahrtsweg von 90 Minuten mit drei mal umsteigen und dies mit zwei Kleinkindern waren Hürden, die jedoch alle gemeistert wurden.

Die Migrantinnen sind sich einig, dass sie diese Erfolge nur erzielen konnten, da sie ihre Kinder in guten Händen im Spielraum nebenan wussten. Das machte den Kopf fürs Lernen der deutschen Sprache frei. Dafür ist Gueneba Torodo von der Elfenbeinküste besonders dankbar. Sie hat durch den Kurs viel Selbstvertrauen erhalten und ihr kleiner Sohn hat durch die Kinderbetreuung sehr gut Deutsch gelernt. „Vor dem Kurs konnten wir keinen einzigen deutschen Satz sprechen. Nun kaufe ich alleine ein, gehe mit meinem Kind zum Arzt und suche ohne Hilfe Ämter auf. Ich hoffe, dass noch viele andere Frauen mit ihren Kindern diese Chance bekommen können.“

Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer ist froh, dass der Migrationsdienst des Caritasverbandes zusammen mit der Gemeinwesenarbeit diesen Kurs zum vierten Mal erfolgreich anbieten konnte. Zwei neue Kurse haben schon wieder ihre Arbeit aufgenommen, so groß ist das Interesse daran. „Das Kursformat mit Kinderbetreuung ist ein Erfolgsrezept. Enden sollte es aber nicht hier, denn für einen guten Job bräuchten die Frauen noch eine weitere Förderung, die es in Deutschland aber bisher nicht gibt“, so Kiefer. Einen Vorteil sieht er in der Ergänzung durch die Migrationsberatung, die parallel angeboten wird. „Die Beratung fördert die Integration, da die Frauen lernen, sich besser im Alltag zurechtzufinden. Sie lernen Dinge alleine, ohne Hilfe zu regeln.“

Die Prüfungsergebnisse liegen bei den Caritasteilnehmerinnen über denen des Bundesdurchschnittes. Dies spricht neben dem Fleiß der Teilnehmerinnen für die Lehrerin Aneta Komorek, die Organisatorin Naranchimeg Faul und die Sprachpartnerinnen, die mit den Frauen Hausaufgaben machen, Vokabeln und Grammatik lernen, viel reden und üben. Ihnen allen dankte die Dienststellenleiterin des Caritas Migrationsdienstes Hannelore Lehnard herzlich.

„Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert die Integrationskurse und bezuschusst derzeit die Kinderbetreuung“, so Caritasdirektor Ansgar Funcke. „Der Caritasverband finanziert daher die Kinderbetreuung mit Eigenmitteln und ist der kommunalen Förderung durch die Stadt Darmstadt sehr dankbar. Sorgen machen uns jedoch neue Ankündigungen, welche die Bundesfinanzierung ab September in Frage stellen. Wir hoffen aber, dass diese Probleme auf Bundesebene gelöst werden, denn es warten noch viele Frauen auf diese wertvolle Hilfe.“

Alle Frauen, die für sich einen Hilfebedarf sehen, können sich gerne bei Naranchimeg Faul, Mitarbeiterin im Migrationsdienst, unverbindlich informieren.

Kontakt: Tel.: 06151 60964, Wilhelminenplatz 7, Darmstadt

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.