Ausstellungseröffnung „Augenzeugen“ im Amtsgericht Dieburg

Vernissagegäste
 
Treppauf-Treppab
Dieburg: Amtsgericht |

Kunst im Amtsgericht soll Schwellenängste nehmen

Am 13.10.2014 eröffnete die Ausstellung „Augenzeugen“ der Künstlerin Gudrun J. Gottstein mit zahlreichen Gästen und viel Musik. Einleitende Worte sprachen der Direktor des Amtsgerichtes, Frank Richter und der Bürgermeister der Stadt Dieburg, Herr Dr. Werner Thomas.
Der Direktor des Amtsgerichtes stellte die Möglichkeiten der Kunst als Vermittler und Kommunikationsmedium heraus. Viele Menschen hätten eher ein angespanntes, wenn nicht sogar mulmiges Gefühl in ein Gericht zu gehen, dabei sei dieses nicht aus dem Leben wegzudenken. Wartende Besucher des Gerichts würden sich zudem entspannter fühlen, wenn sie herumgehen und sich mit Kunst auseinandersetzen könnten.
Kunst in den Räumen des Amtsgerichtes regt dazu an, vorbeizukommen und Bilder zu betrachten, Schwellenängste abzubauen. Gerade die Bilder von Gudrun Gottstein seien prädestiniert dafür, da sie Geschichten erzählen. Direktor Richter hat derzeit auch in seinem Verhandlungssaal ein Bild der Künstlerin aufgehängt- je länger man dieses Bild betrachte, desto mehr Nuancen kämen zu Tage, so Richter. Was auf den ersten Blick ein leicht zu erfassendes Motiv schien, würde Tag für Tag neue Interpretationen und Stimmungen zulassen- ein Phänomen das für die Bilder von Gudrun J. Gottstein typisch ist.

Die Künstlerin Gudrun J. Gottstein und Tochter Sabine führten einen Dialog über die Entstehungsweise der im Amtsgericht ausgestellten Bilder, die vor allem dem interaktiven Kunstprojekt „Mit fremden Augen“ entstammen. Viele der Motive aus aller Welt wirken auf den ersten Blick vertraut. Kurze Begegnungen – das was im Alltag oder auf Reisen „passiert“ bildet die Künstlerin ab. Eine Flucht ins Abstrakte ist bei Gudrun J. Gottsteins Bildern unmöglich und doch ist es keine detaillierte, feingranulierte Welt. Beobachtungs- und Erlebnisfetzen kommen dem Betrachter in ruppigem Stil entgegen, stellenweise ist, gleichsam wie Erinnerungslücken an Erlebtes, die Leinwand zu sehen oder auch der Anriss mit Pastellkreiden.
Gudrun J. Gottsteins Bilder wollen Vorgänge (wieder) sichtbar machen, die bei aller Klarheit der dargestellten Konfigurationen eben nicht zu Eindeutigkeiten führen und die Herausforderungen subjektiver Wahrnehmung der Realität widerspiegeln. Auf diese Weise sind es herausfordernde Bilder, die dem Betrachter nicht umstandslos den Inhalt schnell und unkompliziert zu erfassen erlauben. Es braucht Beobachtungsgabe, das Miterleben im Geiste der gezeigten Situationen und die Auseinandersetzung den starkfarbigen Bildern.

Das Swing Trio „Die Drei vom Lande“ sorgte für musikalische Unterhaltung. Das Trio aus dem Odenwald mit Uta Sperling am Piano, Marianne Wagner am Banjo Bass und Paul-August Wagner am Tenorsaxophon bereiteten einen swingenden, gutgelaunten und entspannten Abend- gut passend zu den Bildern und in das Konzept des Amtsgerichts, Schwellenangst abzubauen.

Die Ausstellung ist vom 14.10.2014 bis 31.01.2015 zu den Öffnungszeiten des
Amtsgerichtes montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr zu besichtigen.
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