Dieburger Prinzengarde wandert im Grand Canyon des Schwarzwalds!

Junggardisten an der Wutach (Foto: Juri Loose)
 
Überquerung der Wutach - bestgelaunte Gardisten (Foto: Juri Loose)

Einmal mehr hatte Günther Lehr eine besondere Tour ausgearbeitet, die uns Ende September in den südlichen Schwarzwald führen sollte.

Einer langen Tradition verpflichtet, wurde auch in diesem Jahr wieder eine Männer-wanderung durchgeführt. Mit großer Vorfreude und einer guten Wettervorhersage vor Augen wurden die Rucksäcke gepackt. 22 abenteuerlustige Offiziere und Gardisten hatten sich gemeldet zur Erkundung der Wutachschlucht. Im Morgengrauen des Samstags, pünktlich um 6 Uhr 30 saßen alle Mann, mehr oder weniger ausgeschlafen, im Bus zum Start der diesjährigen Tour.
Die Fahrt im Kleinbus dauerte ca. 4 Stunden, was für die Garde schon eine Strapaze bedeutete, dem ein oder anderen aber auch ermöglichte fehlenden Schlaf nachzuholen. Mit der aufgehenden Sonne und dem Wissen, dass die Minibar im Bus gut gefüllt war, wurde die Fahrt jedoch für alle erträglich. Auf der Rastanlage Karlsruhe wurde eine ausgiebige Frühstückspause eingelegt, so dass der Rest der Fahrstrecke problemlos in einem Rutsch absolviert werden konnte. Über die Schwarzwaldhochstraße ging es vorbei am Titisee zum angepeilten Ziel. Gegen elf Uhr erreichte man bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen den Wanderparkplatz Lotenbachklamm in der Nähe von Bonndorf. Von einem ortskundigen Ranger begrüßt, ging es dann auch gleich los. Schon der Einstieg in die Lotenbachklamm war beeindruckend. Die schmale, tiefe Klamm wirkt wild und fasziniert die Gardisten. Es gibt überall kleine und größere Wasserfälle, ja scheinbar überall tritt Wasser aus Boden und Spalten. Über unzählige Brücken und felsige Wege, die zum Teil nur mit einem Stahlseil gesichert sind, wurde die Schattenmühle erreicht. Entlang der Wutach passierten wir die Dietfurt. Ein Gipsstein mitten auf dem Weg erinnert mit einigen Ruinen an die ehemalige Dietfurter Mühle, die einst eine wichtige Verbindung zur Querung der Wutachschlucht war. Nach kurzer Gehzeit kamen wir zum Badhof des ehemaligen Bad Boll. Von dem mondänen Kurbad sind heute nur noch eine kleine Kapelle und Reste des Kurparks zu sehen.
Im weiteren Verlauf der Wanderung machen uns steile Kalkwände die Tiefe der Schlucht deutlich. Der Weg führte uns durch die Aue am Bach und später hoch hinauf auf einem schmalen mit Stahlseilen gesicherten Pfad an den fast senkrechten Muschelkalkwänden entlang. Aus dieser Höhe, hier geht es bis zu 30 m in die Tiefe, hat man einen fantastischen Ausblick auf die Wutach. Ein leichter Abstieg führte uns zum Rastplatz Schurhammerhütte. Nach einer kurzen Stärkung geht es weiter in Richtung Wutachmühle. Über den Rümmelesteg wechselten wir auf die andere Seite der Wutach. In diesem Bereich versickert ein Teil des Wassers in die Tiefe. Durch unterirdische Höhlen und Gänge fließt das Wasser nach 2 km flussabwärts wieder aus den seitlichen Felsen der Wutach zu. Diese Versickerung ist leider nur im Hoch-sommer zu sehen. An der Wutachmühle angekommen, lagen 5 Stunden Wanderung und eine Strecke von 14 km mit 570 Höhenmetern hinter uns. Von hier aus ging es teils mit dem Bus, teils zu Fuß ins Quartier in Ewattingen.
Bereits um 9 Uhr 30 am Sonntagmorgen war Abmarschbereitschaft befohlen.
Per Bus ging es bei strahlendem Sonnenschein zum Wanderparkplatz Schatten-mühle. Von hier aus durchwanderten wir die Wutachschlucht in nordwestlicher Richtung bis zur Rötenbachmündung. Vor uns lagen rund 11 km Strecke mit Auf-stiegen von 602 m und Abstiegen von 440 m. Bei der Wanderung passierten wir das Räuberschlössle (Reste einer Felsenburg aus dem 14. Jahrhundert) und Stallegg. Das Flusskraftwerk Stallegg wurde um 1900 von Fürst Karl Egon III. zu Fürstenberg erbaut um die Energieprobleme der Donaueschinger Brauerei zu lösen und das Schloss in neuzeitlichem Licht erstrahlen zu lassen. Ab der Rötenbachmündung ging es dann bergauf durch die Rötenbachschlucht. Nach knapp 4 Stunden Gehzeit erreichten wir Rötenbach und fanden ein offenes Lokal für eine letzte Einkehr im Schwarzwald.
Hier wartete auch schon der Bus für die Heimfahrt. Nach einer Stärkung und einem Abschiedstrunk ging es etwas müde aber sichtlich zufrieden zurück in unser Heimatstädtchen Dieburg.
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