Orgelkonzert – wenn in der Friedensgemeinde alle Register gezogen werden

Pfarrer Ralf Grombacher bei der Vorstellung von Iris und Karsten Lenz
Mühlheim am Main: Evangelische Friedensgemeinde |

Ein Orgel-Feuerwerk mit vier Händen und vier Füßen fand zum Jahresabschluss in der Mühlheimer Friedenskirche statt. Das orgelspielende Ehepaar Iris und Carsten Lenz aus Wiesbaden bezauberte die Konzertgäste nicht nur mit musikalischem Können, sondern auch mit reichlich Wissen über dieses faszinierende und vielseitige Instrument.

Denn zu Beginn gab es von Carsten Lenz eine Erklärung, wie eine Orgel aufgebaut ist, wie die verschiedenen Materialien und Formen der Pfeifen den Klang beeinflussen und was es mit dem Begriff „Register“ auf sich hat: Ein Register beschreibt nämlich eine Pfeifenreihe der gleichen Klangfarbe, also der Pfeifen, die wie das gleiche Instrument klingen. Und um eine bestimmte Klangfarbe in die Musik zu integrieren, wird das entsprechende Register gezogen und damit diese Pfeifenreihe aktiviert. Der typische Orgelklang entsteht, wenn mehrere Register gezogen und so mehrere Klangfarben kombiniert werden. Je mehr Register gezogen werden, desto vielseitiger und voller der Klang. Spätestens seit dieser Erklärung wissen die Zuhörer auch, was es damit auf sich hat, „alle Register“ zu ziehen.
Doch mit der Vielseitigkeit des Instrumentes „Orgel“ gaben sich die beiden Künstler nicht zufrieden. Es sollte mehr angesprochen werden als das Gehör. Also wurden an die Zuhörer zu Beginn des Konzerts Säckchen mit Nostalgiebonbons verschiedener Geschmacksrichtungen verteilt, um bei einigen Stücken das akustische Erlebnis durch die weitere Sinnesebene des Geschmackserlebnisses zu vertiefen. So gab es beispielsweise zum türkischen Marsch von Mozart ein Kokosbonbon, um die mediterrane Stimmung auch geschmacklich zu unterstreichen. Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ wurde von einem Schokobonbon gekrönt.
Eine Besonderheit des Konzerts war zudem die Videoübertragung auf eine vor dem Altar aufgebaute Leinwand, die es ermöglichte, den beiden Musikern beim Orgelspiel zuzusehen. Man sah deutlich, dass die Künstler im wahrsten Sinne alle Hände und Füße zu tun hatten, um die vielseitigen Klänge zu erzeugen. Somit wurde der Abend zu weitaus mehr als einem musikalischen Erlebnis. So manches Gemeindemitglied hat nun eine Vorstellung davon, was oben auf der Empore vor sich geht, wenn beim Gottesdienst die volle Bandbreite der Orgeltöne erklingt – und warum es so vielseitig klingt, wenn gelegentlich vom Organisten alle Register gezogen werden.
Nächste Konzerttermine der Friedensgemeinde sind "Die himmlische Nacht der Tenöre am 12. Januar 2018 und ein Gospelkonzert der "Black Gospel Angels" am 4. Februar 2018. Nähere Infos auf www.ev-friedensgemeinde.de
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