Main-Kinzig Buchmesse in Nidderau-Windecken, die 18te.

  Nidderau: willi salzmann halle | Am Wochenende Samstag 22.April und Sonntag 23. April fand die erfolgreiche Regionalbuchmesse Main-Kinzig Buchmesse statt. Auf den leider auf 500 m² begrenzten Raum der Willi-Salzmann-Halle trafen sich wieder Autoren und Verlage, um sich und ihre Bücher erfolgreich vorzustellen. Neben altbekannten Verlagen, wie der Grasmück Verlag, Cocon-Verlag und Saphir im Stahl kamen neue Verlage wie Pastorplatz-Verlag und Wind und Sterne, das erste Mal.
Die Main Kinzig Buchmesse wird von einem Arbeitskreis ausgerichtet, dem neben der Stadt Nidderau, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Hanauer Anzeiger auch der Kulturring angehören. Ohne Mithilfe der Sponsoren Hanauer Anzeiger und Sparkasse Hanau wäre diese Messe allerdings nicht möglich. Vor allem weil man den Eintritt kostenfrei anbietet.
Der eigentliche Start der Buchmesse begann jedoch bereits am Donnerstag dem 20. April. Vom Menschsein, den Anfängen, Aufstiegen, Abstiegen las Mona Jaeger um 20 Uhr in der Stadtbücherei. Der Eintritt zur Lesung war frei. Frau Jaeger, die bis 2001 in Nidderau lebte, erzählte prägnante Momente aus dem Leben eines Menschen. Sie wurde mit dem Hessischen Journalistenpreis und dem Journalistenpreis des Presseclubs Darmstadt ausgezeichnet.
21. April um 20 Uhr. Die Eröffnungsveranstaltung im Bürgerhaus Nidderau-Ostheim bestritt die Kabarettistin Christine Prayon mit ihrem Programm „Die Diplom-Animatöse“. Christine Prayon ist vor allem aus der Heute-Show bekannt, wo sie als Birte Schneider immer wieder für Wortwitz sorgt. Und manches Mal bleibt einem der Lacher im Hals stecken, wenn man merkt, dass die überspitzte Darbietung, nur allzu wahr ist.
Geöffnet hatte die Buchmesse am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Allerdings begann der Besucherandrang Samstag früh etwas verhalten. In der Regel geht man da erst einmal einkaufen. Manch ein Aussteller nutzte diese Zeit, um am Erdbeer- und Spargel-Stand vor der Willi-Salzmann-Halle diesen leer zu kaufen. Ausserdem bot es sich an mit Autoren und Verlagskollegen einen kleinen Schwatz zu halten, über Bücher, Gott und die Welt und natürlich Bücher. Der Charme der Main Kinzig Buchmesse ist, dass sich gerade regional aktive Buchfreunde sich darstellen können und für die Besucher überschaubarer und direkter ist. Manch ein Besucher ist erstaunt, wenn er hört, was hinter einer Bucherstellung steckt. Da sind nicht nur der Autor der schreibt und der Verleger, der herausgibt. Die Druckerei die die Bücher druckt ist noch verständlich, aber wenn plötzlich von Lektoren und Korrektoren, von Titelbildzeichnern, Setzern, Verlagsvertretern und ähnlichem die Rede ist, wird schnell ersichtlich, dass man mit einem Buch kein Millionär wird.
Daher freuen sich gerade kleine und mittlere Verlage und Autoren und andere Buchkünstler, in diesem Jahr mit vierzig Ständen, wenn sie sich präsentieren können. Die Entscheidung der städtischen Gremien Ende der neunziger Jahre, eine eigene Buchmesse aufzubauen, gestattete es, regional aktiven Menschen, sich mit ihrer Arbeit vorzustellen. Dazu gehören auch die Lesungen an beiden Tagen in zwei Leseräumen. Dass die Buchmesse erfolgreich ist, zeigt, dass man bereits jetzt für die 20ste Buchmesse in zwei Jahren Vorbereitungen trifft.
Immer mehr kleine Verlage zieht es in die Stadt nördlich von Hanau. Damit fällt auch das nächste Stichwort. Der Verlag Saphir im Stahl veröffentlichte das Buch Hanau 1813 in seiner kleinen Reihe historisches Deutschland. Zur Schlacht 1813 in und um Hanau, Napoleon auf dem Rückzug von der Völkerschlacht bei Leipzig, historische Dokumente der Zeit. Ein Augenzeugenbericht, ein persönlicher Bericht von General Wrede und der Beitrag einer französischsprachigen Zeitung zeigten ihre Art der Sicht auf die Schlacht. Heute sieht man diese Schlacht wieder mit anderen Augen. Aber so, sagt der Verleger Erik Schreiber, bleibt mit historischen Dokumenten die Sicht auf die Geschichte lebendiger.
Verleger wie Uwe Meyer von Wind und Sterne und Bernd Held vom Pastorplatz-Verlag, kamen zu ersten Mal hierher. Sie konnten, ohne Standgebühren zahlen zu müssen, einen längeren Weg in Betracht ziehen und ihre Bücher, oft mit mehr Herzblut als finanziellen Mitteln, vorstellen.
Autor Peter Ripper war mit seinen Frankfurt-Krimis bereits öfters anwesend. Er kommt gern und stellt Jahr für Jahr ein neues Buch vor. Nicht nur am Stand, sondern auch in entsprechenden Lesungen. Bekannte und weniger bekannte Autoren boten in über 30 Lesungen Phantastisches, Historisches und Regionales, Kinderbücher, Kochbücher und natürlich Spannung mit Kriminalromanen. Etwa Gerd Fischers Roman Einzige Liebe, mit einem Verbrechen im Fan-Umfeld der Frankfurter Eintracht. Peter Ripper mit seinem neuesten Frankfurt-Krimi.
Insgesamt gab es 36 Lesungen, davon ein Viertel speziell für Kinder.
Wer glaubt, eine Buchmesse ist nur für Erwachsene, der irrt gewaltig. Gerade die regionale Messe bietet immer wieder etwas Neues. Für die Kinder konnte mit Torsten Blunk alias „Coolman“ ein echter Superheld gewonnen werden, der am Sonntag um 15 Uhr in der Willi-Salzmann-Halle auftrat. Die Siegerehrung mit Preisverleihung des Vorlesewettbewerbs der vierten Klassen der Grundschulen fand ebenfalls am Sonntag während der Buchmesse statt.
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