Meister Pinselohr ist im Kommen

Groß war das Interesse der Bevölkerung von Fischbachtal und Umgebung am Informationsabend der örtlichen NABU-Gruppe über den Luchs.
Mit Martina Denk, einer Biologin des „Arbeitskreises Hessenluchs“, hatte die Gruppe eine Fachfrau als Referentin eingeladen, die es verstand, den Luchs als einen ehemals heimischen Beutegreifer wissenschaftlich und informativ vorzustellen. Das scheue Katzentier lebt als Einzelgänger nahezu ausschließlich im Wald, jagt als Anschleicher im Sprung vor allem Rehe, aber auch kleinere Wildtiere wie Fuchs und Hase. Der tödliche Biss in die Kehle des Beutetieres, dessen außer den Innereien vollkommene Nutzung und das bisweilen vorkommende Bedecken der Beute seien charakteristische Merkmale für den Luchs.
Anschaulich konnte dies Frau Denk an einem mitgebrachten Schädel eines Luchses demonstrieren und auch in Bildern von Originalfunden zeigen. Auch die nicht symmetrischen Trittsiegel des Luchses seien als Nachweis sehr gut geeignet.
Anhand von Kartenbildern ging Frau Denk ausführlich auf die Verbreitung des Tieres ein. Dabei gewichtet die wissenschaftliche Forschung die Hinweise und unterscheidet nach handfesten Beweisen - sog. C 1 Hinweisen – wie genetischen Nachweisen, Fotobeweisen o.ä. nachprüfbaren Belegen und Hinweisen der Kategorien C2 und C3, wie individuelle Sichtnachweise oder auch das sog. Verhören, also das Wahrnehmen der Luchsrufe. Dass diese leicht mit den Rufen der Füchse verwechselt werden könnten, auch dies demonstrierte die Referentin anschaulich.
Die Zusammenstellung der Daten der letzten Jahre durch den „Arbeitskreis Hessenluchs“ habe einen eindeutigen Schwerpunkt, einen Hotspot, in Nordhessen ergeben, wahrscheinlich Einwanderungen aus dem Harz, und vereinzelte Luchsnachweise auch im Taunus und Spessart. Der Odenwald und damit auch das Fischbachtal seien als Lebensraum durchaus geeignet und mit einer Ausbreitung sei absolut zu rechnen – allerdings nur, und das waren die Schlussworte ihrer Präsentation, wenn der Mensch dies wolle und zulasse.
Die anschließende Diskussion brachte neben Nachfragen über Wander- und Ausbreitungsmöglichkeiten dieser Tierart auch etliche Hinweise auf Luchsbeobachtungen in Bereichen des Fischbachtaler Waldes durch anwesende Privatleute, Jäger und auch vom zuständigen Revierförster.
Der Informationsabend habe, so der Sprecher der gastgebenden NABU-Gruppe, dazu beigetragen, Ängste vor möglichen Luchsbegegnungen zu nehmen, habe die Zuhörerinnen und Zuhörer für die Rückkehr dieser ästhetischen Raubtierart sensibilisiert, aber auch überzogene Erwartungen an ihre schnelle Verbreitung gedämpft.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.