Gießkanne und Gartenschere im Handgepäck

Margot Roß pflegt regelmäßig die Gedenkstätte für Kriegsopfer auf dem Friedhof in Niedernhausen.
Fischbachtal: Friedhof | Mit der Gießkanne in der Hand trifft man fast täglich Margot Roß auf dem Niedernhäuser Friedhof, um an der Gedenkstätte für die Kriegsopfer nach dem Rechten zu schauen. Die von ihr mit Sommerblumen bepflanzten Gräber pflegt sie regelmäßig, „genauso wie die eigenen Blumen zu Hause versorgt werden“, sagt sie. Im Handgepäck sind Rechen und Gartenschere, „weil auch das Entfernen von verwelkten Blüten, Unkraut und das Zurückschneiden von Sträuchern und Klettergewächsen zur regelmäßigen Pflege gehört“.

Margot Roß hält seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann mit großem Engagement die Gedenkstätte für Kriegsopfer in Ordnung. Für die Bepflanzung der Gräber je nach Jahreszeit sowie das Aufbringen von Pinienmulch übernimmt das Ehepaar die Kosten. Zu den weiteren Aufgaben gehören die Pflege des Ehrenmals, der Gehwege und der Kapelle, „die zum Volkstrauertag herbstlich dekoriert wird. All das machen wir in Erinnerung an die Menschen, die vom Krieg nicht mehr heimgekehrt sind“, so das Ehepaar.

Dank der Initiative vom Margot Roß, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegsgräber (VDK) seinerzeit die maßgeblichen Kontakte knüpfte, konnte im Jahr 2003 die dringend notwendige Erneuerung des Daches der Kapelle vorgenommen werden. Die finanziellen Mittel dafür wurden vom VDK bereitgestellt. Der damalige Landrat Alfred Jakoubek hatte sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Volksbundes dafür eingesetzt, dass die Gemeinde Fischbachtal einen finanziellen Beitrag für die Erneuerung des Daches erhält. Peter Roß hatte gemeinsam mit einer ortsansässigen Firma, die auch kostengünstig das Arbeitsmaterial zur Verfügung stellte, das kupferne Falzdach und eine Dachrinne angebracht, das seitdem die Kapelle ziert.

Für das bürgerschaftliche Engagement wurde dem Paar im Jahr 2008 die Ehrennadel „Guter Geist“ des Landkreises Darmstadt-Dieburg verliehen, denn „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, so der Leitspruch von Frau Roß. „So wie Familie Roß leben in der Gemeinde zum Glück noch weitere Bürger, die mit offenen Augen ihre Umwelt wahrnehmen und Gutes für das Gemeinwohl tun. Und dafür verdienen sie große Wertschätzung“, so Ortsvorsteherin Petra Messerschmidt
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