Nachhaltigkeit in Tourismus und Gastronomie: Organisation und Marketing sind entscheidend für den Erfolg

Dieter Popp von der Futour GmbH war am 09. Mai Referent bei Fischbachtal kreativ
Beim Informationsabend von Fischbachtal kreativ wurde über Nachhaltigkeit in Tourismus und Gastronomie diskutiert. Denn über die Gastronomie kann Nachhaltigkeit gut, über den Tourismus sogar sehr gut kommuniziert und – was noch wichtiger ist – gelebt werden.

Dieter Popp, gebürtiger Bensheimer und Referent beim Informationsabend von Fischbachtal kreativ, ist schon viel herum gekommen in den Urlaubsregionen Deutschlands. Aufgrund seiner beruflichen Laufbahn in verschiedenen Unternehmen und Organisationen, die sich mit der Vermarktung von touristischen und gastronomischen Dienstleistungen befassen, kann er auf einen breiten Erfahrungsschatz zugreifen und kennt die aktuellen Trends sehr genau.

Die Kraft der Regionen

Popp sieht den großen Vorteil von Regionalität nicht nur in der Reaktion auf den aktuellen, langfristigen Trend, sondern vor allem auch als Schutzmaßnahme für die hiesigen Kulturlandschaften: Denn der Konsum von regionalen Produkten unterstützt die heimische Landwirtschaft und deren gezielte Vermarktung kann die Nutzung und Pflege der kleinteiligen, abwechslungsreichen Flächen, die das Urlauberauge so erfreuen, so richtig rentabel machen.
Ein entscheidendes Defizit, insbesondere auch für den hiesigen Odenwald, sieht er aber in der zielgerichteten Vermarktung sowohl auf Ebene einzelner Unternehmen als auch der gesamten Region. Zu selten wagen es Gastronomen und Hotelliers, sich von der Masse abzuheben, eigene Wege zu gehen und sich selbst ehrgeizige Ziele zu stecken. Dabei sind es gerade die kreativen, neuen Ideen auf Basis althergebrachter Traditionen, die - richtig und langfristig umgesetzt - zum Erfolg führen. So berichtet er zum Beispiel vom Eichelschwein® aus Unterfranken, das mittlerweile als eines der besten Schweinefleische Deutschlands gerühmt wird und entstand, weil sich eine Gruppe von Bauern auf die alte Tradition in seiner Region besann, die Schweine im Herbst in die Wälder zu treiben und dort mit den herabgefallenen Eicheln bis zur Schlachtreife zu mästen – Abnehmer für sein Fleisch gab es nach nur kurzer Zeit mehr als genug.

Gastronomen sollten gemäß Popp ihre Ansprüche an die Produkte auch selbst klar definieren, statt das zu nehmen, was ihnen der Markt gerade bietet. Denn so können beide profitieren, der Gastronom durch bessere Qualität und einen lückenlosen, glaubwürdigen Herkunftsnachweis sowie auch die beteiligten Landwirte, die durch die gezielte Produktion eine sichere Abnehmerstruktur zu einem besseren Verdienst etablieren können. Denn der Konsument ist in aller Regel bereit, einen höheren Preis für mehr Regionalität und Qualität zu bezahlen.

In der anschließenden ausgiebigen Diskussion wurde aber auch deutlich, dass es einer übergeordneten Organisation bzw. Führung bedarf, die das Regionalmarketing vorantreibt und die hiesigen Betriebe unterstützt, um so die Beliebtheit der Region Odenwald, zu der das Fischbachtal klar gezählt werden kann, im Ganzen nachhaltig zu steigern. Hier gibt es noch Aufholbedarf, insbesondere in der Zusammenarbeit der verschiedenen Landkreise, über die sich der Odenwald erstreckt, auch um eine gemeinsame Identität für "DEN Odenwälder" und seine traditionellen Produkte wie "Grindkopp" und "Kochkäs" zu etablieren.

Stephan Kühn dankte am Ende des Abends Dieter Popp für sein Engagement und seine aufschlussreiche Darstellung der Fakten und Zusammenhänge, die – individuell interpretiert und richtig angepackt – uns als Fischbachtalern und Odenwäldern viele Chancen für die Zukunft bieten.
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