Liebesglück und Gartenhof - Max Bryan in der Stadt der Rosen

Max Bryan: Von der Liebe in die Stadt der Rosen (Foto: Foto: Facebook / Max Bryan)
„Habe Wohnnung“, meldete Max Bryan Ende März auf seiner Facebookseite..Zwei Jahre, 16 Tage und 15 Stunden war „Deutschlands bekanntester Obdachloser“ unterwegs, fuhr mit dem Fahrrad 1000 Kilometer quer durch Deutschland und erreichte im Dezember Bad Nauheim, die Stadt, in der er als Jugendlicher schon lebte.

Mehrere Zeitungen hatten über ihn berichtet, über sein Problem, eine Wohnung zu finden und den Wunsch, in der Wetterau zu bleiben, was dann auch geklappt hat. Zunächst war er bei einer „netten Frau vom Sprudel“ untergekommen, doch als die in die USA verreiste, musste er sein kostenloses Gästezimmer verlassen. Die Lösung bot der Gartenhof Löw zu Steinfurth. Freifrau Heinke von Löw, stolze 91 Jahre alt, eine „lebensfrohe, kluge Frau, reich an Wissen und Erfahrung“, gab ihm eine Chance. Bryan bekam eine Probezeit „in der ich Gelegenheit hatte, mich zu bewähren, zu zeigen, dass es mir ernst, mit der Arbeit auf dem Hof und dem Halten einer Wohnung und ja, ich bin nicht mehr obdachlos“, schreibt Max Bryan in sein Tagebuch. Am 17.3.2012 fand seine Obdachlosigkeit offiziell ein Ende und es war sein „glücklichster Tag“, seitdem er im März 2010 seine Wohnung verlor.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/habe-wohnu...

Seine ersten Arbeiten auf dem Hof: Scheune sauber machen, Blätter rauskehren, Kissen ausklopfen. Und das „trotz eingestandener Pathophobie, der Angst vor Staub, Schmutz und Bakterien“, schreibt die Wetterauer Zeitung am 7. April, wenige Tage nach Bekanntwerden der Information.

Steinfurth bei Bad Nauheim liegt „mitten in Europa“, soll Heinke von Löw (91) unlängst noch gesagt haben und im Sommer reiche „der betörende Duft der Rosen kilometerweit“, will Max Bryan erfahren haben. Ob „Frisia”, “Gloria Dei” oder “Othello”, die Steinfurther Rose sei „weltberühmt, wissen die Leute hier zu lieben und zu schätzen“. Schon im Juli kommen Menschen von überall aus der Umgebung zusammen um das Rosenfest zu feiern, eine mehrtägige Zeremonie mit Volksfest-Charakter.

Max Bryan bewohnt vorläufig das Torhaus, ein Komplex aus dem 16. Jahrhundert, direkt am Eingang zum Gartenhof. „Endlich kann ich wieder ruhig schlafen“ und Bryan wirkt sichtlich erleichtert. „Es ist die Angst, die nicht mehr mitschläft, auf der Bank, der Straße, der Pritsche, meinem Schlafplatz“.

Max Bryan lebte 758 Tage ohne Wohnung. Davon fast zwei Jahre in Hamburg. Eine Freundin hatte ihm auf Facebook die Nachricht geschickt: „Dein Herz feiert ...“ und auch von einer „Liebe“ ist die Rede.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/parabel/39...

Was für ein romantisches Ende einer mehr als zweijährigen Odyssee! (jw/sb)
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