Lebt vermisster Student in den Wäldern zwischen Rüdesheim um Rüsselsheim?

Rhein-Main:

Seit dem 3. März wird Max Weil aus dem Frankfurter Stadtteil Zeilsheim vermisst. Seine Spur endet an einer Straßenbahnhaltestelle im thüringischen Gera. Dort studierte er an der Berufsakademie. Die Suche mit Hubschrauber und Polizeihunden blieb erfolglos. Die Eltern dachten an ein Verbrechen. Nach einer privaten Suchaktion von Eltern, Freunden und Bekannten verdichten sich die Anzeichen, dass Weil eventuell depressiv ist, aus dem Alltag „ausgestiegen“ ist und irgendwo in den Wäldern zwischen Rüdesheim, Rüsselsheim und Darmstadt lebt.

Bis heute haben die Eltern Gabi und Michael Weil sowie die zahlreichen Freunde und Bekannte keine Erklärung für das Verschwinden. Sicher: Max war im Prüfungsstress. Im Rahmen eines Studiums bei der Deutschen Bahn stand die vorletzte Prüfung an. Max erschien nicht. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Aus Sorge der Eltern wurde Panik. Sie erstatteten Vermisstenanzeige. In Gera ließ die Kripo die Wohnung in einem zum Teil leer stehenden Plattenbau öffnen. Auffallend war, dass Scheckkarte, Bahncard, Studentenausweis und Krankenkassenkarte wie drapiert auf dem Küchentisch lagen. Die Eltern glauben an ein Verbrechen. Ein Freitod schien ausgeschlossen.

Zwei Personen wollen den jungen Mann gesehen haben

Im Mai kam der Anruf einer Frau aus Rüsselsheim. Sie hatte in einem Boulevardblatt von Max‘ Verschwinden gelesen und war sicher, kurz darauf den Gesuchten im Ostpark gesehen zu haben. Unterwegs mit einem Fahrrad, Kinderwagenanhänger und Schlafsack. Ihre Beschreibung stimmte überein: blaue Augen, dunkelblondes gewelltes Haar, Brille, etwa 1,80 Meter groß. Der Unbekannte habe ihr erzählt, er sei 22, Student, wohne bei den Eltern, wolle aber nicht nach Hause, sondern mit dem Rad weiter Richtung Groß-Gerau und Darmstadt und dort im Wald zelten.

Gabi und Michael Weil ließen 10.000 Handzettel in Postkartengröße mit Bildern ihres Sohnes und der Überschrift „Vermisst“ drucken. Die Eltern, viele
Freunde und Bekannte verteilten die Flugblätter an Spaziergänger in den Wäldern, auf dem Wochenmarkt in Groß-Gerau, sie schrieben Forstämter, Wanderclubs, Mountain-Bike-Clubs und Bahnhofsmissionen an. Ein Markthändler in Groß-Gerau war „fest überzeugt“, den Jungen auf dem Bild in Rüsselsheim gesehen zu haben.

Eltern klammern sich an Hoffnung

Weil Max einen Hang zur Alternativ-Szene hatte, suchten die Eltern am vergangenen Wochenende beim Open-Air Festival in Flörsheim. Am Samstag gab es dann einen Hinweis zur Bauwagensiedlung am Rüsselsheimer Mainufer. Dort war ein Bewohner überzeugt, Max drei Tagen zuvor an der Bushaltestelle vor dem Mainzer Hauptbahnhof gesehen zu haben.

Gabi und Michael Weil glauben, dass Max irgendwo in den Wäldern zwischen Rüdesheim, Wiesbaden, Rüsselsheim, Groß-Gerau oder Darmstadt lebt. Die Eltern sowie die vielen Freunde und Bekannten werden weiter suchen. Sie klammern sich an die Hoffnung, dass sich Max in einer persönlichen Krise befindet und nur aus dem Alltag ausgestiegen ist. Dann könnte er auch wieder zurückkommen.
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