Ohne Krimi geht die Mimi….

….nie ins Bett. Nicht nur die Melodie zieht sich seid Generationen durch die Köpfe der Menschen, auch die Verwechslungskomödie von 1969 mit Heinz Erhardt bleibt unvergessen.

Spannung und Abenteuer lassen das Herz höher schlagen und wenn ein Krimi in der Handlung nicht vorhersehbar ist, wird mitgefiebert bis zur letzten Minute oder Seite. Und wer in seiner Kindheit mit den drei ???, den fünf Freunden oder TKKG groß wurde, ist schnell bereit, auch im täglichen Leben die Augen auf zu halten, ob nicht ein Fall gelöst werden kann.

So wurde unlängst in Freiburg eine ganze Uni samt Studenten auf Trapp gehalten, als vor selbiger über Tage hinweg ein Leichenwagen im Halteverbot parkte. Schnell war der obligatorische Verwesungsgeruch im Gespräch, und der Hauch des Todes schwebte über dem Leichenauto.

Mutige Studenten fanden sich ein und einer von ihnen öffnete den Kofferraum. Er war auf alles gefasst und staunte nicht schlecht, als eine Matratze, ein Schlafsack und eine Zeitung zum Vorschein kam. Handelte es sich vielleicht um eine Entführung? Oder hatte hier jemand eine Bleibe gefunden? Seltsam waren auch die zerstochenen Reifen des Fahrzeugs, was auf eine Racheaktion schließen ließ.

Auf Nachfrage der „Badischen Zeitung“ bei der Polizei kommt folgende Erklärung: „der Halter läge vermutlich im Krankenhaus“. Weiß die Polizei mehr, oder ist es nur eine Vermutung? Eine kleine aber feine Unsicherheit blieb, die den ein oder anderen veranlasste, Detektiv zu spielen.

Und tatsächlich lichtete sich nicht nur der Leichenwagenschauplatz, es wurde auch mysteriös. Der Wagen wird wohl von einem Mann als Schlafplatz genutzt, Passanten, die das Ganze schon länger beobachten, vermuten einen Obdachlosen. Doch diese These kann auch falsch sein, da bewusster Wagen schon einmal im Juni abgeschleppt und ohne Probleme von besagtem Besitzer wieder ausgelöst wurde.

Die Stadt, die im Juni für das Abschleppen des Wagens verantwortlich war, räumte nun eine Frist ein, doch die konnte nicht gehalten werden, da der Fahrer im Krankenhaus liegt; dies scheint wohl zu stimmen. Also veranlasste der Gemeindevollzugsdienst wieder das Abschleppen des Leichenwagens. Interessanterweise wurde dieser prompt wieder abgeholt; doch nicht vom Halter, sondern von einem Freiburger Abschleppunternehmer. Seltsamerweise hatte er den Wagen ohne die erforderliche Vollmacht des Halters bekommen, diese wollte er nachreichen. Was wiederum schwierig ist, da es laut Polizei momentan unmöglich ist, mit dem Besitzer im Krankenhaus Kontakt aufzunehmen.

Hier ergeben sich mehrere Fragen:
Warum kommt der Halter des Fahrzeugs ins Krankenhaus, ohne sich um seinen Wagen zu kümmern?
Wieso ist es der Polizei nicht möglich, Kontakt aufzubauen? Oder ist das nur eine Hinhaltetaktik?
Warum holt ein Abschleppunternehmer den Wagen des Halters ab, welche Verbindung gibt es dort?
Und warum bekommt dieser den Wagen ohne Vollmacht ausgehändigt?

Hach, ein wenig Rätselraten macht wirklich Spaß!
Die Auflösung hört sich bisher einfach an; der Abschleppunternehmer ist Mitglied der Hilfsgruppe "Freiburg und Südbaden verschenkt’s" und es ist ihm ein besonderes Anliegen, dem Mann zu helfen, dem der Wagen gehört. Daher habe er auch die Gebühr von 183 Euro bezahlt. Manchmal geht ein Krimi eben auch gut aus, und es gibt sie noch, die Hilfsbereiten, die Einsatz zeigen für Menschen, die dies brauchen.
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