KOCH GLUTENFREI!

KOCH GLUTENFREI! Das ist das Motto des Welt-Zöliakie-Tages 2013. Dieser findet in diesem Jahr am 11.05.2013 in Hannover statt. Zum ersten Mal haben wir Selbsthilfegruppen (SHG) aus dem Rhein-Main-Gebiet (Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz) uns zusammengeschlossen. Wir möchten das Thema Zöliakie in die breite Öffentlichkeit tragen und bekannter machen.

Der Appell „Koch glutenfrei“ bezieht sich auf den Umstand, dass für uns zöliakiebetroffene Menschen das Essen auswärts, ob im Restaurant, in der Kantine oder Mensa, in der Kita oder beim Geburtstag auch heute noch eine besondere Herausforderung darstellt. – Kann ich dort glutenfrei essen?
Ist das Personal informiert? Kann ich die Einladung annehmen, oder sage ich lieber ab? Kann mein Kind mit ins Schullandheim, oder muss es zu Hause bleiben? Mit diesem Motto möchten wir SHG die Öffentlichkeit, aber auch ganz besonders alle Köche, vom Hobbykoch bis zum Sternekoch, hinsichtlich der Erkrankung Zöliakie und dem Zubereiten glutenfreier Speisen sensibilisieren.
Schon geringste Mengen an dem im Getreide enthaltenen Kleberweiweiß Gluten können bei uns Betroffenen zu Beschwerden führen. Die Zubereitung glutenfreier Speisen erfordert neben einigen Besonderheiten bei der Zutatenauswahl vor allem die strikte Einhaltung hygienischer Maßnahmen.

Was ist Zöliakie?
Bei der Zöliakie handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem in Getreide enthaltenen Klebereiweiß Gluten. Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor.
Diese Getreide sowie alle Lebensmittel, die sie enthalten, sind für Zöliakie-Betroffene selbst in kleinsten Mengen unverträglich. Hierzu gehören vor allem herkömmliche Back- und Teigwaren, z.B. Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln und Pizza, aber auch Bier und Malzbier.

Welche Schäden verursacht Gluten bei Betroffenen?

Die aufgenommene Nahrung wird im Dünndarm in ihre Bestandteile zerlegt und gelangt über die Dünndarmschleimhaut in den Körper. Damit der Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden kann, ist der Darm mit vielen Falten und kleinen Ausstülpungen, den sogenannten Zotten, ausgekleidet. Bei Zöliakie-Betroffenen führt die Zufuhr von Gluten zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Die Zotten bilden sich zurück, weshalb die Oberfläche des Dünndarms immer kleiner wird und nicht mehr genügend Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden können. Die Folge der Schädigung sind in der Regel Mangelerscheinungen. Häufige Symptome einer Zöliakie können aber auch Erbrechen, Wachstumsstörungen, anormale Stühle, Übelkeit oder Knochenschmerzen sein.

Zöliakie ist eine chronische Krankheit. Die einzige Therapie ist eine lebenslange, strenge glutenfreie Ernährung. Nur so kann sich die Dünndarmschleimhaut erholen und ihre Funktion zurückgewinnen. Schon bei kleinsten Mengen von Gluten treten jedoch erneut Schädigungen und Beschwerden ein.

Ein Blick in andere Länder zeigt, das sich in Deutschland noch vieles für Zöliakie-Betroffene verbessern lässt: Restaurants in England weisen durch das Kürzel gf (= gluten-free) auf glutenfreie Speisen in ihrer Karte hin. Fast-Food-Ketten in Schweden oder Spanien bieten glutenfreie Hamburger an. Schulkantinen in Kanada ermöglichen betroffenen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an der regulären Mittagsverpflegung.
Schauen wir auf die gastronomische Situation im Rhein-Main-Gebiet, ergibt sich folgendes Bild: Von einigen hundert Restaurants bieten nur wenige glutenfreie Speisen an (Positivbeispiele finden sich unter: http://www.zoeliakie-treff.de/zoeliakie/index.php?i=pages

Wir Betroffenen möchten mit Ihrer Hilfe auf unsere alltäglichen Probleme aufmerksam machen. Weitere Informationen finden sich unter www.dzg-online.de (website der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft), www.zoeliakie-treff.de (website von Betroffenen für Betroffene) oder www.glutenfrei-südhessen.de (website der SHG Darmstadt).
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