Antonio Scandello: Johannes-Passion

Ginsheim-Gustavsburg: evangelische Kirche |

Zu einem "Konzert zur Passion" hatte die Ginsheimer Kantorei im Rahmen der Ginsheimer Kirchenmusiken für Sonntag, den 2. April 2017, in die Evangelische Kirche Ginsheim eingeladen.

Zum Beginn des Konzerts erklang die Orgel-Partita »Warum betrübst du dich, mein Herz« von Samuel Scheidt (1587-1654). In filigraner Weise interpretierte der Organist Klaus Uwe Ludwig die 12 Choralvariationen. Es folgte die »Marienklage« (»Pianto della Madonna«) von Claudio Monteverdi (1567-1643) in der Bearbeitung von Helmut Bornefeld (1906 - 1990) für Solostimme und Orgel, die von Ruth Zetzsche und Klaus Uwe Ludwig eindrucksvoll und ausdrucksstark dargboten wurde.

Zentrales Werk des Konzertes war dann die Johannespassion von Antonio Scandello (1517-1580). Scandello, der zunächst Musiker im italienischen Bergamo war und 1549 auf Initiative des Kurfürsten Moritz vom Sachsen Mitglied der Dresdner Hofkapelle wurde, schuf 1561 seine einzigartige und wegweisende Passionsvertonung. Charakterisierende Merkmale sind dabei der einstimmig-solistische Evangelistenpart, der vom dem Tenor Andreas Koppelmann in vortefflicher Weise umgesetzt wurde und die bis zu fünfstimmigen Vertonungen sämtlicher wörtlicher Reden. Dabei beeindruckten die Sängerinnen und Sänger des Chores (Leitung: Armin Rauch) unter anderem mit klarer Textverständlichkeit und einer differenzierten Ausgestaltung der unterschiedlichen Stimmungen und Charaktere in den wörtlichen Reden (Jesus, Pilatus, das Volk, usw.). Die Aufführung der leider nur sehr selten zu hörenden Passionsvertonung von Antonio Scandello bildete wieder den erfolgreichen Abschluss eines Chorprojekts zum Mitsingen der Ginsheimer Kantorei.
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