Die Moral der Mächtigen

Ist der Ehrliche der Dumme?

Wer bei der Steuererklärung schummelt und sich anschließend selbst anzeigt, kann auf Straffreiheit hoffen. Mit dem Fall Uli Hoeneß ist dieses bestehende Schlupfloch im Strafrecht wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Selbstanzeige erlaubt es Steuersündern, unter strengen Auflagen sowie der Zahlung einer Geldstrafe nicht angeklagt zu werden.

Die Meinung der Politiker zu diesem Thema ist geteilt: „Eine Brücke in die Ehrlichkeit“ meinen die Befürworter. Ohne dieses Instrument würden deutlich mehr Steuerdelikte unentdeckt bleiben. Dem Staat entgingen ohne dieses Instrument Milliarden an Steuereinnahmen aus meist im Ausland geführten Schwarzgeldkonten. Kritiker hingegen sehen in der Selbstanzeige eine „moderne Form des Ablasshandels“. Man kaufe sich von seinen Steuervergehen frei. Die Verlockung den Staat zu betrügen, werde dadurch nur größer.

In der Bevölkerung entstehe zudem der Eindruck, dass es genüge Reue zu zeigen. In wie fern es sich jedoch tatsächlich um echtes Schuldbewusstsein handle oder vielmehr um Angst entdeckt zu werden, könne nicht hinreichend geklärt werden. Darüber hinaus stelle sich die Frage der Gerechtigkeit. Wieso sollten Schwarzgeldbesitzer, die jahrelang zu wenig Steuern bezahlt haben, straffrei ausgehen? Bei anderen Straftaten werde Reue allenfalls im Urteil strafmildernd berücksichtigt, der Täter komme in der Regel aber nicht ungeschoren davon.

Ist am Ende doch der Ehrliche der Dumme? Uns interessiert die Meinung der südhessischen Bevölkerung. Was sagen Sie zur Möglichkeit der Selbstanzeige? Wie empfinden Sie das bestehende deutsche Steuersystem? Gibt es eine Steuergerechtigkeit? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns unter www.mein-suedhessen.de
1 Kommentar
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Anonymus Keinen aus Darmstadt | 07.05.2013 | 11:34  
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