Erlebnistag bei der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Gerau

Es ist ein immer größer werdendes Problem bei den Freiwilligen Feuerwehren: Die Mitgliederzahlen der Einsatzabteilungen folgen einem Abwärtstrend. Gerade bei Einsätzen zur Tageszeit fehlen oftmals Einsatzkräfte. Um diesem Trend entgegen zu steuern, versucht die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Groß-Gerau vermehrt Bürgerinnen und Bürger für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer zu begeistern. Doch was macht eigentlich so eine ehrenamtliche Einsatzkraft und kann das jeder lernen? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, organisierte die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Groß-Gerau in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Erlebnistag für Erwachsene.

Der Einladung folgten sieben Interessierte aus den Stadtteilen Groß-Gerau und Wallerstädten. Für die Abteilungen Berkach und Dornheim hatten sich leider keine Teilnehmer angemeldet. Die Freiwilligen verbrachten einen höchst erlebnisreichen Tag bei der Feuerwehr und erhielten so Einblick in die Aufgabenfelder der ehrenamtlichen Retter.

Mit der Begrüßung in der für den jeweiligen Wohnort zuständigen Einsatzabteilung startete der Erlebnistag. Hier erfuhren die Feuerwehrinteressierten einiges über die Organisationstruktur der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt Groß-Gerau. Die jeweilige Stadteilwehr stellte sich und ihre unterschiedlichen Abteilungen kurz vor. Anschließend folgte eine Führung durch das jeweilige Gerätehaus. Hierbei wurden vor allem die Feuerwehrfahrzeuge vorgestellt.

Um die ersten gesammelten Eindrücke mit den anderen Interessierten teilen zu können, trafen sich alle Teilnehmer des Erlebnistages zu einem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrhaus der Einsatzabteilung Wallerstädten. Gestärkt startete man dann in das gemeinsame Nachmittagsprogramm. Ausgestattet mit Feuerwehrschutzkleidung, Helm, Handschuhen und Sicherheitsschuhwerk stand zunächst das Absuchen eines verrauchten Raums auf dem Plan. Hierzu rüsteten sich die Feuerwehrinteressierten unter fachkundiger Anleitung mit einer Atemschutzmaske und einem Atemschutzgerät aus und versuchten – begleitet von einem Mitglied der Einsatzabteilung – sich in einem verrauchten Raum zurecht zu finden und diesen abzusuchen. Alles andere als einfach, wie sich herausstellte. Die Orientierung in dem mit einer Nebelmaschine verrauchtem Raum fiel sichtbar schwer.
Als nächstes stand ein Auto bereit, an dem die Teilnehmer eigenhändig ausprobierten, wie Personen zu befreien sind, wenn sich die Türen, beispielsweise nach einem Unfall, nicht mehr öffnen lassen. Unter Anleitung der Ausbilder wurden nach und nach alle Scheiben des ausrangierten Fahrzeugs entfernt, ehe man mit Hilfe von hydraulischem Rettungsgerät der Fahrer- und Beifahrertür zu Leibe rückte. Gar nicht so einfach, aber unter Anleitung und mit Unterstützung der ausgebildeten Feuerwehrkräfte für alle Teilnehmer umsetzbar.

Ein weiteres Highlight folgte direkt im Anschluss: Jeder hatte die Möglichkeit zusammen mit einem ausgebildeten Feuerwehrmann mit der Drehleiter in die Höhe zu fahren und sich dabei die Umgebung von oben anzusehen. Nachdem alle wieder sicheren Boden und den Füßen hatten, wartete bereits der nächste Höhepunkt des Tages: Mit Feuerwehrfahrzeugen ging es zum Gelände des Technischen Hilfswerks nach Groß-Gerau. Hier wurde ein Fahrzeugbrand simuliert. Das Fahrzeug, an dem gerade noch Türen entfernt wurden, stand nun in Flammen und wartete darauf von den Feuerwehrinteressierten gelöscht zu werden. Unter Anleitung übten die sieben Teilnehmer zunächst den Umgang mit einem Strahlrohr und dessen verschiedene Einstellmöglichkeiten. Auf die Übungsphase folgten die ersten Löschversuche. Als besonders beeindruckend empfanden die Mitwirkenden die Wärmestrahlung des Feuers und die Schutzwirkung des Löschwassers bei entsprechender Strahlrohrstellung.

Nach nur kurzer Zeit war das brennende Fahrzeug gelöscht. Um sicher zu stellen, dass der Fahrzeugbrand auch wirklich gelöscht ist, demonstrierten zwei Mitglieder der Einsatzabteilung noch das Löschen eines Fahrzeugbrands mit einem Schaumrohr und bedeckten das Brandfahrzeug mit einem Schaumteppich.

Den Abschluss bildete ein Gedankenaustausch zum Erlebnistag und die dabei gewonnenen Eindrücke. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Michael Scharper verabschiedete die sieben Teilnehmer/innen in der Hoffnung, sie möglicherweise bald als aktive Mitglieder der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt Groß-Gerau begrüßen zu dürfen.

Wer Interesse an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr hat, muss nicht bis zum nächsten Erlebnistag warten. Schauen Sie einfach bei einem Übungsdienst beim jeweiligen Gerätehaus in ihrem Stadtteil vorbei. Die Abteilung Berkach trifft sich jeden zweiten Freitag (ungerade Kalenderwochen) um 20 Uhr, in Groß-Gerau findet der Übungsdienst jeden Freitag ab 20 Uhr statt. Die Abteilung Dornheim kommt mittwochs um 20 Uhr zusammen und in Wallerstädten findet der Übungsdienst freitags ab 19.30 Uhr statt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.