Erstkommunion - Geld oder Segen?

Seit September werden in vielen Gemeinden südhessens Kinder zwischen acht und neun Jahren auf ihre Erstkommunion vorbereitet. Mit viel Gesang, Geschichten und Spielen sowie natürlich auch Gebeten wurden sie in ihren Kommuniongruppen Gott näher gebracht. Auch über die verschiedenen Überlieferungen von Jesus wurde gesprochen und viel hinterfragt und erklärt. Durch Familiengottesdienste, Familien- und Vertiefungswochenenden wurden sie an die Gemeinde und den Glauben näher herangeführt.
Viele Vorbereitungen wurden seit dem beginn der Kommuniongruppen getroffen, wie das basteln und dekorieren der Kommunionkerze, das Aussuchen des richtigen Kleids oder des passenden Anzugs oder auch das Auswählen des richtigen Restaurants oder Menüs für die Feier nach der Kommunion. So rückt der große Tag immer näher und die Kinder werden immer aufgeregter – und das liegt nicht nur an dem Geld und den vielen Geschenken die es auf der Feier gibt.
Am 7. April, dem weißen Sonntag, ist es dann soweit und die ersten Kirchen führen ihre Kommunionkinder in die Gemeinde ein.
Die Kinder nehmen dieses Ereignis sehr ernst. Stehen Anfangs noch mehr die Eltern dahinter, dass ihre Kinder zur Kommuniongruppe gehen, so wandelt sich das im Laufe der Zeit. Durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse sowie die Gruppenstunden entwickeln sich neue Freundschaften sowie Beziehungen zu den Gruppenleitern und zur Gemeinde. Die Kinder gehen gern zu den Gruppenstunden. Wissbegierig werden Fragen gestellt und die Antworten staunend aufgenommen.
Für den ein oder anderen wird sogar ein neues zu Hause geschaffen. „Es kam einmal eine Mutter zu mir und sagte, dass ihr Sohn jetzt noch eine weitere Heimat hat. Neben der Schule und dem Sportverein hat er nun einen weiteren Ort wo er hingehen und sich zu Hause fühlen kann. Das ist schon ein tolles Kompliment.“ erzählt Thomas Braun, Gemeindereferent der St. Elisabeth in Darmstadt.
Doch nicht jedes Kind fühlt sich in der Gemeinde wohl. Es gibt immer ein paar Kinder die sich bewusst gegen die Kommunion aussprechen. Andere wiederum lassen sich kurz vor der Erstkommunion noch taufen um bei dieser Erfahrung mit dabei zu sein. Das viele Klassenkameraden zu den Kommuniongruppen gehen, ist ebenso ein Anreiz für die Kinder wie das Geld und die Geschenke die es von Verwandten, Freunden und Bekannten zur Erstkommunion gibt.
Doch trotz Geld und Geschenke, geht es letztendlich doch immer um die Gemeinschaft. Um die Gemeinschaft die man in der Gruppe erfährt, in der Gemeinde und auch auf der Feier nach der Erstkommunion. Denn nichts anderes bedeutet Kommunion – Gemeinschaft.
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