Gastronomen Ehepaar muss sich vor Gericht verantworten

Bensheim. Vergangenen Dienstag saß ein aus China stammendes Ehepaar auf der Bensheimer Anklagebank. Die bereits 20 Jahre hier lebende 38-jährige Ehefrau, welche die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat, beherrscht die deutsche Sprache im Gegensatz zu ihrem Ehemann gut. Für den Ehemann stand einen Dolmetscher bereit. Angeklagt sind die beiden wegen gewerbsmäßigen „Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft“, welches in der Regel mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis geahndet wird.

Eine der beiden Schöffen soll Stammgast der besagten Lokalität sein und die Angeklagten sogar persönlich kennen. Es wurde auf ein Befangenheitsantrag verzichtet, da auch die Richterin angab unvoreingenommen zu sein.

Das Ehepaar soll einen chinesischen Koch angeheuert und nach Deutschland geholt haben, indem sie ihm ein Gehalt von 1900€ versprachen. Tatsächlich aber soll der Mann sich für die Einreise verschuldet und monatlich nur knapp 600€ bekommen haben, bei einer Arbeitszeit von zehn Stunden täglich an sechs bis sieben Tagen die Woche. Untergebracht war er, mit zwei weiteren Angestellten, in einer Kleinen Wohnung über dem Lokal.

Vor dem Gericht machte der Zeuge ausführliche Angaben zu seinem Arbeitsverhältnis und seinen Arbeitgebern, welche jedoch zum Tatvorwurf schwiegen. Am 23. Februar soll der Prozess vorgeführt werden.

Mittlerweile soll der Koch in einem Hamburger Restaurant mit (laut eigener Aussage) angemessener Bezahlung arbeiten. (jw)
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