Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Bücherverbrennung

"Wer uns vorschreibt, was wir lesen dürfen, legt unserem Denken Fesseln an“: Dieses Zitat vom Darmstädter Schriftsteller Fritz Deppert ist auf der Bronzetafel auf dem Mercksplatz zu lesen, die auf die Bücherverbrennung in Darmstadt am 21. Juni 1933 hinweist. "Mit den öffentlichen Bücherverbrennungen erreichte die Kampagne zur Kulturvernichtung der Nationalsozialisten ihren ersten unrühmlichen Höhepunkt. In Darmstadt zog am 21. Juni 1933 die NS-Studentenschaft von einer Sonnwendfeier am Bismarckturm zum Mercksplatz, um dort mehrere tausend Bücher, die zuvor bei Haussammlungen und - durchsuchungen beschlagnahmt worden waren, wie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. 80 Jahre später wollen wir an diesem Tag und an diesem Ort ein Zeichen gegen das Vergessen setzen", sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Er lädt daher ein, um 11 Uhr gemeinsam mit ihm an der Bronzetafel vor dem Jugendstilbad auf dem Merckplatz der Geschichte zu gedenken. Ein Zeichen gegen das Vergessen wollten auch Schülerinnen und Schüler der Viktoriaschule setzen, auf deren Anregung hin seit 2003 am Ort der Bücherverbrennung eine Gedenktafel an die Verfolgung der freien Meinung, von Kunst und Literatur erinnert. Die Gedenkveranstaltung im Rahmen des "Darmstädter Gedenkjahres 2013 - Gegen das Vergessen" wird mit Beiträgen von Literatur- und Musikleistungskursen der Viktoriaschule mitgestaltet.

Das umfangreiche Programmheft zum Gedenkjahr listet zwei weitere Veranstaltungen auf, die der Bücherverbrennung gewidmet sind:

Am gleichen Abend (21.) lädt das Literaturhaus Darmstadt um 19 Uhr in sein Auditorium zur Lesung "Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen" ein. Für die Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lesen Horst Schäfer und Karlheinz Müller unter anderem Texte von Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Oskar Maria Graf, Klaus Mann und Armin T. Wegner vor.

Am Samstag, 22. Juni, startet ein zweistündiger Stadtrundgang "Auf den Spuren der verbrannten Dichter" um 14.30 Uhr vor dem Kollegiengebäude Darmstadt, Luisenplatz 2. Er führt zu ausgewählten Orten in der Innenstadt und zeigt auf, wie die Verfolgung der freien Meinung, Kunst, Kultur und Literatur in Darmstadt nach der „Machtergreifung“ immer massiver und brutaler wurde und erinnert an verfolgte Autorinnen und Autoren. Beginn ist auf dem Luisenplatz, der bereits 1933 in Adolf-Hitler-Platz umbenannt wurde. Weitere Stationen sind: Landesmuseum, ehemaliges Landestheater, Schloss, die frühere Darmstädter Bücherstube, Stadtkirche, Altes Pädagog und Niebergall-Brunnen. Der Rundgang endet am Mercksplatz. Veranstalter sind die Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit unter Mitwirkung der LiteraTeens, einer Arbeitsgemeinschaft der Lichtenbergschule Darmstadt.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen, die alle im Rahmen des "Darmstädter Gedenkjahres 2013 - Gegen das Vergessen" stattfinden werden, ist kostenlos.

Quelle: darmstadt.de – Wissenschaftsstadt Darmstadt
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