Kein Verständnis für Schließung der Notdienstzentrale

Darmstadt-Dieburg – Landrat Klaus Peter Schellhaas, als Gesundheitsdezernent verantwortlich für die medizinische Versorgung der rund 290.000 Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg, zeigt kein Verständnis für die jetzt bekannt gewordene Schließung der ärztlichen Notdienstzentrale in Ober-Ramstadt zum Jahresende. Der Landrat appelliert an die Kassenärztliche Vereinigung, die Bereitschaftsdienste am Wochenende in der Notdienstzentrale Ober-Ramstadt weiter sicherzustellen. „Ich bedauere außerordentlich, dass sich die Ärzte offensichtlich nicht in der Lage sehen, die Patientenversorgung in den von der Schließung der Notdienstzentrale betroffenen Landkreis-Kommunen Ober-Ramstadt, Roßdorf, Mühltal, Fischbachtal und Groß-Bieberau sicherzustellen“, kritisiert der Landrat. Zwar wisse man um das Personalproblem, dennoch sei es wichtig, im Interesse der Menschen akzeptable Lösungen zu finden – daran sollte auch die Kassenärztliche Vereinigung ein Interesse haben.

Schellhaas lobte in diesem Zusammenhang das Engagement der Stadt Ober-Ramstadt, die seit gut zwanzig Jahren die Räume in der Hammermühle mietfrei zur Verfügung stelle. „Hier hat die Politik vor Ort einen wichtigen Beitrag geleistet, wir fordern daher die Kassenärztliche Vereinigung und die 42 an die Notdienstzentrale in Ober-Ramstadt angeschlossenen Ärzte auf, sich erneut zusammenzusetzen und im Interesse der Patienten in der Region akzeptable Lösungen zu erarbeiten."

Kritik übt der Landrat auch an der Art und Weise der Kommunikation: „Zumindest den Standort-Bürgermeister hätte man rechtzeitig von der Schließung informieren können, um dann möglicherweise gemeinsam mit der Politik nach Lösungen zu suchen. So wurden Fakten geschaffen und die Patienten vor vollendete Tatsachen gestellt. Gleiches gilt offensichtlich für den Umgang mit den auf 400-Euro-Basis tätigen Telefonistinnen. Das ist keine Art und von großem Nachteil für die medizinische Versorgung der Menschen in den betroffenen Kommunen“, so der Landrat.

Eine Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes, an der wohl schon länger gearbeitet werde, solle nach Worten von Landrat Schellhaas mehr den Patienten und nicht nur wirtschaftliche Interessen berücksichtigen. Dazu gehöre auch eine stärkere Verzahnung von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung gerade im ländlichen Raum. Diese Zusammenarbeit erreiche man allerdings nicht, wenn Notdienstzentralen wie die in Ober-Ramstadt geschlossen würden. Schellhaas: „Darüber muss geredet werden.“
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.