Klinikum Darmstadt baut Zentralen Neubau auf dem Klinikgelände in der Innenstadt

(Foto: Halina Zaremba / pixelio.de)
Darmstadt. Am 22. August 2014 hat das Klinikum Darmstadt den Bauantrag für den Zentralen Neubau auf dem Klinikgelände an der Grafenstraße bei der Bauaufsicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingereicht: 106 vollgefüllte DIN A4-Ordner mit 500 Unterschriften wurden in die Bessunger Straße überführt.

"Der geplante Neubau der Klinikum Darmstadt GmbH ist mit der Einreichung des Bauantrags der Realisierung und dem Baubeginn einen entscheidenden Schritt näher gekommen", sagt dazu Klinikdezernent, Aufsichtsratsvorsitzender und Stadtkämmerer André Schellenberg. "Bis zu den Jahreswechseln 2016 / 2017 und 2018 / 2019 soll auf dem 44.000 Quadratmeter großen Gelände in zwei Bauabschnitten ein Zentraler Neubau entstehen. Dann ist es möglich, den Klinikstandort Eberstadt aufzugeben und dort den dringend notwendigen Wohnungsbau zu realisieren."

"Der Klinikneubau wird das optische Erscheinungsbild grundlegend verändern und wesentlich aufwerten", erläutert der kaufmännische Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH, Clemens Maurer. "Der Entwurf ist abgeschlossen, auch die Fassadengestaltung ist grundsätzlich mit den Gremien des Krankenhauses und unserem Aufsichtsrat abgestimmt. Wir werden im Neubau 532 Betten in 300 Zimmern schaffen, die allen heutigen modernen Komfortstandards und unseren hohen hygienischen Anforderungen entsprechen."

"Besonders froh sind wir darüber, dass die Layoutentwicklung für den Zentralen Neubau von innen heraus unter den Aspekten medizinische Abläufe, Flächeneffizienz, Wirtschaftlichkeit, Patientenfreundlichkeit und Funktionalität mit den Nutzern in über 135 Workshops entwickelt worden sind. Das heißt: nicht die Architektur gab den Rahmen vor, sondern die Nutzung stand im Vordergrund und danach hat das Ganze erst seine Gestalt bekommen", erläutert der medizinische Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH, Prof. Dr. Steffen Gramminger.

Die im Herbst 2011 begonnene Planung für den Zentralen Neubau am Standort Grafenstraße hat die Zielsetzung, die bestmögliche Lösung zu erreichen - trotz der herausfordernden Innenstadtlage mit Altbauten, Denkmalschutz und einem engen Baufeld.

Im Bauplanungsprozess wurde im vergangenen Jahr deutlich, dass es in einigen Punkten Nachbesserungen und Umplanungen bedurfte: zum Beispiel bei der Medienversorgung, die in einem Krankenhaus nicht nur Strom, Lüftung und Heizung, sondern auch medizinische Gase auf die Stationen verteilt. Der Bauantrag für die Medienversorgung wurde bereits am 4. April bei der Bauaufsicht eingereicht. Auch die Interims-Verortung einzelner Stationen - wie etwa der Neurologie bei Abriss des Gebäudes 7 - musste neu angegangen werden. Die größten Neu- und Umplanungen erforderte die Strahlenklinik, die die Funktionalität beeinträchtigt hätte. Die Lösung, die gefunden wurde, ist gleich dreifach gut: Sie liefert dem Klinikum Darmstadt einen neuen Ort für die Strahlenklinik im Untergeschoss des ersten Bauabschnitts, der bis zum Jahreswechsel 2016 / 2017 realisiert sein soll und sie stellt die Patientenversorgung unterbrechungsfrei sicher, weil der alte Standort erst nach Inbetriebnahme des neuen abgerissen wird. Zudem ermöglicht diese Neuverortung die Zentrale Notaufnahme - und damit die erste und wichtigste Anlaufstelle für Patienten - und den Ärztlichen Bereitschaftsdienst räumlich zusammenzufassen, so dass für die Bürgerschaft im Zentralen Neubau eine Aufnahme aller Notfälle aus einer Hand ermöglicht wird.
Die Planung des Zentralen Neubaus konnte dadurch insgesamt verbessert und optimiert werden: Das Gebäude des ersten Bauabschnitt wurde um ein Geschoss verringert und bietet etwa der Neurologie die Chance, übergangsweise schon früher in moderne Räume umzuziehen.

Im Zentralen Neubau werden folgende Stationen und Abteilungen verortet sein: Haupteingang, Anmeldung, Zentrale Notaufnahme und Ärztliche Bereitschaftsdienst Zentrale, Unfallchirurgie, Augen, Anästhesie, Haut, HNO, Gynäkologie, Geburtshilfe, Neonatologie/Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margaret, Gefäßklinik, Stroke Unit/Neuro-Intensiv, Neurologie, Pathologie/Prosektur, Strahlentherapie sowie Serviceflächen, Gebäudetechnik, Komfort-Station und Cafeteria.

Der Zentrale Neubau ist nicht die einzige Baustelle auf dem Klinikgelände. Seit dem 21. Juli baut der Investor des Fachärztezentrums eine Erweiterung seiner Tiefgarage an der Grafenstraße in Richtung Bismarckstraße. Dort entstehen zusätzlich 120 unterirdische Parkplätze für Patienten und Besucher.

Das Klinikum Darmstadt investiert zudem weitere Millionenbeträge in seinen Bestand: zum 1. September 2014 wurde eine zweite neue Intensivstation geschaffen - damit können jetzt im Haus der Maximalversorgung 48 Schwerstkranke intensivmedizinisch bestens betreut und behandelt werden. Zudem wurden in den vergangenen Monaten die Gebäudetechnik - Stromversorgung und Brandschutztechnik - im Untergeschoss der Altbauten, die bestehen bleiben, umfangreich saniert.Neu angeschafft wurde ein PET/CT für eine verbesserte Krebs-Diagnosemöglichkeit für die Patienten in Südhessen. Umgebaut und neu gestaltet wurden auch die Onkologische Ambulanz sowie die Station 20 im Peter-Grund-Bau, damit beginnen wir einen einheitlichen Stationsstandard in der Ausstattung zu definieren. Auch die Zentrale Notaufnahme ist in den vergangenen Monaten umgestaltet worden - das Foyer ist jetzt offener, freundlicher und mit neuen Sitzmöbeln ausgestattet, auch Teile des hinteren Patientenbereichs wurden modernisiert.

Als nächstes wird die rückwärtige Eingangssituation ins Gebäude umgestaltet - rechts neben der Liegendanfahrt für Krankenwagen. Außerdem wird zurzeit ein Bereich für ambulante Operationen geschaffen. "Für den Zentralen Neubau veranschlagt die Klinikum Darmstadt GmbH nach derzeitigem Planungsstand 158 Millionen Euro. In den Kosten sind auch 12,5 Millionen Euro Aufwendungen für neue Medizintechnik und Geräte enthalten. Diese Summe finanziert das Klinikum Darmstadt zu einem Teil über Landesfördermittel in Höhe von 65 Millionen Euro, wofür der Hessische Sozialminister im Dezember 2013 den entsprechenden Fördermittelbescheid übergeben hat. Den verbleibenden Finanzierungsbedarf - auch den in den kommenden Jahren notwendige Millionenbedarf für die Maßnahmen im Bestand - stemmt das Klinikum Darmstadt selbst aus eigener Kraft", so die Geschäftsführer Maurer und Gramminger. (e)
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