Drei Generationen unter einem Dach: Harmonisches Leben wie in einer Großfamilie

"Wir wollten für uns etwas anderes fürs Alter. Einen Ort, an dem wir alt werden können, aber nicht nur unter Alten", so beschreibt die 66-jährige Dietlind Wild ihre Motivation, sich für das Leben in einem Mehrgenerationenhaus zu entscheiden. Drei Generationen im Alter von zwei bis 71 Jahren, insgesamt 30 Menschen, leben gemeinsam mit den Wilds am Bielefelder Heisenbergweg unter einem gemeinsamen Dach - ein "Experiment", das vollauf geglückt ist und auch andernorts Nachahmer finden dürfte. Mit 18 einzelnen Wohnungen ist für die gewünschte Eigenständigkeit und Privatsphäre gesorgt. Zugleich verfügt die Hausgemeinschaft über feste Treffpunkte wie den 50 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum mit großem Esstisch, Küche und gemütlicher Sitzecke oder die Dachterrasse mit Blick über die Stadt.

Wohnungen nach Wunsch

Der Architekt und Stadtplaner Klaus Beck hat das Gebäude genau auf den Zweck, mehrere Generationen unter einem Dach harmonisch zusammenleben zu lassen, zugeschnitten: Aufzüge, sonnige Balkone, aber auch eine barrierefreie Ausstattung der Einheiten gehören dazu. Jede Wohnung wurde zudem individuell zugeschnitten. "Es gab ein ständiges Ringen zwischen den Wünschen der Eigentümer und den baulichen Notwendigkeiten, um die Einheiten in ein gemeinsames Gebäude zu integrieren", sagt Beck. "Bildlich gesprochen war es so, dass ich jede Wohnung wie einen Mosaikstein behauen und diese einzelnen Teile dann wie bei einem Puzzle wieder zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen musste." Durch die hohe Individualisierung der Wohnungen bekommen Besucher des Mehrgenerationenhauses den Eindruck, nicht in einem, sondern in verschiedenen Häusern zu leben.

Eine Wohnform mit Zukunft

Für Klaus Beck steht fest: "Mehrgenerationenhäuser wie hier in Bielefeld sind eine Wohnform mit Zukunft." Denn gesellschaftliche Veränderungen wie der demografische Wandel verlangen nach neuen Wohnformen, die Generationen zusammenführen statt sie zu trennen. "In Mehrgenerationenhäusern kommt der Wunsch nach persönlicher Autonomie auf der einen Seite und dem großen Interesse an einer vertrauten Nachbarschaft auf der anderen Seite zusammen. Das gilt es, architektonisch zu verwirklichen und dabei Optionen für Privatheit sowie für Offenheit und Austausch zu schaffen." Unter www.bielefeld-bewegt.de gibt es weitere Informationen und Erfahrungsberichte. (djd/pt).

Für Bewohnerin Barbara Brune hat das Leben im Bielefelder Mehrgenerationenhaus klare Vorteile: "Man kennt sich besser und kann beispielsweise nach einem Babysitter fragen oder auch, ob jemand vom Einkaufen etwas mitbringt." Wer in einem Mehrgenerationenhaus lebe, erfahre viel von dem Zusammenhalt, der früher Großfamilien ausgemacht habe, ergänzt sie. "Allerdings", fügt Mitbewohnerin Dietlind Wild hinzu, "ist die Bereitschaft zur aktiven Nachbarschaft seitens der Bewohner auch eine Voraussetzung, damit das Zusammenleben funktioniert." Unter www.bielefeld-bewegt.de gibt es mehr Informationen.
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