Südhessen sammeln Unterschriften für mehr Parkmöglichkeiten in ihrem Wohngebiet

Im Neubaugebiet von Mörfelden-Walldorf ist seit ein paar Tagen am frühen Abend ein Autokorso unterwegs. Wenn dutzende Berufspendler, die bei T-Online in Darmstadt, bei der Fraport AG oder der Lufthansa am Flughafen beschäftigt sind, von der Arbeit kommen, beginnt die Jagd auf einen Parkplatz.

Abstellmöglichkeiten für PKWs waren in der eng bebauten Wohnsiedlung schon immer rar. Doch seit ein paar Tagen geht es in der Geschwister-Reiß-Straße und den angrenzenden Gassen besonders eng zu. Denn eine Parallelstraße wird asphaltiert und ist deshalb voll gesperrt. Anrainer, die dort wohnen und bislang parkten, stellen ihre Autos in der Nachbarstraße ab. Wer nach 17 Uhr kommt, hat meistens Pech. Leider lässt die Stadt die Bauarbeiten erst nach Ferienende machen, ein paar Wochen früher wäre die Situation entspannter gewesen. Nun wird dort geparkt, wo eigentlich nicht geparkt werden kann. Die Anwohner tolerieren es, weil es am nächsten Tag einen anderen Stellplatzlosen erwischen könnte.

Doch die derzeitige Verschärfung der Parksituation ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Mieter aus der Geschwister-Reiß-Straße haben jetzt eine Unterschriftenaktion in ihrem Viertel gestartet. In den Bögen, die von Haus zu Haus weitergereicht werden, fordern die Initiatoren die Politiker der Doppelstadt dazu auf, im Interesse der Anwohner zu handeln und eine schnelle Lösung zu finden. Ziel sei es, Abstellmöglichkeiten zu haben und gleichzeitig ausreichend Platz zu lassen für Rettungsfahrzeuge oder die Stadtreinigung. Die meisten der Unterzeichner seien bereit, ein Stück zu Fuß zu gehen.

Die Bürgerinitiative macht auch einen eigenen Vorschlag. So könnte eine der letzten großen Lücken in dem Neubauviertel nicht zugebaut, sondern als Abstellfläche umgewidmet werden. Darüber müssten die Stadtväter von Walldorf entscheiden. In ihre Richtung zielt auch die Unterschriftensammlung der Bürger. Wenn diese nach dem Wochenende beendet sein wird, geht der Bürgerwille in Schriftform an die politischen Fraktionen. Dann wird man sehen, ob sich etwas ändert und möglicherweise unkonventionell gehandelt wird.

Falls die letzte Baulücke in der Siedlung mit weiteren Mehrfamilienhäusern gefüllt wird, dürfte die Situation außer Kontrolle geraten. Nach Informationen unserer Redaktion denken einige langjährige Anwohner über einen Wegzug nach. Obwohl sie in der südhessischen Doppelstadt bleiben wollen. Mit Kind und Kegel – und mit ihren Autos.
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