TGS Raketen starten in den Giesemer Narrenhimmel - Prinzengarde stellt Elferrat in der Fernsehsendung des hr

(Foto: TGS/kram)
 
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Jügesheim. Wer die Gelegenheit nutzen konnte um der Premiere der TGS Karnevalisten beizuwohnen wurde Zeuge einer grandiosen Nacht. Das Motto, „In der Nacht“ wurde mit vielen Sternen umgesetzt, die hell am Giesemer Narrenhimmel erglühen. Ein ums andere Mal zündete Präsident Peter Otto eine Rakete die tausend kleine Sternchen am Firmament erglühen ließ. Die Turngesellen hatten sich vorgenommen das Format zu ändern. Kurze knackige Reden, Tänze, Gesänge, Shows wechselten in atemberaubendem Tempo und hinterließen ein ums andere Mal ein begeistertes Publikum. Dass es den Akteuren gelang die 24 Programmpunkte auch noch kurz nach Mitternacht in ein berauschendes Finale münden zu lassen, war der disziplinierten Regie der Programmmacher und einer ausgezeichneten Technik zu verdanken die Schwerstarbeit leistete. Das begeisterte Premierenpublikum dankte es mit viel Beifall, und wollte mehr.

Doch der Reihe nach. Das Vorspiel zur Einstimmung auf den stimmungsvollen Abend übernahmen Sarah Nix, Nadine Dorschner, Thorsten Baader und Lars Schneider. Die Eisbrecherfunktion war gelungen und erleichterte Präsident Peter Otto mit dem Hofstaat die kurze Begrüßung. Auf das dreifache „Giesem Hellau“ wird in diesem Jahr wegen der Kürze der Kampagne verzichtet. Die Zeiterparnis von 30 Minuten kommt den ausgelassenen Gästen zugute. Überhaupt schien der Präsident bestens aufgelegt und gut zu Recht zu kommen mit dem größeren Programm in der kürzeren Zeit. Ausgelassen der Auftritt der Regenten, Prinz Matthias IV. und Tanja I. (Lehmberg), die ihren zahlreichen befreundeten Kooperationen einen Vorgeschmack auf die Staatsbesuche Tour gaben. Die Prinzengarde war mit ihrer Geschwindigkeit in der Schrittfolge durch nichts zu überbieten. Dass es sich um die schönsten hessischen Mädchen handelt, bekamen sie nicht nur von Peter Otto bestätigt, denn die TGS Formation stellt auch bei der Hessen Weiberfastnacht des hr- Fernsehens erneut den Elferrat. Der Gründer von Giesem, der Gugi Sebastian Mahr
kam als Nachtwächter und glossierte die örtlichen Themen. „Wer sich im Laden informiert, um dann bei Amazon zu bestellen, der darf sich nicht wundern., wenn er beim Spazierengehen nur noch auf geschlossene Läden trifft“ sagte er unter viel Beifall. Die Show der Gugisheimer war frisch, kurzweilig und unterhaltsam inszeniert.

Dass die Giesemer Karnevalisten einem Turnverein entstammen kann man bei den Tanzvorführungen gut erkennen. Immer wieder werden Höchstleistungen und akrobatische und artistische Vorführungen auf die Bühne gezaubert, gleich ob bei der Garde, dem Solotanz von Franziska Mahr bei dem erkennbar wird, dass ganzjähriges Training dahintersteht, ob bei Taktlos oder dem Finaltanz mit den Marionetten. So auch bei der neuen Formation Cupiditas unter Leitung von Sabrina Stark. Eine leidenschaftlich getanzte burleske Revue, die an Moulin Rouge erinnerte. Das Dreigestirn, die Bienen kamen in diesem Jahr als Maulwürfe und waren nur ein Duo. Warum, das soll hier noch nicht verraten werden. Das gesprochene Wort wird hier gewendet und gedreht bis es passt. Rakete gefällig, na klar. Die Giesemer Sing-Sang-Mädels, Sarah Nix, Nina Gröpl, Steffi Weimer und Nadine Dorschner brachten Stimmung in die Aula, in dem sie sich nach Strich und Faden veräppelten mit guten verständlichen Texten und bekannten aktuellen Melodien. Der Giesemer Dentist, Soenke Herzog brachte das Neueste vom Neuen. Mit viel Sprachwitz karikierte er die Welt aus Politik, Sport und die kleinen und großen Unzulänglichkeiten. Rakete! Da ein Großteil der Akteure von En Haufe Leut bereits auf der Bühne in verschiedene Rollen schlüpfen ist die Haufe Leut Show, mit einer Person besetzt zu einer Erfolgstory geworden. Claudia Wenhardt, alias Christine Häberle erklärt ihren Rodgau Living Guide so unnachahmlich witzig, urkomisch mit ihrem schwäbischen Akzent, dass man länger zuhören könnte. Doch nicht in einer kurzen Kampagne. Trotzdem fordert das Publikum eine Rakete. Neu auch Mothers on Move, die es ins Programm geschafft haben. Unter Leitung von Martina Kottmaier und Martina Berg, sind die die Mütter von TGS Jungkarnevalisten aktiv mit einem sehenswerten Schwarzlichtanz. Beifall und Rakete waren der verdiente Lohn. An dieser neuen Tanzformation wird deutlich, dass die Turngesellen es als Familienverein immer wieder verstehen, die ganze Familie in das Geschehen einzubinden. Giesem ist bekannt für die inszenierte politisch literarische Fastnacht. So nahm sich Till Stefan Schmidt Flüchtlingsthemen, den Kölner Hauptbahnhof, DFB, bis hin zur Feststellung, dass in Strom verwandelte Kuhscheiße mehr wert ist als Milch muss geändert werden. „Aber wir schaffen das“.
In diese Kategorie gehört auch die gesungene beißende Satire von Sven Stripling, gleich ob „Jünge, was werden die Deutschen sagen“, oder die abgewandelte Form von Blowing in the Wind mit der er die Presselandschaft auf den Arm nahm. Brandaktuell die Kehlewetzer, die als Sänger mit guten Parodien die Parship Ergebnisse auf die Bühne bringen. „Alle 11 Sekunden verliebt sich ein Single über Parship“. Andere aber auch. Ebenfalls hochaktuell Julien Grimm der seine Community von Facebook aufklärte. Vor allem wie das unterirdische Niveau zustande kommt machte er auf hohem Niveau klar.
Wenn schon über die Wurzeln der Tanzgruppen gesprochen wird, dann gehört auch Taktlos in diese Kategorie. Sie geben auch in diesem Jahr wieder alles. In atemberaubenden Tempo sausen sie über Bühne, Leitern, springen und werfen sich selbst gegenseitig zu. Rakete und Zugabe gewünscht. Na klar doch.
Wer geglaubt hat, er hätte schon alles gesehen sah sich jetzt getäuscht. Ricky´s Pop Sofa von Sandra und Stefan Grimm sowie Matthias Ott stellte alles vorher Dargebotene in den Schatten. Ganz gleich ob Howard Carpendale, Herbert Grönemeyer oder ABBA, sie ließen nichts aus. Es wurden Tränen gelacht. Etwas Verrückteres hat die Aula noch nicht gesehen. Die Rakete und die Zugabe waren obligatorisch. Zeit für die Marionetten unter Leitung von Christopher Sattler, Stephanie Weimer und Stefanie Gröpl. Mottogerecht. Hexen um Mitternacht. Es war alles dabei. Ausgezeichnet inszeniert, herausragende Kostüme, künstlerische Hebefiguren. Der Höhepunkt der Sitzung. Überleitung zum Finale. Zuvor erfolgte die Ehrung mit der silbernen Flamme, die an Antje Frey ging für herausragende Leistungen in der Fastnacht, aber auch in der TGS Kleinkunstbühne. Grandios die neu eingekleidete musikalische Begleitung des Hofstaates, PrOst, mit neuen Musikstücken. Ein Teil des Geheimnisses der Turngesellen: Alle Beiträge kommen aus dem eigenen Haus. Beispielhaft sei dafür genannt, die Hofkapelle Zweiklang unter Leitung von Dieter Duzak, der nicht nur als Hofkapelle den Takt vorgab, sondern auch die Kehlewetzer musikalisch bei ihren Persiflagen begleitete.
Wer sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen möchte. Für die Kostümsitzungen am 16. und 23. Januar gibt es noch Karten im Latte Macchiato. Wer sich das Fundament der Giesemer Fastnacht ansehen möchte: Am 17. und 24. Januar finden um 14 Uhr die Jugendsitzungen auch in der GBS Aula statt. (kram)
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