Vespa – ein Stück Italien

Das Herz schlägt für die Vespa. (Foto: annamartha / pixelio)
Alles beginnt in Südtirol. Beim Frühstück fällt der Blick meines Mannes auf einen kleinen Satz im Hotelprospekt: „Zu den zahlreichen Möglichkeiten, die wir unseren Gästen bieten, gehören zwei Original 50er Vespas. Diese können Sie zu den gewünschten Zeiten gegen eine Stunden-/Tagespauschale reservieren.“ Gesagt, getan. Unmittelbar nach dem Frühstück war er verschwunden, um einige Stunden später mit zerzausten Haaren, glänzenden Augen und hellauf begeistert wieder vor mir zu stehen. Kurz danach steht fest: Dieses italienische Lebensgefühl wollen wir auch! Wieder zurück, beginnt er bundesweit im Internet nach Kleinanzeigen zu suchen und wird natürlich fündig.

Und jetzt gehört sie uns: Die Vespa (lat./ital. für Wespe) der kleine, knatternde und stinkende Motorroller des italienischen Unternehmens Piaggio. Eigentlich aus der Not heraus erfunden, ist er heute der Renner in Italien, aber auch in anderen europäischen Großstädten mit Parkplatzmangel.

Nach dem Krieg musste sich die Firma Piaggio, die bis dahin Flugzeuge gebaut hatte, nach einem neuen Betätigungsumfeld umsehen. Man entschied sich für ein billiges Alltagsfahrzeug. Es sollte mit den vorhandenen Produktionsanlagen zu bauen sein und außerdem sparsam sein, ein gutes Fahrgefühl vermitteln und einfach in der Handhabung sein. Flugzeugkonstrukteur Corradino D'Ascanio entwarf einen Motorroller mit Schubkarrenreifen, Direktantrieb und einem komplett verkleideten Flugzeuganlassermotor als Kraftquelle. Firmenchef Enrico Piaggio fand, das Ding sehe aus wie eine Wespe, auf italienisch "Vespa". Ihr Name wurde am 23. April 1946 zum Patent angemeldet und man begann mit der Serienproduktion. Knapp 100 Kubikzentimeter, 3,2 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h reichten vollauf, um auf schlechten Straßen komfortabel unterwegs zu sein. Als erstes importierte die Schweiz Vespas im Jahr 1947 und ab 1950 gab es die Vespa aus den Werkstätten der Gebrüder Hoffmann aus Lintorf bei Düsseldorf, die ab dem Frühjahr 1950 Vespa-Modelle für den deutschen Markt fertigten. Die Motorroller, die noch heute produziert werden, haben Kultstatus erreicht. So gibt es Vespaclubs, Scooterruns sowie diverse, lebhafte Internetforen, die sich ausschließlich um das Thema Vespa drehen.

Weit über die Grenzen Italiens hinaus ist die Vespa bis heute ein Begriff für Lebensfreude, Mobilität und Design und nicht nur eingefleischte Vespafans verbinden mit diesem absoluten Liebhaberstück Urlaub, Sonne und Italien.
1 Kommentar
552
Harald Schlapp aus Darmstadt | 10.08.2011 | 11:40  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.