Auf den Spuren der Vergangenheit - Besuch des Kloster Lorsch

Ein Teil der Griesheimer Senioren im Klostergarten. HeLi-Bild (Foto: Helga Lischka (HeLi-Bild))
 
Ein Teil der Griesheimer Gruppe vor der Torhalle. Links Wanderführer Heinz Schupp. HeLi-Bild (Foto: Helga Lischka (HeLi-Bild))
Die Senioren des Odenwaldklubs Griesheim begaben sich bei ihrer Junifahrt auf historische Spuren. Bei strahlendem Sonnenschein brachte der vollbesetzte Bus die Griesheimer zur Welterbe Stadt Lorsch an die Bergstraße. Die Wanderführung hatte die Fahrt ausgesucht und geplant auch im Hinblick auf die 850jährige Erwähnung des Ortes Griezheim in der Schenkungsurkunde des Kaisers Friedrich I. genannt Barbarossa an das Kloster Bronnbach im lieblichen Taubertal.
Griesheim hat aber auch eine direkte Verbindung zu Lorsch. In einer Urkunde des Lorscher Codex wird erwähnt, dass eine der ursprünglichen Siedlungen die Wohnstätte Haselaha (sie befand sich in der Höhe des heutigen Wasserwerkes) eine Schenkung an das Kloster war. Nach der Urkunde aus dem Jahre 804 schenkten Zeiso und seine Ehefrau Helmsunit zu ihrem Seelenheil dem Kloster Lorsch die Ansiedlung Haselaha mit Gebäuden und allem Zubehör.
Lorsch wurde vergangenes Jahr 1250 Jahre alt und ist gelebte Geschichte auf Schritt und Tritt. Eng verbunden ist die Geschichte Lorschs natürlich mit der Entwicklung des Klosters: Fast ein halbes Jahrtausend lang war das Reichskloster Lorsch ein religiöses, kulturelles, wirtschaftliches und machtpolitisches Zentrum. Zum Kloster und Wallfahrtsort zogen Kaiser und Könige, Erzbischöfe und Fürsten. Ungezählte Male gab es hier "Gipfeltreffen auf höchster Ebene", mit allem Prunk und aller Pracht, die das frühe Mittelalter aufzubieten hatte.
Die Geschichte des Klosters Lorsch ist von den Anfängen 764 bis zum Ende seiner Existenz mit dem Dreißigjährigen Krieg, etwa 800 Jahre später, erstaunlich, spannend und wechselvoll. Sein steiler Aufstieg verdankt sich mehreren klugen Schachzügen der Klosterleitung: Früh schon sicherte man sich Reliquien des Heiligen Nazarius. Und ebenso bald begriff man, dass man die rasch reich gewordene Benediktinerabtei klugerweise unter den Schutz des Königs und späteren Kaisers Karls des Großen persönlich stellen musste, wollte man politische Begehrlichkeiten vermeiden und das prosperierende Kloster sichern. Grundherrschaft, Baugeschichte und Geisteswissenschaften sind die drei Pfeiler, auf denen die herausragende Bedeutung ruht, die dem ehemaligen Reichskloster Karls des Großen bis heute zugeschrieben wird.
Aus Anlass des Jubiläums wurde die gesamte Innenstadt von Lorsch sowie die Klosteranlage neu und nach den alten Plänen wieder gestaltet. Spannend fanden es die Griesheimer, dass im Augenblick im Bereich der Torhalle und davor Ausgrabungsarbeiten stattfinden.
Viele zog es auch in den neu angelegten Klostergarten, der nach dem Lorscher Arzneibuch, das aus der Zeit Karls des Großen stammt, Pflanzen beherbergt, die schon um 800 als Heilpflanzen bekannt waren. Das Lorscher Arzneibuch wurde 2013 in das UNESCO Memory of the World aufgenommen, markiert es doch den Beginn der wissenschaftlichen Medizin im westlichen Europa.
Zur gemeinsam Schlussrast trafen sich die Senioren im Back – und Brauhaus Drayß in der Innenstadt von Lorsch, ein Gasthaus mit Tradition, erstmals erwähnt 1286.
Auf der Rückfahrt dankte Renate Stößel der Wanderführung für diese interessante und informative Fahrt. Die nächsten Termine sind: 17. Juni Stammtisch (ab 18 Uhr) Gaststätte Viktoria; 20 Juni Abendwanderung (Treffpunkt 17 Uhr) am Haus Waldeck zur Wanderung durch den Erholungswald. Schlussrast im Caféhaus Waldeck; 12. Juli Wanderung von Niederberg nach Großostheim. Anmeldung ab sofort bei Fam. Hirsch, Tel. 3306. Gäste sind herzlich willkommen.rs
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