Sehenswürdigkeiten in Südhessen: Schloß Heiligenberg Jugenheim
Schloß Heiligenberg steht östlich von Jugenheim einem Ortsteil von Seeheim-Jugenheim, etwa zwölf Kilometer südlich von Darmstadt, auf dem Heiligenberg, von dem man einen wunderbaren Blick über die Rheinebene bis in die Pfalz hat.
Das Schloß erreicht man in Serpentinen wenn man von Jugenheim aufsteigt und etwa einen Kilometer fährt. Nach einigen Windungen der sich nach oben schraubenden Allee sieht man durch die Bäume das klassizistische Schloss Heiligenberg. Das Landgut wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Großherzogin Wilhelmine ließ es durch Georg Moller dem Darmstädter Architekten und Stadtplaner zu einem Schloß erweitern. Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt (1823–1888), der dritte Sohn von Großherzog Ludwig II. und seiner Gemahlin Wilhelmine lebte seit 1952 meist in Darmstadt oder auf Schloß Heiligenberg. Alexander hatte 1851 Julia Hauke, eine Hofdame seiner Schwester Maria Alexandrowna der Zarin von Russland, morganatisch, also nicht standesgerecht, geheiratet. Alexanders Bruder, Ludwig III. von Hessen-Darmstadt, erhob die unstandesgemäße Schwägerin zur Fürstin von Battenberg. Das Grafengeschlecht derer von Battenberg war 1310 ausgestorben und wurde als Namen der Nachkommen von Alexander und Julia genutzt. Das Schloß wurde beiden überschrieben und wurde damit zum Stammschloß des Geschlechts der Battenberg beziehungsweise die englisch abgewandelte Form der Mountbattens. Prinz Philip, Gatte der Queen, entstammt diesem Geschlecht. Die Kinder und Enkel der beiden tragen auch heute den Namen „Mountbatten-Windsor“. Auf Grund der weitreichenden dynastischen Verbindungen der Familie war das Schloss bis 1914 Mittelpunkt regelmäßiger Besuche des russischen Zarenpaares und Treffpunkt von Königen, Fürsten und Diplomaten.
Die Parkanlage, welche das Schloss umgibt, wird zwar heute nicht mehr in besonderem Maße landschaftsgärtnerisch betreut, aber der aufmerksame Besucher wird kaum den stattlichen Mammutbaum (Sequoioideae) vor dem Hauptgebäude übersehen können. Auch Ginkgobäume und andere bis heute exotische Pflanzen kann das geübte Auge erkennen. Der ursprüngliche Park überspannte eine viel größere Fläche als das heutige eingezäunte Areal.
In unmittelbarer Umgebung befinden sich die Reste eines kleinen Nonnenklosters, das vermutlich an der Stelle eines befestigten Herrenhofes aus dem 11./12. Jahrhundert errichtet wurde und von 1263 bis 1413 bestand. Es wird angenommen, dass Konrad II. von Bickenbach und seine Frau Ruda von Falkenstein das Kloster stifteten. Es beherbergte nur wenige Nonnen. 1413 wurde es aufgehoben. Die kleine Klosterkirche wurde vermutlich noch ein Jahrhundert lang benutzt. Das Kloster verfiel, die Ruine ist noch heute zu besichtigen. Direkt daneben steht die Zehntlinde, die an die 800 Jahre alt sein dürfte und wohl zu den ältesten Lindenbäumen in Deutschland zählt. Vom 13. bis 16. Jahrhundert tagte hier das Zentgericht.
Das Goldene Kreuz wurde 1866 zum Gedenken an Großherzogin Wilhelmine (1788-1836) von ihren Kindern errichtet und von ihren Kindern am 28. Mai 1866 eingeweiht. Es steht auf einem Sockel aus schwarzem Syenit und ist etwa sieben Meter hoch. Mit seiner Blattvergoldung ist es von weitem aus der Rheinebene zu sehen. Neben dem Kreuz steht das 1894 fertiggestellte Mausoleum der Familie "von Battenberg". Es wurde für Prinz Alexander und seine Gemahlin Julia (1825-1895) errichtet. Die Stammeltern des Geschlechts Battenberg/Mountbatten ruhen in den Gräbern neben dem Goldenen Kreuz. Kreuz und Mausoleum sind nur nach Voranmeldung zu besichtigen.

