Vortrag „Das Lernen lernen“ in der GHS

v.l.n.r. obere Reihe: Nadine Oepen (Referentin), Karlheinz Langen (SEB Kassen-/Pressewart), untere Reihe: Juliane Knechtel (SEB Vorsitzende), Doris Krumpholz (Mitglied der Schulleitung der GHS) (Foto: Bildrechte: Henry Langen, Griesheim)





Lerncoach Nadine Oepen hielt Fachvortrag für Eltern und Schüler

Griesheim. Zum Thema „Das Lernen lernen“ hatte der Schulelternbeirat (SEB) der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) am 12.03.2018 in die Aula eingeladen. Der kostenlose Vortrag richtete sich gezielt an die Eltern von Schülern aller Klassenstufen. Der Einladung waren ca. 60 interessierte Eltern der Griesheimer Grundschulen und natürlich der GHS gefolgt, die auch ihre Kinder ab Jahrgangsstufe 8 mitbringen konnten.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die SEB-Vorsitzende Frau Knechtel sowie Frau Krumpholz von der Schulleitung stieg die Referentin Nadine Oepen vom LBV Lernen e.V. gleich mit einigen praktischen Übungen in das Thema ein. So sollten die Zuhörer gleich zu Beginn mit ihren Händen Fäuste bilden. Diese Aktion kommentierte der Referentin mit den Worten: „Ihr Gehirn ist so groß wie ihre beiden Fäuste. Auch wenn ich da verstohlene Blicke zu den Nachbarn gesehen habe: Sie können beruhigt sein. Wir nutzen die Kapazität unseres Gehirns bei weitem nicht aus.“ Die Funktion der beiden Gehirnhälften wurden anschließend kurz erläutert. Die Hürden des Lernens seien, das neue Wissen vom Ultrakurzzeit- über das Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu transportieren. Wenn Kinder - aber auch Erwachsene - Schwierigkeiten beim Lernen haben, liege das in den meisten Fällen nicht an der kognitiven Leistungsfähigkeit, sondern an Motivation oder Lernmethoden. Frau Oepen fasste zusammen: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“
Ordnung und Struktur helfen beim Lernen. Zur Verdeutlichung ließ die Referentin das Publikum 20 Begriffe von einem Zettel auswendig lernen. Nach zwei Minuten fragte sie ab. In einer Gruppe konnten fast alle Begriffe in der richtigen Reihenfolge genannt werden. Deren Teilnehmer hatten einen Zettel bekommen, auf dem die Worte in Gruppen nach inhaltlichen Themen gegliedert waren. Die Teilnehmer, denen dies nicht gelang, hatten einen Zettel erhalten, auf dem die Worte ohne Struktur aufgelistet waren.
Wie wichtig Struktur ist, zeigte sich anschließend an zwei typischen Lerninhalten. Es galt Strukturen zu finden, um sich die Flüsse in Deutschland zu merken. Bei den unregelmäßigen englischen Verben fehlt offensichtlich jede Struktur, was das Erlernen schwer macht. Bei genauerer Betrachtung kann man jedoch fünf Muster erkennen, mit deren Hilfe man sie in fünf Kategorien gliedern kann: „Hühner-“, „Katzen-“ „Ochsenfrosch-“, „Laubfrosch-“ und „Echo“-Verben bringen Ordnung ins vermeintliche Wirrwarr.
Neben der Struktur liegt das Geheimnis des Lernens in der Wiederholung. Stellen sie sich das Gehirn wie eine riesige Lagerhelle vor. Wenn man da nicht regelmäßig reinschaut und Inventur macht, weis man bald nicht mehr wo etwas liegt.
Eine gängige Vorgehensweise zum Vokabel lernen ist die Karteikasten-Methode. Wichtig dabei ist, dass man kleine Lernpäckchen packt und nach einer Lerneinheit mindestens 20 Minuten entspannt. PC-Spiele oder Fernsehen mit ihren Reizfluten stören die Abspeicherphase, die das Gehirn braucht, um die Informationen ins Langzeitgedächtnis zu legen.
Obwohl die meisten Kinder unterschiedliche Lerntypen in sich vereinen, können Eltern ihre Kinder zielgerichtet beim Lernen unterstützen, wenn sie die Bedürfnisse der vier Lerntypen kennen. Der logisch-abstrakte, der sicherheitsliebende, der emotional und der kreativ-chaotisch Lerntyp benötigen unterschiedliche Bedingungen, Methoden und Ansprache, um beim Lernen Erfolgserlebnisse zu erzielen.
Nach dem zweistündigen Vortrag waren sich die Zuhörer einig: Es war eine sehr gelungene und abwechslungsreiche Präsentation, die immer wieder die Zuhörer einbezog. Mit einer Portion „Humor und Augenzwinkern“ machte Frau Oepen „Das Lernen lernen“ zu einer kurzweiligen Veranstaltung.
Die Referentin Nadine Oepen hat als zertifizierter Lerncoach langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern. Zudem ist sie als Kommunikationstrainerin für Erwachsene tätig.
Der LBV Lernen e.V. ist ein gemeinnütziger Verein aus Berlin, der sich der Förderung von Bildung verschrieben hat und sich deutschlandweit für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzt. Näheres erfahren Sie unter: http://www.lvb-lernen.de (kl)
1 Kommentar
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Ottmar Haller aus Roßdorf bei Darmstadt | 16.03.2018 | 16:31  
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