DDR-Opfer-Hilfe spricht bei Kundgebung für Erhalt der East Side Gallery in Berlin

Ellen Rappus von der DDR-Opfer-Hilfe e.V.: "Mauer gehört zu Berlin wie die Freiheitsstatue zu New York". (Foto: de.indymedia.org (Maxe))

Ellen Rappus: „Das Mauerdenkmal gehört zu Berlin wie die Freiheitsstatue zu New York“

Die bekannte TV-Schauspielerin Ellen Rappus, die sich im DDR-Opfer-Hilfe e.V. engagiert, spricht am Sonntag (14. April 2013) auf der Kundgebung „Ersatzgrundstück JETZT.ERST.RECHT“ in Berlin. Die Veranstaltung beginnt um 14.00 Uhr.

Auf Einladung des Bündnisses „East Side Gallery retten“ wird DDR-Opfer Ellen Rappus erläutern, warum das Mauerdenkmal nicht abgerissen werden darf. Auf der Bühne kommen auch Abgeordnete zu Wort, die sich in einer Resolution gegen die Bebauung des früheren Todesstreifens an der Spree ausgesprochen haben. Auch der frühere DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann und heutige Chef der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur will zur Kundgebung erscheinen.

Ellen Rappus, DDR-Opfer-Hilfe e.V., sagt laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript: "Unser Schicksal als ehemals politisch Verfolgte der DDR muss Verpflichtung sein. Wir fordern vom Berliner Senat und dem Abgeordnetenhaus, dass dieses geschichtsvergessene Treiben hier beendet wird. Die East Side Gallery muss bleiben! Dieses Mauerdenkmal gehört zu Berlin wie die Freiheitsstatue zu New York. Hier an der Spree wurden Menschen vom SED-System erschossen, nur weil sie diese Mauer überwinden und in die Freiheit wollten. Heute will ein mutmaßlicher Stasi-Spitzel dieses Mauerdenkmal abreißen, also die Geschichte ausradieren und Luxuswohnungen bauen. Wir rufen die Berlinerinnen und Berliner auf: Unterschreiben auch Sie die Petition gegen die Bebauung des ehemaligen Todesstreifens. 86.000 Unterschriften sind bereits zusammengekommen. In Anlehnung an den früheren Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter rufen wir allen Demokraten zu: Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!"

Ellen Rappus ist Überlebende des Holocaust. In der DDR wurde sie einem breiten Publikum als Schauspielerin bekannt. Legendär sind ihre Auftritte in der TV-Serie „Polizeiruf 110“. Aufgrund ihres Ausreiseantrages wurde sie von der Stasi verfolgt und verlor ihre Engagements, so am Schauspielhaus Leipzig.

Nach langer Zeit der Repression durfte sie nach Westberlin übersiedeln. Auch in der Bundesrepublik ist sie als Schauspielerin tätig. Durch TV-Serien wie „Liebling Kreuzberg“ (ARD), „Praxis Bülowbogen“ (ARD), „Unser Lehrer Dr. Specht“ (ZDF), „Für alle Fälle Stefanie“ (SAT1) und andere erwarb sie sich auch den Zuspruch des Westpublikums.

Heute engagiert sich Ellen Rappus ehrenamtlich im Vorstand des DDR-Opfer-Hilfe e.V. und ist Ansprechpartnerin für ehemals politisch Verfolgte der SED-Diktatur, die Hilfe suchen.

Die DDR-Opfer-Hilfe vertritt die Interessen ehemals politisch Verfolgter sowie deren Angehörigen und bietet ihnen sowie Sympathisanten eine Heimat. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.ddr-ofer-hilfe.de.
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