Der Gemeindevorstand Münster – ein Porträt: Bürgermeister Gerald Frank im Interview

Münster. Woche für Woche tritt im Rathaus unter der Leitung von Bürgermeister Gerald Frank (SPD) der Gemeindevorstand zusammen, um die Geschäfte der Verwaltung entsprechend den Vorgaben der Gemeindevertretung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel abzuwickeln. Neben dem Bürgermeister gehören dem Gemeindevorstand sieben weitere ehrenamtliche Beigeordnete an. Dies sind Norbert Schewe (CDU, Erster Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters), Gerhard Dahms (SPD), Artur Franke (CDU), Elisabeth Happel (SPD), Michael Krause (CDU), Jan Stemme (ALMA) und Peter Waldmann (CDU). Als Schriftführer ohne Stimmrecht fungiert Hauptamtsleiter Volker Gilbert. Alle Mitglieder werden in einem Porträt vorgestellt.
Als Abschluss der Porträtreihe der Mitglieder des Gemeindevorstandes stellte sich Bürgermeister Gerald Frank, der die wöchentlichen Treffen des Gremiums leitet, für ein Interview zur Verfügung, das seine Aufgaben als Bürgermeister und als Teil des Gemeindevorstandes beleuchtet.
Frage: „Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit des Gemeindevorstandes?“

Bürgermeister Gerald Frank: „Wir sind ein Kollegialorgan und treffen nahezu alle Entscheidungen einstimmig. Es ist wohltuend, hier ganz ohne Parteiendisput auszukommen und zu erleben, wie respektvoll miteinander umgegangen wird.“
Frage: „Welche Herausforderungen gilt es für Sie derzeit zu stemmen?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Natürlich spielen die Finanzen eine große Rolle. Wir müssen zusehen, so schnell wie möglich zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen. Ich habe schon bei meiner Antrittsrede gesagt, dass das der Quadratur des Kreises gleicht. So steht jetzt der Ausbau des Kindergartens Im Rüssel an, was auch noch zusätzliche Personalkosten mit sich bringt. Dann sind da die teuren Brandschutzvorgaben in jeweils sechsstelligen Eurobeträgen für das Storchenschulhaus und das Gustav-Schoeltzke-Haus zu finanzieren, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gleichzeitig suchen wir nach Einsparmöglichkeiten, erstmal da, wo es nicht weh tut. Über das gesamte Gemeindegebiet sind Blumenkübel verteilt, deren Pflege etwa 300 Euro pro Stück und Jahr kostet, was sich bei 50 Stück auf 15.000 Euro pro Jahr summiert. Jetzt prüfen wir, welche Kübel entfernt werden können. Toll wäre es auch, wenn sich Bürger melden würden, um die Patenschaft für einen der Kübel zu übernehmen. Auf dem Rathausplatz wurden schon die Blumenkübel aus Waschbeton entfernt. Einsparung: 3.800 Euro. Das sind erste kleine Schritte, mit denen wir Geld einsparen können.
Frage: „Welche Maßnahmen stehen für den Rathausplatz an?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Zunächst einmal haben wir kurz vor Weihnachten den Brunnen mit einer Bühne überbaut, die für Feste genutzt werden kann. Den Weihnachtsmarkt hat sie schon belebt. Nun freuen wir uns, dass sie für das Fest am 3. Juli, bei dem wir die Partnerschaft mit der italienischen Stadt Lastra a Signa in der Toskana feiern wollen, bereit steht. Am 13. Juni werden wir im Sitzungssaal des Rathauses einen Bürgerworkshop zur Neugestaltung des Rathausplatzes veranstalten. Dabei sind mir die Anregungen der Bürger besonders wichtig, denn sie sollen sich mit diesem Platz identifizieren.
Frage: „Bürgernähe ist Ihnen sehr wichtig, wie setzen Sie diese ansonsten konkret um?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Zum einen haben wir bereits die gut besuchten Bürgerworkshops durchgeführt, die zu den Themen „Neubaugebiet Altheimer Straße“ und „Sportzentrum / Bebauung am Mäusberg“ auf große Resonanz gestoßen sind. Dies verfolgen wir – wie gesagt - mit dem Thema „Rathausplatz“ weiter. Zudem richte ich neue Bürgersprechstunden ein: Startschuss ist am Samstag, 9. Mai, um 10 Uhr auf dem Rathausplatz. Nach dieser Open-Air-Premiere werde ich jeden zweiten Freitag im Monat von 14 bis 15 Uhr im Foyer des Rathauses Münster anzutreffen sein und an jedem vierten Freitag im Monat von 14 bis 15 Uhr im ehemaligen Altheimer Rathaus. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nur wer konkrete Themen erörtern möchte, sollte das vorab kurz ankündigen, damit eine entsprechende Vorbereitung erfolgen kann.
Frage: „Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit als Bürgermeister besonders viel Freude?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Ich gehe gerne zu den Menschen und mag den direkten Kontakt mit ihnen. Dazu zählen auch die Besuche anlässlich von Geburtstagen unserer Mitbürger von 80, 85, 90, 95 und 100 Jahren und von Jubiläen wie goldenen Hochzeiten. In diesem Jahr sind es insgesamt 206 Termine. Leider kann ich aufgrund anderer unaufschiebbarer Termine nicht überall hingehen. Ich bin froh, dass mich dann Norbert Schewe oder ein anderes Gemeindevorstandsmitglied vertritt.
Frage: „Wie definieren Sie Ihr Amt als Bürgermeister?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Der Bürgermeister hat so etwas wie Richtlinienkompetenz. Er kann Themen platzieren. Er kann – allgemein gesagt - dank der Kraft des Amtes hier Akzente setzen und dort moderieren, wo es unterschiedliche Interessenslagen gibt. Im Zusammenspiel mit Gemeindevorstand und Gemeindevertretung gilt es für Balance zu halten: Zwischen den Wünschen und Erwartungen der Bürger, den finanziellen Gegebenheiten und den vorhandenen Ressourcen hier im Rathaus. Die Mitarbeiter leisten sehr viel und ich bin froh über ihre Kompetenz und Einsatzbereitschaft. Um nur ein Beispiel von vielen aufzugreifen: Die Kollegen von der Bauabteilung befassen sich beispielsweise derzeit über ihre normalen Tätigkeiten hinaus noch mit dringenden Themen wie dem Neubaugebiet „An der Altheimer Straße“, dem Mäusberg, dem Sportzentrum oder auch Bauanträgen wie für den Umbau des Kaufhauses/Hotels am Rathausplatz. Hier wird vieles geleistet, was den Bürgern verborgen bleibt. Ähnliches gilt für die übrigen Abteilungen auch.
Frage: „Wie entspannen Sie sich und gestalten Ihre Freizeit?“
Bürgermeister Gerald Frank: „Wenn ich Zeit habe, fahre ich Rad oder gehe joggen, ganz besonders gerne in unserem Naturschutzgebiet in den Hergershäuser Wiesen. Natürlich verbringe ich auch gerne Zeit mit meiner Familie oder mit Freunden. Sehr gerne nehme ich auch das kulturelle Angebot unserer Vereine wahr, das sich auf bemerkenswertem Niveau bewegt. Das ist mehr als nur Trost dafür, dass mir viel zu wenige Gelegenheiten für Theaterbesuche bleiben.
Frage: „Was ist Ihnen zukünftig ein hervorgehobenes Ziel für Münster?“

Bürgermeister Gerald Frank: „Eine Notwendigkeit ist, dass wir ein zukunftsorientiertes Konzept zur Ortsentwicklung bekommen! Sie muss weiter vorangebracht werden, damit Münster floriert. Der demographische Wandel weist uns ganz klar den Weg. Beispielsweise brauchen wir nicht nur für die wachsende Zahl unserer Senioren, sondern auch für wachsende Zahl der Singles und Alleinerziehenden bedarfsgerechten Wohnungsbau. Damit müssen wir umgehend anfangen und nicht warten, bis es zu spät ist. Die städtebauliche Entwicklung des Mäusbergs ist hier von herausragender Bedeutung für die Innenentwicklung des Ortes. So eine einzigartige Chance müssen wir nutzen. Eine weitere Schlüsselaufgabe ist die Wirtschaftsförderung und damit die Förderung von Handwerk und Einzelhandel vor Ort, mit dem Ziel, unsere Unternehmen zu stärken, damit sie Arbeitsplätze sichern und neue schaffen sowie auch die Gewerbesteuereinnahmen erweitern. Das brauchen wir, um unsere sozialen Aufgaben in der Kinder- und Jugendförderung, der Kinderbetreuung in den Kitas und auch für die Senioren erfüllen zu können. (Gemeinde Münster)
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