Kündigung des Generalmusikdirektors nicht akzeptiert

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst wird die eingereichte Kündigung des Dienstvertrags des Darmstädter Generalmusikdirektors Constantin Trinks nicht akzeptieren. Zur Wahrung der Rechte und Interessen des Staatstheaters und seines Publikums wird deswegen vorsorglich beim zuständigen Bühnenschiedsgericht eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden.

„Aus meiner Sicht hat Herr Trinks zurzeit keinen außerordentlichen Grund, seinen bis 15. August 2014 laufenden Vertrag zu kündigen“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann heute in Wiesbaden. „Ich habe alles getan, damit er seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen kann. Dazu gehört auch das Aufstellen klarer Regeln für den Intendanten zur Einhaltung der Rechte des Generalmusikdirektors und die Berufung eines neutralen Obmannes.“

Als besonders befremdlich empfinde sie es, dass die im persönlichen Gespräch mit ihr von Constantin Trinks geäußerte Absicht, an einer Lösung des Konflikts mitwirken und seinen Vertrag erfüllen zu wollen, nun plötzlich nicht mehr gelten solle. Ebenso verwunderlich sei es, dass Trinks mit seiner öffentlichen Kündigung dem Staatstheater Darmstadt weiteren Schaden zuzufügen im Begriff sei, anstatt sich für eine Lösung einzusetzen.

Trinks habe es vielmehr strikt abgelehnt, seine geplanten Gastierverpflichtungen von insgesamt fünf Monaten in der nächsten Spielzeit in Einklang mit den Bedingungen seines Dienstvertrags zu bringen. Dieser sieht – unter Ausschluss der fast zweimonatigen Theaterferien – eine Residenzpflicht von sieben Monaten vor. Seine Vorbedingung für Verhandlungen, den Opern-Spielplan diesen auswärtigen Verpflichtungen anzupassen, ist absolut unannehmbar.

Auch das Angebot einer fachlich begleiteten Mediation habe Trinks nicht angenommen. Dass er nun kurz vor Beginn der neutralen Prüfung durch Staatssekretär a.D. Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff seinen Vertrag kündigt, deutet nach den Worten der Ministerin darauf hin, dass ihm an einer Aufarbeitung der Vorgänge überhaupt nicht gelegen ist: „Offensichtlich erscheinen ihm Angebote anderer Häuser so attraktiv, dass er der Vertragserfüllung in Darmstadt keine Priorität mehr einräumt.“
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.