Offenbach will weitere Millionen für bessere Kinderbetreuung ausgeben

Die Stadt Offenbach arbeitet weiter am Ausbau einer bedarfsgerechten Kinderbetreuung. Demnach sollen im kommenden Jahr insgesamt 350 zusätzliche Plätze für Klein- und Vorschulkinder sowie für Grundschüler geschaffen werden.

Zum 1. Juli 2013 sollen Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch für unter Dreijährige erhalten. Doch in Offenbach ist man sich ziemlich sicher, dass dies nicht reichen wird. Bürgermeisterin Birgit Simon strebt zusammen mit dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) eine Versorgungsquote von 45 Prozent an. Doch die wird bis 2013 nicht zu schaffen sein. 122 U3-Plätze sind in diesem Jahr hinzu gekommen. Im kommenden Jahr sollen sie um weitere 100 steigen. Jeder U3-Platz kostet jährlich rund 9650 Euro. 2012 steigen die Kosten demnach um 965.000 Euro. „Wir müssen abwarten, wie sich die Nachfrage tatsächlich entwickelt“, sagt Bürgermeisterin Simon.

Statt die Kommunen zu entlasten, hat das Land Hessen die Situation weiter erschwert: durch den Erlass der Mindestverordnung, wonach U3-Gruppen nur noch zehn Kinder umfassen dürfen. Der Platzbedarf wurde durch die Verordnung weiter erhöht. Im Namen einiger Städte hat der hessische Städtetag Grundrechtsklage erhoben, um eine finanzielle Beteiligung des Landes an den Kosten nach dem „Wer bestellt, bezahlt“-Prinzip zu erwirken.

Aktuell gibt es Ganztagsklassen laut Hermann Dorenburg an fünf Offenbacher Schulen. Mitunter bestünden sogar zwei Klassen pro Jahrgang. An einigen Schulen seien die räumlichen Kapazitäten allerdings so begrenzt, dass ein weiterer Ausbau nicht möglich sei. Deshalb werde es weiterhin auch traditionelle Hortplätze sowohl in städtischen als auch in freien Kindertagesstätten geben.
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