Ronald Lässig referierte auf Publishers' congress über elektronische Medien

Der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Ronald Lässig referierte auf dem Publishers' congress in Hamburg über die Entwicklung der elektronischen Medien in Deutschland im Zeitalter der Digitalisierung. (Foto: Ronald Lässig)
Rasante Entwicklung der elektronischen Medien
Der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Ronald Lässig hat auf dem Publishers' congress in Hamburg über die Entwicklung der elektronischen Medien in Deutschland im digitalen Zeitalter referiert. Die medienökonomischen Probleme müssten zuallererst gelöst werden, damit die kommunikative Infrastruktur unseres vielfältigen Mediensystems auch für künftige Generationen gesichert werden könne, sagte Lässig. Dabei stünden auch die Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie die in den Landesmedienanstalten vor neuen Herausforderungen. Das ergebe sich schon aus der Digitalisierung der Medienlandschaft und der sich rasant entwickelnden neuen Medien. "Programm on demand" sei gerade für junge Leute heute der Regelfall, und zwar über das Internet. Während im terrestrischen Zeitalter die Lizensierung von Programmen durch den Staat regulierbar gewesen sei, könnten die Anbieter heute via Netz, Satellit oder digital Programme von überall her in gewünschte Gebiete oder auf ausgewählte Zielgruppen einstrahlen. Deshalb sollten sich insbesondere die Landesmedienanstalten in der Umsetzung ihres gesetzlichen Auftrages neu definieren.
Regulierung muss neu definiert werden

Unter der Regulierung von Medien müsse heute mehr als zuvor die Erziehung der jungen Generation zu medienkompetentem Verhalten verstanden werden, fordert Lässig. Der 44-jährige, der 2010 für sechs Jahre in das Aufsichtsgremium der Sächsischen Landesmedienanstalt entsandt und dort zum Vizechef des Ausschusses für Grundsatzfragen gewählt wurde, möchte dazu beitragen, dass in Sachsen noch mehr entsprechende Akzente gesetzt werden. Die Landesmedienanstalt dort sei in Sachen Medienkompetenzprojekte bereits auf einem beispielgebenden Weg, betont Lässig. So sei mit den SAEK, den Ausbildungs- und Erprobungskanälen, ein flächendeckendes Angebot im Freistaat Sachsen geschaffen worden, um in allen Altersgruppen medienkompetentes Verhalten zu stärken und Menschen den Weg in die neue Kommunikationswelt überhaupt erst zu öffnen. Das zeige, Politik könne einen sinnvollen Rahmen setzen, um solche Programme auch finanzierbar zu halten, sagt Lässig. Auch dabei gehe es um betriebswirtschaftliche Strategien. Darüber werde sichergestellt, dass die gesellschaftlich wünschenswerten Leistungen der Medien nicht in Gefahr gerieten. Internetradios, social media und zahlreiche Privatsender überfluteten heute den Markt mit Programm und Information. Die Selektion sei für den Konsumenten deshalb wichtiger als noch vor zwanzig Jahren.
Das duale System hat sich bewährt
Das Nebeneinander aus öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk in Deutschland, das sogenannte duale System, habe sich über Jahrzehnte bewährt, sagt Lässig. Künftig werde es darauf ankommen, die Bestandsgarantie, die das Bundesverfassungsgericht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk festgeschrieben habe, zukunftssicher zu gestalten. Dabei seien nicht nur die Intendanten, sondern auch die Medienpolitiker im Bund und in den Ländern in der Verantwortung. Nicht auf die Quantität dieser Programme oder gar Werbeeinnahmen dürfe es ankommen. Auch die Zuschauer- oder Hörerzahlen sollten nur bedingt ein Argument sein, betont Lässig, wenngleich er einräumt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in einem Spannungsfeld zwischen Auftrag, Quote und Gebühr agierten. Allerdings schöpften ARD und ZDF ihre Existenzberechtigung auch und vor allem aus der Qualität der Sendeangebote. Deshalb sollten noch mehr als bisher sogenannte Spartensendungen aus den Spartenkanälen in die Hauptprogramme von ARD und ZDF verlegt und überdies mehr für junge Zuschauer getan werden. Dann könnte es auch gelingen, das Konsumentenalter zu senken. Es liege derzeit im Schnitt bei 60 Jahren. Und das sei nicht gerade zukunftsweisend für die öffentlich-rechtliche Perspektive.
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