Netzwerk engagiert sich gegen multiresistente Erreger: MRE-Netzwerk Südhessen gründet sich

Mit einer Auftaktveranstaltung im Darmstadt-Dieburger Kreistagssitzungssaal am Mittwoch (15.) hat sich das MultiResistenteErreger (MRE)-Netzwerk Südhessen gegründet. Der Einladung von Darmstadt-Dieburgs Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück, die derzeit Verbandsvorsitzende des Gesundheitsamtes für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg ist, waren Darmstadts Bürgermeister Rafael Reißer, Landrat Dietrich Kübler, Odenwaldkreis, der Beigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Gerald Kummer und der Kreisbeigeordnete des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf, gefolgt. Als Gründungsmitglieder nahmen Vertreter der Gesundheitsämter, Kliniken und Rettungsdienste aus Südhessen teil. In dem Netzwerk schließen sich Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung aus den beteiligten Landkreisen und der Stadt zusammen. Künftig sollen auch Arztpraxen, ambulante OP-Zentren, Medizinische Versorgungszentren, Dialyseeinrichtungen, Altenpflegeheime, ambulante Pflegedienste, Krankentransporte und Labore in dem Netzwerk mitarbeiten.

Multiresistente Erreger sind Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika wirkungslos sind. Vor allem in der stationären Patientenpflege aber auch im ambulanten Bereich verursachen sie Infektionen, die nur schwer zu behandeln sind. „Mit der Gründung des MRE-Netzwerkes Südhessen soll verhindert werden, dass Erkrankungen mit MRE sich in Südhessen weiter ausbreiten“, betonte Jürgen Krahn, zuständig für Infektionen und Hygiene beim Gesundheitsamt Darmstadt und Darmstadt-Dieburg. Gleichzeitig sollen Neuerkrankungen verhindert werden. Die Behandlung von MRE-Erkrankten soll verbessert und konsequent umgesetzt werden, auch wenn Patienten die Einrichtung wechseln. Nicht zuletzt gehört die Information der Bevölkerung über die Thematik zu den zentralen Aufgaben des MRE-Netzwerkes Südhessen. „Austausch und Information auch unter den Fachleuten ist ein zentraler Punkt“, betonte Dr. Martin Thieves vom Klinikum Darmstadt, das werde durch das Netzwerk Südhessen ermöglicht.

„Ich sehe eine große Notwendigkeit darin, zum Schutz der Menschen im südhessischen Raum in dieser wichtigen Gesundheitsfrage zusammen zu arbeiten. Denn Krankheitserreger machen nicht an den Grenzen von Landkreisen und Städten Halt“, so die Darmstadt-Dieburger Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Rafael Reißer, Bürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, lobt das Netzwerk als zukunftsweisend: „MRE kennt keine Grenzen zwischen Kommunen und Kreisen, und in Zukunft haben wir bei Information, Vorsorge und Behandlung die Möglichkeit, gemeinsam und damit effektiver zu handeln. Unser neues MRE-Netzwerk in Südhessen bündelt endlich Kompetenzen und stellt bei allen seinen Initiativen und Angeboten immer den Menschen in den Mittelpunkt“. Matthias Schimpf, Kreisbeigeordneter Kreis Bergstraße ergänzt: „Ich gehe davon aus, dass es dem MRE-Netzwerk mit seiner medizinischen Fachkompetenz gelingt, Qualitätskriterien für richtiges Verhalten im Umgang mit MRE zu erarbeiten und mithin zur Sicherheit aller Beteiligten beizutragen“. Gerald Kummer, Beigeordneter und Gesundheitsdezernent des Kreises Groß-Gerau, begrüßte die Mitwirkung sowohl des GPR-Klinikums Rüsselsheim als auch der Kreisklinik Groß-Gerau am neuen Netzwerk: "Die beiden Akutkliniken im Kreis Groß-Gerau nehmen das Problem ernst und unternehmen gemeinsame Anstrengungen, eine Weiterverbreitung der Erreger zu verhindern. Die Patientinnen und Patienten im Kreis Groß-Gerau können so sicher sein, dass sie bei uns, wie überall im MRE-Netzwerk, bestmögliche Behandlungsvoraussetzungen vorfinden." Dr. Ulrich Falk, Leiter des Gesundheitsamtes Odenwaldkreis, zitiert zusammenfassend einen Ausspruch von Robert Koch, der sagte: „Ich wünsche, dass im Kriege gegen die kleinsten, aber gefährlichsten Feinde des Menschengeschlechts eine Nation die andere immer wieder überflügeln möge“. Falk fügte an, dass dieser Kampf im Zusammenhang mit Multiresistenten Erregern nur im sektorenübergreifenden Zusammenwirken von stationärer und ambulanter medizinischer sowie pflegerischer Versorgung erfolgreich geführt werden könne. Der Odenwälder Mediziner verwies auch darauf, dass die Gesundheitsminister der Länder in Deutschland bereits im Jahr 2006 die Bildung regionaler Netzwerke angeregt hatten.

Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung in Südhessen können kostenlos Mitglied in dem MRE-Netzwerk Südhessen werden. Kontaktpartner sind die örtlichen Gesundheitsämter, die das Netzwerk koordinieren.

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Heinz Köttner aus Adolfseck am 17.02.2012 um 09:13 Uhr  
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