Lizenzierungsverfahren zur 2. Bundesliga: SV 98 muss zahlreiche infrastrukturelle Auflagen erwarten / DFB verschärft Anforderungen für die 3. Liga

(Foto: msh)
 
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Darmstadt. Der SV Darmstadt 98 hat in der vergangenen Woche fristgerecht die Unterlagen im Zulassungs- bzw. Lizenzierungsverfahren für die 3. Liga und 2. Bundesliga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) beziehungsweise der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgegeben. Die Unterlagen wurden jeweils rechtzeitig mit einem Vorlauf von einer Woche vor dem Fristablauf eingereicht.
Im wirtschaftlichen Bereich darf der SV 98 nach aktuellem Stand der Dinge optimistisch sein und muss für beide Ligen keine größeren Auflagen oder gar Bedingungen erwarten. Im Bereich der Stadioninfrastruktur sind für den Fall eines möglichen Aufstiegs in die 2. Bundesliga allerdings zahlreiche Auflagen von Seiten der DFL wahrscheinlich. Die Vertreter der DFL haben bei einem Vor-Ort-Termin im Februar gegenüber Verantwortlichen des Stadioneigentürmers, der Stadt Darmstadt, und des SV 98 die infrastrukturellen Voraussetzungen für 2. Liga-Fußball im Stadion am Böllenfalltor klar formuliert.

„Akuter Handlungsbedarf“

Rüdiger Fritsch, Präsident des SV 98: „Die DFL hat mehr als deutlich erklärt, dass im aktuellen Zustand im Stadion am Böllenfalltor keine Spiele der 2. Bundesliga ausgetragen werden dürften. Schon jetzt ist klar, dass im Falle eines Aufstiegs zahlreiche infrastrukturelle Auflagen zu erfüllen wären. Auch mit Blick auf ein mögliches Relegations-Heimspiel bei Erreichen des 3. Platzes besteht akuter Handlungsbedarf.“ Michael Weilguny, Geschäftsführer des SV 98: „Die DFL hat deutlich gemacht, in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht. So ist unter anderem eine Rasenheizung verpflichtend. Im Bereich der medialen Anforderungen ist die TV-Produktionsfläche am Böllenfalltor weniger als halb so groß wie mindestens notwendig, zudem fehlen Arbeitsplätze für Pressevertreter. Auch der Gesamtzustand des Stadions mit Punkten wie sanitären Anlagen oder Plätzen für Behinderte ist zu prüfen. “

Anschluss an Profifußball darf nicht verloren gehen

Konkrete Auflagen im Lizenzierungsverfahren zur 2. Bundesliga erwartet der SV 98 bis Mitte/Ende April. Fritsch: „Wenn erst dann gehandelt wird, ist es nicht mehr möglich, das Stadion am Böllenfalltor in einen zweitligatauglichen Zustand zu versetzen. Wir sind daher mit der Stadt Darmstadt als Stadioneigentümer im regen Austausch, zusammen mit Verein und Behörden unverzüglich an konstruktiven Planungen für den sportlichen Erfolgsfall zu arbeiten. Wenn der SV 98 nach 21 Jahren wieder an das Tor zur 2. Bundesliga klopft, zählen wir auf breite Unterstützung, damit die Lilien weiter am Böllenfalltor spielen könnten. Die Hürden, die wir nun vor uns haben, sind hoch, aber überwindbar, wenn alle Beteiligten das Thema unterstützen.“

DFB verschärft Anforderungen auch für Drittligisten

Allerdings muss allen Beteiligten klar sein, dass auch 3. Liga-Fußball in absehbarer Zeit im Stadion am Böllenfalltor nicht mehr möglich sein wird. Der DFB verschärft seine Anforderungen an die Stadioninfrastruktur der Vereine mehr und mehr. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung einer Rasenheizungspflicht ab der Saison 2015/16. Auch in anderen Bereichen ist zu
erwarten, dass der DFB seine Anforderungen für die 3. Liga mehr und mehr denen der 2. Bundesliga angleicht. Investitionen in das Stadion sind also unabhängig von einem möglichen Aufstieg notwendig. „Falls jetzt nicht nach Jahrzehnten des Stillstands in die Stadioninfrastruktur investiert wird, verliert Darmstadt womöglich für immer den Anschluss an den Profifußball“, betont Fritsch. Ziel müsse sein, etwaige Umbaumaßnahmen im Sommer in die Gesamtkonzeption des vom Magistrat der Stadt Darmstadt im letzten Jahr verabschiedeten kompletten Stadionumbaus einzubinden. Unabhängig davon prüft der SV 98 diverse Ausweichmöglichkeiten für den Aufstiegsfall in andere Stadien der Region. „Dies ist allerdings zum einen auf Grund verschiedener
Punkte wie Auslastung und Sicherheit nicht einfach, zum anderen für einen längeren Zeitraum vor allem auch wirtschaftlich nicht darstellbar“, so Geschäftsführer Michael Weilguny. (SV 98)
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