neues Jahr und neue Ideen

Kagami Biraki beim Tamanégi


Zum traditionellen Neujahrsrandori lud die Jugendleitung am Freitag den 29.01.2016 alle Judokas des Tamanégi Judo Griesheim e.V. ins Dojo am Kirschberg. Inspiriert durch einen Trainer-Lehrgang am vergangenen Wochenende zeigten Sibyll Brandt, Anette Pistorius, Hellwig Landau und Michael Schmidt wie Techniken abwechslungsreich, spielerisch und fast unbemerkt erlernt werden können.

Zu Beginn des gemeinsamen Trainings stellte Sibyll Brandt die rund 35 Tamanégi-Kids vor die schwierige Aufgabe des Kommandospiels. Die Kinder bewegen sich in der Halle. Sagt der Trainer „Kommando Purzelbaum…“ müssen sie die Aktion durchführen, sagt er nur das Wort „Purzelbaum“, darf kein Purzelbaum gemacht werden. Von einfachen Zweikampfspielen bis hin zu schwierigen Koordinationsaufgaben ist alles dabei. So galt es, gemeinsam zu zweit zu dritt oder zu viert rücklings eingehakt vom Boden aufzustehen ohne sich loszulassen. Die größte Herausforderung an dieser Trainingsvariante ist jedoch nicht das Lösen der Aufgaben, sondern das Leise sein und genau Zuhören. Wer eine Aufgabe ohne des Schlüsselwort Kommando ausführt, macht eine Liegestütz. Einige Kids lernten schnell genau zu zuhören…

Hellwig Landau zeigte den Nachwuchsjudokas mit dem abstürzenden Flieger, wie spannend, kurzweilig und einfach ein Wurf erlernt werden kann. Ein Flugzeug hat keinen Treibstoff mehr und sinkt langsam zu Boden. Die erste Begegnung mit der Fallschule seitwärts kindgerecht verpackt. Mit Unterstützung des Partners wird das „abgestürzte“ Flugzeug gecheckt und mit einer Vorstufe des Ucki-goshi aus dem Kniestand „auf seine Flugtauglichkeit gecheckt“. Die Fortgeschrittenen üben fleißig die Endform aus dem Stand. Zur Festigung des Lernstoffes erfreuen sich die Kids an einer wilden Jagd auf die Flugzeuge. Zwei Fänger „schießen“ die andere Flugzeuge ab. Diese gehen mit der zuvor erlernten Fallübung zu Boden, warten im Kniestand auf den Check, werden von einem Mitspieler Ucki-goshi geworfen und starten wieder durch. So erlernen die Kids den Wurf langsam und kurzweilig, ohne stupides und langweiliges Wiederholen.

Im Anschluss wurde die Technik im Boden fortgeführt. Jugendleiter Michael Schmidt zeigte wie man mit seinem „Besten Freund“ einen Haltegriff erlernt. Zunächst einander gegenüber kniend umarmen und dann sanft auf den Rücken legen. Den dazu gehörigen Umdreher hatten die Kids im (Hand-)Umdrehen drauf und machten sich einen Spaß daraus, sich gegenseitig herumzuwirbeln.

Unter der Leitung von Anette Pistorius war ordentlich Action angesagt. Über das Seil, unten drunter durch. Wer an dem langen Seil, das von zwei Trainern gespannt wird, hängen bleibt, muss eine Liegestütz machen. Nicht nur die Kids schwitzen dabei, auch die Trainer kamen ordentlich auf Temperatur. Zum Abschluss wurde es noch einmal aufregend. Das große Seil wurde wie ein Springseil schnell geschwungen und die Kids mussten versuchen alleine, zu zweit oder alle gemeinsam ohne Seil Berührung auf die andere Seite zu gelangen. Eine knifflige Aufgabe, von den Tamanégi Kids mit Bravour gemeistert.

Ein abwechslungsreiches, innovatives Training, so sind sich die Kids und Trainer einig. Kurzweilig und spannend. Genau richtig für die Kids von heute, bereit für das 3. Jahrtausend. Die Tamanégis trainieren seit September letzten Jahres nach dem sog. Sundsvall-Modell. Begründer Wolfgang Biedron und Ulrich Glocke erläuterten am vergangenen Wochenende ihre Ideen zum Training mit Kindern. Das Sundsvall-Modell folgt dem Slogan des schwedischen Judoverbandes: Judo - ein Sport für Alle! Der wesentliche Gedanke ist, dass die Kinder Spaß am Judosport haben und genau das Training besuchen, was ihnen am meisten Freude bereitet. Ob Judo spielend lernen und üben, Techniktraining oder Wettkampf-Judo, die Kids entscheiden, was sie machen möchten.

Ganz traditionell gehört zum Kagami Biraki- dem Japanischen Neujahrfest- die Ozoni. Diese Gemüsesuppe soll Kraft, Glück, und Gesundheit für das ganze Jahr bringen und muss heiß verzehrt werden. Bis auf den letzten Tropfen wurde der riesige Kessel geleert. „Ich esse ja sonst keine Suppe - Suppe schmeckt mir nicht- aber die hier ist richtig lecker!“ Ein schöneres Kompliment kann man nicht bekommen, so Jugendleiter Michael Schmidt. Mit dem letzten Teller Suppe beendete der 2. Vorsitzende des Vereins, Hellwig Landau, die Veranstaltung. Er und alle anwesenden Trainer wünschten den Kids viel Spaß und Erfolg im neuen Trainingsjahrg gemäß dem Motto: Judo macht Spaß - Tamanégi ist cool!
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.