8. Wild-Wild-West von 16-20. Mai 2013 in Rodau

Wann? 26.05.2013 12:00 Uhr

Wo? Schützenverein Tell Rodau, Friedrich-Merz-Straße, 64401 Groß-Bieberau DE
  Groß-Bieberau: Schützenverein Tell Rodau |
Unser Programm 2013:
8. Wild-Wild-West in Rodau

Donnerstag 16.05.2013
ab 10 Uhr Zeltaufbau und beziehen des Lagers am
Schützenhaus
ab 20 Uhr Begrüßungs-Umtrunk der Gäste mit
dem Vorstand des SV Tell Rodau

Freitag 17.05.2013
ab 18.00 Uhr Gemütliches Beisammen sein mit
Ideen und Gedankenaustausch am
Lagerfeuer
ab 19.00 Uhr HAPPY HOUR in der Gefängnis Bar

Samstag 18.05.2013
17.00 Uhr Böllerschießen auf der Änni-Merz-Anlage
ab 20.00 Uhr Live Musik am Lagerfeuer mit
"Buckles and Boots"

Sonntag 19.05.2013
09.30 Uhr Gottesdienst im Grünen mit Pfarrer
Sebastian Bähringer
11.00 Uhr Böllerschießen auf der Änni-Merz-
Anlage
11.30 Uhr Siegerehrung des Stadtpokalschießens
2013 und Ehrung langjähriger Mitglieder
danach "GRILLFEST AM SCHÜTZENHAUS"
Live Musik mit der Country-Band
"Buckles and Boots"
am Nachmittag "Kaffee und Kuchen" und für die kleinen "Kinderschminken"

Montag 20.05.2013
Abbau des Zeltlagers und Verabschiedung der Lager-Teilnehmer

Vor acht Jahren (2005) wurde das jährliche Western-Camp erstmals initiiert und ist aus dem Veranstaltungskalender des SV Tell nicht mehr wegzudenken.
Romantisch bis wild geht es immer auf dem Gelände des Schützenverein „Tell“ 1925 Rodau e.V. zu. Im Groß-Bieberauer Stadtteil Rodau am Schützenhaus, ragen Zeltstangen in den Himmel und der Rauch liegt über den Zeltleinwänden der Tipis und Lodgen, dazwischen Fans jedes Alters in pittoresken Trachten des 18. und 19. Jahrhunderts.

Historisches Vorbild solcher Treffen sind die „Rendezvous“, zu denen ab 1824 im Vorland der Rocky Mountains die Mountainmen, also die Trapper- und Aufkäufer der Pelzhandelsgesellschaften verschiedene Indianerstämme einluden. Zu Füßen der Rocky Mountains, am Sweetwater, Green River und im Cache Valley schlug man große Lager auf, in denen die Weißen den Indianern Felle gegen Waffen und Werkzeuge, Stoffe und Glasperlen abhandelten. Die Geschäfte wurden von ausgiebigen Festen begleitet. 1840 war das letzte dieser Rendezvous, die Mode war von Fellprodukten abgeschwenkt, was wahrscheinlich viele Tierarten, voran die Biber, vor der Ausrottung bewahrte.

Gut 120 Jahre später entwickelten sich in den USA und auch in Europa Westerntreffen, auf denen sich Freunde und Fans der amerikanischen Pionierzeit unter unterschiedlichen Zielsetzungen zusammenfanden. Es gibt viele Westernclubs, die sich unseren Schützenvereinen angeschlossen haben, bei denen die „erlebte Geschichte“ im Vordergrund steht. Lagerleben in historischen Unterkünften und in originalgetreuer Kleidung, Kochen auf offenem Feuer, Spiel und Musik, Wettkämpfe mit historischen Waffen, wie Tomahawkwerfen, Bogenschießen und Vorderladerschießen mit Böllerkanonen.

„Gäste sind bei den Treffen in Rodau immer gern gesehen“, versichert Wolfgang Pilsel, zweiter Vorsitzender des Schützenvereins und Organisator des „Wild Wild West“-Treffens. Zwanzig Zelte historisch gewandeter Nord- und Südstaatler sowie Indianer sind aufgebaut worden. Denn das viertägige Camp orientiert sich an der Historie der Nord- und Südstaaten der USA Mitte des 19. Jahrhunderts, an den Lagern weißer Siedler am Fuße der Rocky Mountains und dem Tauschhandel mit Indianern. Die idealisierte Historie von starken Helden und verführerischen Südstaaten-Ladys wird im historischen Ambiente inszeniert.

Bärtige Trapper mit Pelzmützen sitzen mit ihrem Kaffeepott vorm Eingang der Zelte und genießen die Ruhe, als hätten sie den ganzen Tag in der Sierra Nevada nach Gold geschürft. Vor Handspiegeln zupfen Damen ihre Löckchen in Form. „Unsere Frauen haben abends ihren großen Auftritt in Kleidern wie einst Scarlett O’ Hara“, sagt Wolfgang Pilsel schmunzelnd. Im Reifrock wippen sie am Samstagabend zu den Klängen der Country-Band „Buckles and Boots“.

Auch Familien mit Kindern sind gekommen, ein Holzpferd lädt die Kleinsten zum Reiten ein, Schamane Berthold aus Falken-Gesäß zeigt ihnen, wie man Traumfängerchen webt, um nächtlichen Spuk anzuwehren. Nordstaaten-Offizier „John“ aus Gelnhausen meint: „Im Camp findet man Abstand zum Alltag.“ Über das Schwarzpulverschießen im Schützenverein sei er zum Western-Fan geworden. „Seit zwanzig Jahren reise ich dafür hunderte Kilometer.“ Auch eine eindrucksvolle Kanone hat er mitgebracht. Immer wieder schießt er gemeinsam mit anderen Schützen in der Anni-Merz-Anlage imposanten Salut.

Ums Schützenhaus steigt der Rauch vom Lagerfeuer auf, das in der Mitte des Camps Treffpunkt ist. Trapper „Grizzli“ und Indianertochter „Kleine Wolke“ aus Weinheim genießen den Anblick der Flammen. „Wir nehmen an vielen süddeutschen Camps teil“, sagt Vater Ulli Ebert. „Es ist faszinierend, auf die Segnungen der Zivilisation zu verzichten und dabei auch noch Spaß zu haben“, sagt er. Fernseher oder Laptops sind für Wild-West-Camper tabu. Nur Tochter Saskia hatte ein Handy dabei, „für Notfälle“, beteuert sie.

Ein Blick ins Zelt von Wolfgang Pilsel zeigt prächtige Ausstattung mit Truhen, fellbedecktem Bett und stimmungsvollem Dekor – sei es der schmiedeeiserne Kerzenleuchter, seien es Pfannen und Töpfe, die aufgereiht an Haken baumeln.
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