Info-Wanderung rechts und links vom Scheidgraben

Erläuterungen an Hand von Tafeln im ehemaligen Hafengebiet von Dornheim
Die Themenwanderung „Scheidgraben“ der Pädscherstrampler startete an der Brücke bei den Tennisplätzen. 36 Interessierte waren gekommen, um von dem Wasserexperten Günter Hackenschmidt Neues zum Scheidgraben zu erfahren.
Herr Hackenschmidt (vom „Verein Südleben“) hatte zahlreiche Tafeln und Schilder aufgestellt, die ausführliche Erläuterungen zum Thema Dornheim und Scheidgraben gaben. Auf eindrucksvolle Weise legte er dar, wie die Historie Dornheims mit dem Stadtentwicklungsplan 2020 (Kokon) harmoniert und welche Aufwertung Dornheim durch den Scheidgraben erfahren kann.
So wurde zunächst sichtbar, dass der Scheidgraben entlang des alten Neckarbetts verläuft und vor 2000 Jahren mindestens 6 bis 7 m breit war. Mit vielen Windungen mündete er bei Trebur in den Rhein. Als Transportweg war er das ganze Jahr über zu nutzen, während die Landwege im Ried doch oft versumpft waren. Das kleine Wäldchen zwischen Tennisplätzen und Friedhof ist erst in den letzten 50 Jahren entstanden durch Aufschüttung. In der Zeit davor lag hier der Gänseteich und die Gänsweide. Wenn man nun am Friedhof vorbei Richtung große Kreisgasse geht, kommt man zur kleinen Fußgängerbrücke über den Scheidgraben. Hier lag der Hafen von Dornheim. Im Bereich der heutigen „Heinrichsruhe“ wurden die Nachen, die ca. 6 m lang und 1,5 m breit waren, beladen und dann treidelnd bis Trebur gezogen. Hier wurden sie an größere Kähne angebunden, um so ihre Waren nach Mainz zu bringen. Man weiß von Leinenwebereien und Korbmachern, aber auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurden verschifft.
Wie viele andere Dörfer auch hatte sich auch Dornheim nördlich des Scheidgrabens angesiedelt, weil die meisten Fremden aus Süden her kamen und der Fluss eine natürliche Sicherheitsgrenze bildete.
Unser Weg ging nun weiter auf der südlichen Seite des Scheidgrabens (parallel zur Hölderlinstr.) bis zur Bahnhofstraße. Hier gab es in früheren Zeiten eine Furt zur Querung des Grabens. Die Wanderung verlief nun ein kleines Stück auf dem Neckarring, um dann auf einem Feldweg zur Kläranlage zu kommen. Dann ganz im Norden von Dornheim angekommen, wusste Herr Hackenschmidt zu erläutern, dass Heißfeld eigentlich Kriegsfeld bedeutet und hier wohl manche Schlacht stattgefunden hat. Dementsprechend werden hier wohl auch manche Krieger begraben sein.
Dann aber ging es zurück zum Ausgangspunkt, wo für alle Kaffee und Kuchen oder aber kalte Getränke warteten. Nachdem Herr Hackenschmidt auch die letzten Fragen noch beantwortet hatte, dankte Dietmar Plettrichs ihm ganz herzlich für diese ausführliche informative Rundwanderung zum Thema Scheidgraben.
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