"dramatischkleinebühne" spielt "Maria Stuart" in Groß-Gerau

Groß-Gerau: Kulturcafé Groß-Gerau |

Groß-Gerau. Die "dramatischkleinebühne" aus Groß-Gerau zeigt im Dezember und Januar Schillers "Maria Stuart". Premiere ist am 5. Dezember (Samstag) um 20 Uhr im Kulturcafé.

Genau zehn Jahre ist es her, dass die „dramatischkleinebühne“ mit Goethes „Faust I“ ans Licht der Öffentlichkeit trat. Jetzt wagt sich das Groß-Gerauer Schauspielensemble um Regisseur Mario Ederberg erneut an einen der ganz großen Klassiker des deutschen Theaters: Am 5. Dezember (Samstag) um 20 Uhr feiert die Gruppe im Groß-Gerauer Kulturcafé die Premiere von Friedrich Schillers „Maria Stuart“.
Das 1800 in Weimar uraufgeführte Königinnendrama setzt die „dramatischkleinebühne“, die zuletzt Carlo Goldonis „Mirandolina“ (2013) und John Boynton Priestleys „Ein Inspektor kommt“ (2014) zeigte, als Spiel um Macht, Liebe, Eifersucht und Intrigen in Szene.

Für ihre Aufführung hat die „dramatischkleinebühne“ eine eigene Spielfassung erarbeitet, die den Konflikt zwischen Englands Herrscherin Elisabeth I. und der von ihr gefangen gehaltenen einstigen schottischen Königin Maria Stuart akzentuiert. Der Machtanspruch der schottisch-katholischen Königin Maria Stuart auf den englischen Thron bringt die junge protestantische Elisabeth I um den Schlaf. Die Meinung der politischen Ehrgeizlinge und höfischen Schmeichler ist eindeutig: Die Stuart muss sterben, und mit ihr die Bedrohung für Englands Herrscherin. Doch Elisabeth zögert: Darf eine Königin es wagen, das gekrönte Haupt der bluts-verwandten „Schwester“ auf den Henkersblock zu legen?
Die gefangene Maria Stuart treibt währenddessen ihr eigenes politisches Spiel voran, und sie hat mächtige Verbündete auf ihrer Seite. Einige von diesen gehören sogar zu den engsten Vertrauten der englischen Königin.

Schillers Politdrama ist zeitlos: Das Spiel von Intrigen und Macht lässt sich leicht in die Moderne transponieren. So wie der studierte Historiker Schiller die geschichtlichen Ereignisse lediglich als Inspiration für seine eigene literarische Absicht nutzt, so betrachtet Regisseur Mario Ederberg das Schillersche Textsubstrat als bloße Folie seiner eigenen Interpretation des Politdramas. Während Schiller seine Szenenfolge streng chronologisch anlegt, reißt Ederberg die gewohnte Struktur auf und arrangiert die gekürzte Fassung als Episodendrama. Die Inszenierung beginnt mit dem Unvermeidlichen: Das Urteil für die Stuart ist bereits vollstreckt. Im Stile eines analytischen Dramas werden im Folgenden die Hintergründe der Tragödie nach und nach aufgedeckt. Der Opportunist Leicester – der sein eigenes Spiel der Macht verfolgt – fungiert bei Ederberg als Spielleiter.
In der Titelrolle der Maria Stuart ist Lea Friedmann zu sehen, ihren Gegenpart gibt Svenja Müller als Elisabeth I. Die Position des Spielleiters übernimmt Sebastian Müller. Insgesamt wirken neun Schauspieler mit. Um im Detail an jeder Szene feilen zu können, hat sich die „dramatischkleinebühne“ für ihre neueste Produktion mehr als ein Jahr Zeit genommen.


Weitere Aufführungen sind am 6. Dezember (Sonntag), am 16. und 17. Januar sowie am 23. und 24. Januar 2016 (jeweils Samstag und Sonntag). Vorstellungsbeginn ist um 20 Uhr im Kulturcafé Groß-Gerau (Darmstädter Straße 31).
Karten gibt es bei der Buchhandlung Calliebe, Frankfurter Straße 33, 64521 Groß-Gerau, Telefon 06152-910235, und über das Kartentelefon 06152-909383. Mehr Infos finden sich auf www.dramatischkleinebuehne.de.

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