Nach Jahren der Flucht wieder vereint: Das syrische Tanzensemble Sham beim Europatag in Groß-Gerau

Wann? 09.05.2016 20:00 Uhr

Wo? Kreisverwaltung, Wilhelm-Seipp-Straße 4, 64521 Groß-Gerau DE
Tänzer Mutasem Shihada (hier bei einer Probe in Gustavsburg) ist Mitglied des Ensembles Sham und trat bereits in den größten Theatern Syriens auf.
Groß-Gerau: Kreisverwaltung | Sieben junge Männer aus Syrien haben ein Tanztheater erarbeitet, in dem sie ihr friedliches, glückliches Leben in Damaskus vor dem Bürgerkrieg, den Schrecken von Krieg und Flucht und ihre Sehnsucht nach dem friedlichen Zusammenleben aller Menschen darstellen. Sie sind Palästinenser, Kurden und Syrer. In Syrien waren sie Mitglieder professioneller Tanzensembles, bis der Bürgerkrieg sie aus ihrer Heimat vertrieb. Jetzt sind sie zum ersten Mal seit 5 Jahren wieder vereint.

Proben in Gustavsburg

Im TIGZ Gustavsburg haben die 7 jungen Männer im Rahmen des vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration geförderten EU-Projekts „Kultur verbindet“ ein Tanzprogramm ausgearbeitet, in dem sie ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht und ihre Sehnsucht nach dem friedlichen Zusammenleben aller Menschen darstellen.

Sham - das historische Syrien

Dieser Wunsch drückt sich auch im Namen des Ensembles aus. Sham ist die arabische Bezeichnung für das historische Syrien, was in etwa die heutigen Staatsgebiete von Syrien, Libanon, Palästina und Jordanien umfasste.
Auch die Stadt Damaskus wird in Syrien meist Sham genannt. Dort haben die Tänzerinnen und Tänzer ihre Ausbildung absolviert und mehr als zehn Jahre zusammen getanzt. Mit verschiedenen Ensembles bereisten sie die Welt: Tourneen führten sie in zahlreiche arabische Länder, auf den afrikanischen Kontinent nach Ägypten und Algerien sowie in die Türkei, nach Spanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Bosnien, Polen und Ungarn.

Kultur verbindet - Ein EU-Projekt

„Wir unterscheiden uns in Glaube und Nationalität, doch Syrien hat uns zusammengebracht und in der Heimat vereint“, erklärt Guevara Al Soudi, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und seither versucht hat, die Gruppe wieder zusammenzubringen. In Gustavsburg hat sie nun eine Basis gefunden, um zu proben und das neue Programm zu entwickeln. Die TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründungszentrum GmbH, bei der das Projekt „Kultur verbindet“ angesiedelt ist, unterstützt in organisatorischen Fragen, im Marketing und vor allem mit Netzwerkkontakten. Daraus zeichnen sich bereits etliche Auftrittsmöglichkeiten ab verbunden mit einer „Dankeschön-Tournee“ durch Hessen. Denn auch das ist ein Anliegen von Sham: „Durch unseren Tanz wollen wir der Gesellschaft, in der wir jetzt leben, ein Stück unserer Heimat zeigen“, sagt Al Soudi. „Wir wollen in Erinnerung rufen, dass sie eine Geburtsstätte der Zivilisation ist.“
Den kulturellen Weg, den ihre Vorfahren gezeichnet haben, wollen die jungen Künstler weitergehen, und die alten Botschaften in die lebendige Sprache des Tanzes übertragen.

Auftritt zum Europatag

Die Veranstaltung zum Europatag findet im Georg-Büchner-Saal des Landratsamtes in der Wilhelm-Seipp-Strasse 4, in 64521 Groß-Gerau von 18 bis 21 Uhr statt. Der Auftritt des Tanzensembles ist für 20:00 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos über das Tanzprojekt gibt es unter www.tigzkreativ.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.