UV-Schutz – populäre Irrtümer auf dem Prüfstand

„An bewölkten Tagen braucht man keinen Sonnenschutz und UV-Schutz
verhindert Bräune.“ Manche Irrtümer halten sich hartnäckig. Doch wer diesen
Mythen auf den Leim geht, riskiert seine Gesundheit. Dr. Utta Petzold,
Dermatologin bei der BARMER GEK, klärt über Märchen rund um Sonne und
UV-Schutz auf.

„UV-Schutz verhindert die Bildung von lebenswichtigem Vitamin D“

Keine Sonnencreme schützt vollständig. Es kommen immer noch UV-Strahlen
auf die Haut. Allerdings nur soviel, dass die Reparaturmechanismen der Haut
nicht überfordert werden. „Diese vergleichsweise geringe Menge an UVStrahlen
ist in der Regel für die Vitamin-D-Produktion ausreichend“, beruhigt
Dr. Petzold. Wichtig ist ein angepasster UV-Schutz: So benötigen etwa Kinder
einen intensiveren Schutz als Erwachsene. Empfehlungen wie „täglich 30
Minuten ungeschützte Mittagssonne“ sind veraltet und je nach Hauttyp
gefährlich!

„An bewölkten Tagen braucht man keinen UV-Schutz“

„Falsch!“, warnt die Hautärztin. „Auch wenn der Himmel nur Wolken zeigt,
kann die UV-Intensität immer noch ziemlich hoch sein. UV-Strahlen
durchdringen die Wolken aufgrund ihrer Wellenlänge besser als das sichtbare
Licht oder die Wärme. Deshalb gilt: Auch an bewölkten Tagen stets auf einen
ausreichenden UV-Schutz achten!“ Wer sich nicht sicher ist, kann die aktuelle
UV-Intensität unter www.uv-index.de abrufen.

„Wasserfeste UV-Schutzmittel muss man nach dem Schwimmen nicht
erneuern“

„Schön wär’s, aber hier gaukelt die Bezeichnung „wasserfest“ eine falsche
Sicherheit vor“, so Dr. Petzold. Dabei besagt der Ausdruck nur, dass nach
zweimal 20 Minuten in bewegtem Wasser noch die Hälfte des UV-Schutzes
bestehen muss. Spätestens nach dem Abtrocknen sind große Mengen des
UV-Schutzmittels im Handtuch verschwunden. Deshalb sollte man sich nach
Wasser- und Handtuchkontakt erneut eincremen, um den ursprünglichen
Schutzfilm wieder herzustellen.

„UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor verhindert Bräune“

Viele Menschen meinen, dass ein Sonnenschutzmittel mit hohem
Lichtschutzfaktor das Braunwerden verhindert – und benutzen stattdessen
Produkte mit zu niedrigen Faktoren. Dabei wird man auch mit einem starken
UV-Schutz braun – zwar nicht ganz so schnell, dafür aber ohne Sonnenbrand.

„After-Sun-Produkte erhalten die Bräune“

„Nein!“, sagt die Hautexpertin. Richtig ist, dass die Haut nach dem Sonnen
eine Portion Extra-Pflege benötigt. Allerdings müssen es nicht unbedingt
spezielle, meist teure, After-Sun-Produkte sein. Eine gute Bodylotion tut es
auch. Wichtig sind laut Dr. Petzold die Inhaltsstoffe. „Panthenol oder Azulen
beruhigen die sonnengestresste Haut, Hamamelis oder Aloe Vera lassen
Reizungen schneller abklingen.“ Wer jedoch zu Allergien neigt, sollte bei
pflanzlichen Wirkstoffen vorsichtig sein.

Noch mehr Sonnen-Irrtümer entlarvt Dr. Petzold im Internet unter
www.barmer-gek.de/115922

Infos zum richtigen UV-Schutz bieten die Broschüre „Bewegend: Sport und
UV-Schutz“ sowie das Faltblatt „Wissenswertes über UV-Schutzmittel“. Beides
ist kostenlos in allen Geschäftsstellen der BARMER GEK erhältlich.“
2 Kommentare
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Leopold Bergmann aus Adolfseck | 13.07.2011 | 10:45  
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Harald Schlapp aus Darmstadt | 21.07.2011 | 10:06  
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