Benefizlauf geht erfolgreich zu Ende

Sieger des 10,4 km Laufs der Männer: (v.l. Horst Laslor (2.), Sebastian Hauf (1.) und Sergius Flek (3.). Zwischen ihnen Landrat Thomas Will (SPD) (Foto: Athar Shah / charity-walk.info)
 
Sieger des 10,4 km Laufs der Damen: v.l.: Birgit Burrer (1.), Manuela Ifrim (2.), Gabi Ziemens und Chris Barthel (je 3.), zwischen ihnen Landrat Thomas Will (SPD) (Foto: Athar Shah / charity-walk.info)
 
Eindrücke vor dem Start
Groß-Gerau: Laufstrecke Am Woogsdamm |

Leicht bewölkter Himmel mit Sonnenschein: Nach 2009 geht auch der zweite „Charity Walk and Run“ genannte Benefizlauf bei fast idealem Wetter in Groß-Gerau zu Ende. Über 130 Läufer fanden den Weg zum Veranstaltungsgelände, auf dem sie von den Mitgliedern der Jugendorganisation der Ahmadiyya Gemeinde empfangen wurden.

Den Start verpasst

Es ist 10 Uhr. Ein halbkugelförmiger aufblasbarer Eventdome, ein knallroter Startbogen und eine kunterbunte Hüpfburg zieren das gemeindeeigene Freizeitgelände Nasir Bagh. Die Tische sind mit Obst und Wasser gedeckt. Die ersten Läufer trudeln langsam ein, melden sich an und bekommen ihre Startnummern. Der Moderator begrüßt von der Bühne aus die Gäste und versucht diese zu unterhalten. 11 Uhr. Langsam wird es ernst. Die ersten Läufer machen sich bereits warm und dehnen sich. Die 10 km Läufer bringen ihre Transponder an ihren Schuhen für die Zeitmessung an. Der Ansturm wird größer. 5 Minuten noch bis zum Start. Die Läufer und Walker machen sich auf dem Weg zu dem mit roten Teppich ausgelegten Startbereich. Es wird von zehn runter gezählt. Da kommt auch ein weiterer Läufer um die Ecke und will sich schnell noch anmelden, doch da fällt auch schon der „Startschuss“ in Form eines Lufthorns. Manfred-Peter Kutscher gibt noch schnell seinen Rucksack an der Gepäckaufbewahrung ab und läuft hinter den Anderen los. Am Ende sollte er noch vier Läufer hinter sich lassen.

Zwei Drittplatzierte

Schon stürmen die Läufer in den Stadtwald. Für die 10 km Läufer ist die Strecke des Frühjahrslaufs ausgeschildert und an besonders tückischen Stellen sind Streckenposten platziert. Auf halber Höhe stehen für sie Gläser mit Wasser bereit. Die 5 km Strecke für alle Wanderer, Nordic Walker und Gelegenheitsläufer spaltet sich nach etwa 1 km ab und führt durch den Niederwald.

Nach 21 Minuten kommen auch schon die ersten 5 km Läufer ans Ziel. Die ersten 10 km Läufer werden ab der 40. Minute erwartet. Doch da hat man nicht mit Sebastian Hauf gerechnet: 38:01 Minuten für etwa 10,4 km. So schnell war in diesem Jahr noch keiner bei den Charity Walk and Runs, die bereits in sechs Städten ausgetragen wurden. Fast sieben Minuten später trifft auch Horst Laslor (44:40) ein, gefolgt von Sergius Flek (45:55), der extra aus Frankfurt angereist war.

In der 51. Minute trifft mit Birgit Burrer auch die erste 10 km Läuferin ein (50:12), gefolgt von Manuela Ifrim mit einer Zeit von 52:04 Minuten. Dann kommen auch schon Gabi Ziemens und Chris Barthel, die Hand in Hand mit Dieter Ziemens und Gerhard Schürings in das Ziel laufen. Dabei hatte Chris Barthel zum Schluss um ein Zehntel die Nase vorn (55:46,0). Die beiden von dem relax Fitness & Wellnessclub, die zu fünft an den Start gegangen waren, sollten sich den dritten Platz später teilen. Nur Kerstin Fritsch fiel etwas weiter zurück und bot sich noch einen Schlussspurt mit Christiane Flek; musste sich von ihr aber noch um 1,1 Sekunden geschlagen geben.

Veranstaltung verdient mehr Läufer

Für die Läufer lagen verschieden belegte Brötchen und Wasserflaschen bereit, die nun noch auf die Ankunft von Landrat Thomas Will warteten, der auch alsbald in einem Elektrofahrzeug eingefahren wurde. Mit einer kurzen Rezitation der Eröffnungssure des Koran und deren deutschen Übersetzung kamen die beiden Begünstigten des Benefizlaufes zu Wort, die sich bei den Organisatoren und den Läufern bedankten.

Elke Anthes, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbund Groß-Gerau e.V. versicherte, dass der Vorstand ehrenamtlich arbeite, sodass keine Gelder in Verwaltungskanäle fließen. Die Arbeit des Kinderschutzbundes werde zur Hälfte aus öffentlicher Hand finanziert. „Die andere Hälfte sind Spenden und Gelder, die wir selbst erwirtschaften bzw. akquirieren. Wir sind darauf angewiesen.“ Dadurch könne man Familien zeitnah beraten, sodass diese nicht auf die lange Wartebank geschoben werden müssten. „Diese Veranstaltung verdient auf jeden Fall noch mehr Läufer. Wir sind auch weiterhin an einer Zusammenarbeit interessiert.“

Auch Tariq Karim Arif vom Vorstand Humanity First Deutschland e.V bedankte sich bei den Läufern und Unterstützern. Durch ehrenamtliche Helfer könne man im Gegensatz zu anderen Hilfsorganisation erhebliche Verwaltungskosten sparen. Die Spenden aus dem Lauf würden dem Waisenhausbau in Benin zugutekommen.

Integration leben

Landrat Thomas Will bedauerte zwar, dass er sich nicht wie 2009 zu den Läufern zählen konnte, doch hatte er sich ausgerechnet am Fuß eine Sehnenentzündung zugezogen. Dafür freute er sich umso mehr Schirmherr einer solchen Veranstaltung gewesen zu sein. Er bedankte sich bei der Ahmadiyya Gemeinde, dass sie das Areal Nasir Bagh zur Verfügung gestellt haben, welches mit dem angrenzenden Stadtwald ideal für solche Veranstaltungen geeignet sei. Dass die Ahmadiyya dies nicht zu einer einmaligen Veranstaltung werden lasse, zeige, „dass sie zu uns, zur Stadt und zum Kreis Groß-Gerau gehören; dass sie Integration nicht nur verbal nach außen tragen sondern auch Integration leben.“ Die Einladung, dass es noch mehr Läufer geben müsse nahm er gerne an: „Ich bin dabei, dann im Läufertrikot“ und überreichte dem Veranstalter noch einen Check, damit die zu überreichende Geldsumme an die Begünstigten noch ein wenig größer wird.

Lehre des Islam

Als Vertreter der Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschlad KdöR, Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya Deutschland, bedankte sich auch Nabeel Aslam bei allen Läufern. Die Benefizläufe würden bundeweit in größeren Städten wie Frankfurt, Wiesbaden und München ausgetragen. Da sei es erfreulich, dass so viele Läufer im „Städtlein Groß-Gerau“ sich zusammenfanden. „Diese Veranstaltung wäre ohne die mühevolle Arbeit sehr vieler ehrenamtlicher Helfer nicht möglich gewesen.“ Er beantwortete die Frage nach der Motivation dieser jungen Muslime, damit, dass es die Lehre des Islams sei. „Die Lehre des Islams teilt die Pflichten eines Muslims in Pflichten gegenüber Gott und Pflichte gegenüber die Mitmenschen. Dieser Aspekt muss noch viel mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden, die soziale Seite des Islams und das wahre Gesicht des Islams.“ Er versicherte, dass die Einnahmen der Startgelder zu 100 Prozent gespendet werden. „80 Prozent gehen an den Kinderschutzbund, 20 Prozent an Humanity First.“ „Der genaue Spendenbetrag steht noch nicht fest, man kann auch noch online spenden“, teilte Rashid Afzal, Leiter des Laufs in Groß-Gerau, mit und bedankte sich bei allen Sponsoren. „Die Planung für den kommenden Lauf im nächsten Jahr laufen bereits.“

Im Anschluss wurden an die Sieger des 10 km Laufes Pokale und Urkunden vergeben. Für alle Teilnehmer gab es noch personalisierte Urkunden, die 10 km Läufer erhielten noch ihre gemessene Zeit.

Weitere Bilder der Veranstaltung sowie die Ergebnisse sind auf der Homepage charity-walk.info abrufbar.
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