Chorkonzert in Groß-Umstadt

Projektchor Vorderer Odenwald (Ausschnitt) (Foto: Bildrechte: Volker Hilarius)
 
Projektchor Vorderer Odenwald (Ausschnitt) (Foto: Bildrechte: Volker Hilarius)
Groß-Umstadt: ev. Stadtkirche |

Das Requiem von Mozart sowie "Hör mein Bitten" und Trauergesang von Mendelssohn

(AR/SW). Viele Wochen intensiver Proben haben die Sängerinnen und Sänger des Projektchores Vorderer Odenwald gemeistert. Projektsänger und -sängerinnen aus dem gesamten Dekanat und darüber hinaus waren dem Aufruf von Dekanatskantorin Eva Wolf gefolgt, mit den Mitgliedern der evangelischen Kantorei Groß-Umstadt ein gemeinsames Chorprojekt zu erarbeiten.
Es war eine Freude mitzuerleben, wie sich von Probe zu Probe die Musik mit dem Text immer mehr zu einem großartigen harmonischen Ganzen fügte.
Am Sonntag, dem 13. November war es dann soweit: in der gut besetzten Stadtkirche in Groß-Umstadt erklangen ab 17.00 Uhr Werke von Mendelsohn und Mozart. Dabei war der Altarraum gut ausgefüllt mit 60 Sängern und einem Orchester mit 27 Musikern, dazu die Solisten Johanna Greulich (Sopran), Irmhild Wicking (Alt), Florian Löffler (Tenor und Christos Pelekanos (Bass). Pfarrer Marco Glanz begrüßte die Zuhörer und erläuterte die Werke der Komponisten Felix Mendelssohn und Wolfgang Amadeus Mozart, die anlässlich des Volkstrauertages die Themen Bedrohung des Lebens, Anruf um Hilfe und Erlösung aus der Not ansprachen.
Die Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn Bartholdy thematisiert die Verse 1-7 des Psalms 55. Sie galt besonders in der viktorianischen Zeit als eine von Mendelssohns bekanntesten geistlichen Kompositionen. Der Chor übernimmt in einem Dialog mit dem Solo-Sopran keine begleitende, sondern eine agierende Rolle. Kurze Einsätze alternieren, mal liefert der Chor einen harmonischen Klangteppich, mal greift er unmittelbar die solistische Aussage auf. Bei der Aufführung in Groß-Umstadt entfaltete sich ein melodischer Wechselgesang des Chores mit der Sopranistin Johanna Greulich. Fast glaubte man den Flug der Tauben ahnen zu können, wenn die Solistin und der Chor abwechselnd den Ausruf „O könnt‘ ich fliegen wie Tauben dahin“ sangen, und man spürte auch musikalisch die „Ruhe am schattigen Ort“ am Ende des Stückes.
Mendelssohns Trauergesang „Sahst du ihn herniederschweben“ geht auf ein Gedicht von Friedrich Aulenbach zurück. Obwohl Mendelssohn weder den Textdichter noch den Verstorbenen kannte, dem das zugrunde liegende Gedicht gewidmet war, erklärte er sich bereit, die Vertonung zu übernehmen. Der Trauergesang, der zunächst auf den plötzlichen Tod („Ach, ihr Liebling ist nicht mehr“), dann auf die Erlösung („Lächelnd schlief er ein“) eingeht, wurde vom Chor einfühlsam a capella vorgetragen.
Das Requiem war Mozarts letzte Komposition, die als Auftrag des Grafen von Walsegg-Stuppach entstand. Mozarts früher Tod mit 35 Jahren verhinderte die Fertigstellung. Zwei Mozart-Schüler, Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, vervollständigten das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten. Es ist das großartigste und tiefsinnigste Werk Mozarts, der trotz seines jungen Alters bereits ein Jahr zuvor von seinem eigenen Tod geschrieben hatte.
Im Requiem kam imponierende Größe dieses Werkes zu Gehör, wenn der Chor zum Beispiel das „Dies Ire“, die „Tage des Zornes“ anstimmte.
Der nach einem kurzen Glockenläuten einsetzende Applaus belohnte die Akteure des Konzerts für die gelungene Aufführung und die vorausgegangene disziplinierte Einstudierung des Gesamtwerks unter der Leitung von Dekanatskantorin Eva Wolf.
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