„Fußmord und andere Liebesdramen“

Wann? 05.06.2016 19:00 Uhr

Wo? Stadthalle, Am Darmstädter Schloß 6, 64823 Groß-Umstadt DE
Groß-Umstadt: Stadthalle | Am Sonntagabend, den 05. Juni, erleben Groß-Umstädter Theaterliebhaber etwas, das Sie noch nie erlebt haben: Es wird Theater gespielt. - Ja-ha, Theater. Aber nicht einfach nur Theater, sondern Fußtheater ... Denn „Fußmord und andere Liebesdramen“ sind 5 Kurzgeschichten, erzählt mit Händen und Füßen, live zu erleben ab 19 Uhr in der Stadthalle.

Beine und Füße gehören womöglich zu den am meisten unterschätzten Körperteilen. Normalerweise stehen sie mehr oder weniger fest auf dem Boden, erfüllen ihren Dienst und werden, anders als Hände, selten in Kunst und Literatur gewürdigt. Dass das ganz und gar unberechtigt ist, kann jeder erfahren, der sich ein Ticket für Anne Klinges Fußtheater sichert.

Dort kann man mit eigenen Augen sehen, dass auch Beine und Füße Charakter haben und sich in eigenwillige und scheinbar eigenständige Figuren verwandeln können. Die Illusion ist perfekt: Da taucht eine alternde Diva mit Lippenstiftmund auf, die ihren windigen Galan meuchelt. Ein lüsterner Fischer, der seiner barbusigen, fischelnden Nixe noch schnell eine Parfümwolke verpasst und dann mit ihr im tiefen Blau einer Decke verschwindet. Der Kellner Rudi mit Howard-Carpendale-Frisur, der sich einen Joint dreht, ehe ihn sein schreiendes Baby - ein Schöpflöffelwesen mit Geschirrtuch-Strampler - in die Realität zurückholt.

Oder die Multitasking-Hausfrau, bei der irgendwann die Katze im Kochtopf und das Bügeleisen am Ohr landen. Es ist eine grandiose, höchst originelle Kunstform, die bisher noch alle Zuschauer begeistert hat. Man ahnt, wie viel Körperbeherrschung und Koordination es braucht, damit das illustre Fußvolk lebendig wird. Klinge, ganz in Schwarz, setzt sich auf einen Tisch mit allerhand Requisiten. Reckt ein Bein hoch, manchmal auch alle beide, kleidet sie in Kostüme, Krawatten, Unterwäsche. Setzt Perücken und Hüte auf die Zehen, Nasen auf die Fußflächen, manchmal einen Bart. Fast ohne Worte, nur mit Musik - Chansons von Edith Piaf, Klaviermusik und Blues - kommen die Szenen aus.

Anne Klinge, die nach dem Studium der Theaterwissenschaften, Psychologie und Literaturgeschichte eine Regieausbildung am Schauspielhaus in Bochum und dem Bayerischen Staatsschauspiel absolviert hat, arbeitet seit über 15 Jahren als freie Regisseurin an Theatern in Deutschland und Österreich. Während ihres Studiums machte die 43-Jährige eine Ausbildung in Pantomime und Körpertheater und entwickelte ihre Technik des Fußtheaterspiels. Ihre eigenwillige Kunst brachte ihr Preise und Fernsehauftritte ein, etwa bei „Gottschalk live“ und in der „Bülent Ceylan Show“.
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