Dem Brustkrebs davonlaufen - Warum Bewegung vor Brustkrebs schützt

Susanna Hellmeister, Sektionsleiterin Pränatal und Brustdiagnostik an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg
Model Sylvie van der Vaart, Sängerin Kylie Minogue, die Moderatorin Miriam Pielhau - drei Prominente, die eines gemeinsam haben: Sie hatten Brustkrebs und haben ihn besiegt. Viele Risikofaktoren für Brustkrebs sind inzwischen erforscht. Susanna Hellmeister, Sektionsleiterin Pränatal und Brustdiagnostik an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg, erklärt, wie jede Frau dieser Erkrankung vorbeugen kann.

Frau Hellmeister, Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebsform der Frau. Welche Risikofaktoren gibt es?

S. Hellmeister: „Hormone, Lebensstil und Vererbung beeinflussen die Entstehung von Brustkrebs. Das persönliche Krebsrisiko hängt meist von mehreren, nicht immer greifbaren Faktoren ab. Wir wissen heute, dass höchstens fünf bis zehn von hundert Brustkrebspatientinnen ein vererbtes oder vererbbares Risiko haben. Das Auftreten von Brustkrebs in der Familie gilt dennoch als Risikofaktor. Außerdem können eine frühe erste Regelblutung oder ein spätes Eintreten der Wechseljahre mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einhergehen.“

Wie lässt sich Brustkrebs erkennen?
S. Hellmeister: „Der entscheidende Faktor ist die regelmäßige Untersuchung beim Frauenarzt. Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gibt es die Möglichkeit, alle zwei Jahre zum Mammographie-Screening zu gehen. Um einen Termin muss man sich dazu nicht kümmern, diese Röntgenuntersuchung der Brust geschieht auf eine Einladung hin.“

Wie können Frauen dieser Erkrankung vorbeugen?

S. Hellmeister: „Bewegungsmangel und Übergewicht, insbesondere während und nach den Wechseljahren, steigern das Brustkrebsrisiko. Neue Studien zeigen sogar, dass sich durch regelmäßige Bewegung das Risiko, nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken, um 30 Prozent reduzieren lässt.“

Regelmäßige Bewegung - welche Sportart ist besonders sinnvoll?

S. Hellmeister: „Wenn jemand keine Lust auf Sport hat, muss es natürlich nicht gleich ein Marathon oder Triathlon sein. Wer zügig spazieren geht oder für Einkäufe, vielleicht sogar für den Weg zur Arbeit, das Fahrrad anstelle des Autos nimmt, senkt damit schon sein Brustkrebsrisiko. Schwimmen , Walken und Nordic Walking sind am geeignetsten.“

Was tun Sie persönlich zur Vorbeugung?

S. Hellmeister: „Ich mache regelmäßig Nordic Walking in meiner Freizeit und bin natürlich mit den Mitarbeitern der Kreisklinik Groß-Umstadt am 30. September wieder beim weltweit größten Charity-Event, dem Race for the Cure, in Frankfurt am Main gelaufen. Die Kreiskliniken unterstützen das Event jedes Jahr. Wir laufen gemeinsam für die Heilung von Brustkrebs. Das kann ich nur empfehlen!“
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