Roßdorf ganz anders – Leben mit Behinderung

Schülergruppe der JWS mit den ProjektleiterInnen
Roßdorf: BHZ/Verein | Unter dem Titel „Roßdorf ganz anders – Leben mit Behinderung“ hat der Arbeitskreis (AK) Barrierefreies Roßdorf zum Schuljahresende ein dreitägiges Projekt in der Justin Wagner Schule angeboten. Zehn Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 14 Jahren hatten sich für das Projekt angemeldet. Es freut den AK Barrierefreies Roßdorf sehr, dass das Interesse an der Thematik „Behinderung“ bei den Kindern und Jugendlichen doch stark vorhanden zu sein scheint. Im Laufe der nächsten drei Wochen wird dieses Schülerprojekt hier vorgestellt. Am Tag 1 ging es um die Frage, welche Hilfsmittel es gibt, um Menschen mit Behinderungen, insbesondere mit motorischen Einschränkungen, ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Einen hohen Stellenwert haben hier die Rollstühle, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Sie ersetzen die Beine und bieten Mobilität. Mit sechs Rollstühlen haben sich die Schülerinnen und Schüler auf einen „Erkundungsgang“ über das Gelände des BHZ Roßdorf gemacht, um zu erfahren, wie Rollstuhlfahren ist. Neben den Rollstühlen wurden auch andere Hilfsmittel für Körperbehinderte Menschen vorgestellt: Da wären z.B. Arm-, Bein- und Fußorthesen, um gekrümmte Gliedmaßen zu strecken und zu stabilisieren. Da gibt es Konsolen für Elektro-Rollstühle, mit denen Menschen, die sich fast gar nicht bewegen können, ihren Rollstuhl über Touchpad nur mit einem Finger steuern können. Mit einem Taster, der am Kopf befestigt wird, können körperbehinderte Personen ohne Hände, nur mit Bewegung ihres Kopfes, ihren Computer bedienen. So können sie im Internet surfen, YouTube gucken, online Einkaufen und per E-Mail, Chat und Co. ihre Sozialkontakte pflegen. Besonders für Menschen mit Behinderungen stellt das Internet ein sehr wichtiges Medium dar und bietet ein Stück Freiheit. Auch hat die SchülerInnen interessiert, wie Menschen mit Mobilitätseinschränkungen auf die Toilette oder in die Badewanne gehen. Bettina Kreis-Stenglein, Mitarbeiterin auf der Wohngruppe Fritz-Manfred des BHZ-Wohnheims, hat der Gruppe gezeigt, wie körperbehinderte Menschen diese Dinge erledigen. Bei der Führung durch die Wohngruppe ist den Schülerinnen sofort aufgefallen, dass die Gemeinschaftsräume und Bäder viel Platz bieten, um mit dem Rollstuhl gut in ihnen zurechtzukommen. Für den Weg auf die Toilette und in die Badewanne gibt es elektrische Hebelifter, mit denen man Menschen beim Stehen stabilisieren und halten kann oder , wenn dies aufgrund der Einschränkung nicht möglich ist, auch sitzend oder liegend aus dem Bett, von der Toilette, aus der Badewanne oder aus dem Rollstuhl heben kann. Wie es sich anfühlt, von einem solchen Hebelifter hoch gehoben und getragen zu werden, konnten die SchülerInnen bei dieser Gelegenheit auch einmal selbst erfahren. Schon war der erste Projekttag zu Ende und die SchülerInnen gingen mit vielen neuen Eindrücken und Vorfreude auf den nächsten Projekttag nach Hause.
Linda Jobski und Maria Bichler für den Arbeitskreis Barrierefreies Roßdorf
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