Einheimische und Flüchtlinge lernen sich kennen - Erstes Begegnungscafé in Ginsheim

Ein volles Haus beim Begegnungscafé; Foto: Mohammad Abou Chucker

Bereits vor dem offiziellen Beginn war das Evangelische Gemeindehaus in Ginsheim voll besetzt – an die 200 Menschen drängten sich an den Tischen, vor den Infotafeln und rund um die syrischen und deutschen Leckereien zum Begegnungscafé. „Wir sind hier, um Brücken zu bauen und menschliche Werte miteinander zu teilen,“ erklärte Faris Shehabi, der seit April 2014 in der Mainspitze lebt, in seiner Begrüßung.

Zuvor hatte Sonja Ritz von der Ginsheim-Gustavsburger Tafel die Gäste nach ihrer Herkunft vorgestellt: Iran, Irak, Afghanistan, Syrien, Pakistan, Äthiopien und Eritrea, Ginsheim, Gustavsburg, Bischofsheim, sowie Rüsselsheim und Mainz waren vertreten.

Initiative des Runden Tisches

Angestoßen vom Runden Tisch der Stadt Ginsheim-Gustavsburg hatten die Evangelische Kirchengemeinde Ginsheim, die TIGZ GmbH und die Tafel das Begegnungscafé organisiert, um Neuangekommene und Alteingesessene zusammenzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und gegenseitig zu unterstützen.

TIGZ unterstützt Arbeitsmarktintegration

Was auf privater Ebene spontan funktioniert, unterstützt die TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründungszentrum GmbH Gustavsburg im beruflichen Bereich durch gezielte Netzwerkarbeit gefördert durch den Europäischen Sozialfonds: Flüchtlinge sollen die Möglichkeit haben, an ihre Ausbildung oder ihre berufliche Erfahrung anzuknüpfen. Hospitationen, Praktika und Besuche in Unternehmen sollen Ideen für den Neustart in Deutschland freisetzen. Auch beim Begegnungscafé wurden entsprechende Kontakte hergestellt, etwa zu einem Ingenieurbüro. Ein Schneidermeister, der erst seit wenigen Tagen in der Mainspitze ist, wird Kostüme für eine palästinensische Tanzgruppe fertigen. Ein Unternehmensgründer aus dem TIGZ bot spontan Aikido- und Judonachmittage für Kinder und Jugendliche an.

Informationen aus erster Hand

Neben Kontakten wurde im Begegnungscafé konkretes Wissen aus erster Hand vermittelt. Ein Film erklärte die Hintergründe des Bürgerkrieges in Syrien. Dass die Freiheitsliebe dem Menschen angeboren ist, selbst wenn er im Gefängnis zur Welt kommt und nie den Himmel gesehen hat, war die Essenz des zweiten Films, gedreht nach einer wahren Begebenheit. Da dauerte es einen betretenen Moment, bis zunächst zaghaft, dann immer lebhafter Fragen zur jeweils anderen Kultur gestellt wurden, und sich immer mehr kleine Gesprächsrunden und der Austausch von Kontaktdaten ergaben.

Ein voller Erfolg

„Das erste Begegnungscafé war ein voller Erfolg“, freute sich Sonja Ritz. Sie hoffe, dass es zu einer festen Einrichtung werde. Schon die Organisation stand unter dem Zeichen der Integration. Gemeinsam wurde überlegt, geplant und vorbereitet, gemeinsam wurde in der Küche gekocht und gebacken. „Uns ist immer wichtig, dass sich alle beteiligen und ihre Ideen einbringen können“, betonte Sonja Ritz. „Nur so kann eine solidarische Gemeinschaft funktionieren.“
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