Turnerschaft - Sportkreis Offenbach bringt ersten Sport-Coach ins Spiel

Hainburg: TKK Turnhalle | Der Sportkreis Offenbach hat im neuen Förderprogramm des Landes „Sport und Flüchtlinge“ seinen ersten Sport-Coach ins Spiel gebracht. An den Start geht Thomas Petzold, Vorsitzender der Turnerschaft 1882 Klein-Krotzenburg, der sich auch im Projekt „Integration Direkt“ des Sportkreises als Lotse engagiert und dabei bereits erfolgreich junge Asylbewerber für das Training und das Spiel im Verein begeistern konnte. Bernhard Bessel, Bürgermeister der Gemeinde Hainburg, hat bei Volker Rehm, der bei der Hessischen Sportjugend für das Förderprogramm zuständig ist, offiziell beantragt, dass Thomas Petzold sich als Sportcoach engagieren darf.
Mit dem neuen Förderprogramm will das hessische Innenministerium Vereine, die in den Kommunen Sport-Coaches für die Flüchtlingsarbeit etablieren, jetzt auch finanziell unter die Arme greifen. Das bundesweit einzigartige Projekt basiert auf einer Initiative des Landessportbundes beziehungsweise der Sportjugend Hessen, die bereits im vergangenen Jahr das Netzwerk an Sport-Coaches in Vereinen verstärkt hatte.

„Das neue Förderprogramm des Landes und unser Projekt Integration Direkt haben eine große Schnittmenge, deshalb war für uns schnell klar, dass wir dort sofort mitspielen und den ersten Sport-Coach anmelden“, sagt Peter Dinkel, Vorsitzender des Sportkreises Offenbach. Integrationsbeauftragter Erwin Kneißl freut sich, dass mit dem Vorsitzenden der Turnerschaft ein erfahrener Lotse und kreativer Macher aus dem Team von Integration Direkt im Landesförderprogramm mitarbeitet. „Thomas Petzold hat viel Erfahrung mit Flüchtlingen im Sport und wird sich mit seinen Ideen und mit der Unterstützung des Landes jetzt noch stärker in die Integrationsarbeit einbringen“, sagt Erwin Kneißl.

Die Turnerschaft Klein-Krotzenburg nimmt bei der Integration von Flüchtlingen im Sport eine Vorreiterrolle ein. Bereits im Dezember 2014 haben Thomas Petzold und sein Team den Sportbetrieb für Asylsuchende geöffnet und vor allem den in der Gemeinschaftsunterkunft in Hainburg wohnenden Flüchtlingen den Weg zu Gymnastik- und Aerobic-Gruppen geebnet. Ferner hat der Verein Sprachkurse für Gruppen und einzelne Flüchtlinge angeboten. Ehrenamtliche der Turnerschaft sowie Fachleute der Arbeitsagentur und der Sozialhilfebehörde beim Kreis Offenbach unterstützten junge Leute aus der Gemeinschaftsunterkunft ferner beim Erstellen von Bewerbungsmappen. Der Coach begleitet sie bei Behördengängen und Vorstellungsgespräche wurden durchgespielt. Diese Hilfsangebote liefen bei der Turnerschaft unter dem Projektnamen IdSuS Integration durch Sport und Sprache.

In Kooperation mit dem Projekt Integration Direkt des Sportkreises wurden weitere Sportangebote geschaffen und junge Asylsuchende in Praktika vermittelt, bei denen sie beispielsweise in einer Gärtnerei halfen und als Versandhelfer im Einsatz waren. Ein junger Mann konnte bereits als Lagerarbeiter vermittelt werden. Die Sprachkurse und das sogenannte Jobcoaching sollen in diesem Jahr ausgebaut werden. Geplant haben Thomas Petzold und sein Team für die nächsten Monate Boccia ohne Grenzen, Jumping-Fitness-Workshops, Nähkurse für Frauen und ein Handballprojekt, um junge Flüchtlinge für das Training zu gewinnen, und sie in die Teams zu integrieren.

Für sein soziales Engagement ist die Turnerschaft mit dem ODDSET Zukunftspreis und vom Sportkreis Offenbach mit der Auszeichnung „Stern des Sports“ geehrt worden. „Durch die Begeisterung und den Teamgeist beim Sport entstehen bei den jungen Leuten trotz der Sprachbarriere schnell Kontakte, und im Miteinander wächst das Vertrauen. Das ist ein starkes Fundament für die weitere Integrationsarbeit, bei der wir auch künftig unsere Ideen einbringen werden“, sagt Sport-Coach Thomas Petzold.
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