Doping im Hochleistungssport

Die Geständnisse bzw. Teilgeständnisse vom Radrennfahrer Lance Armstrong sind peinlich.

Überraschend ist die Tatsache des Dauer-Dopings im Hochleistungssport, bei dem bekanntlich viel Geld eine wichtige, manche meinen auch die wichtigste, Rolle spielt, nun wirklich nicht.

Mitschuld der Medien?

Diese Frage ist eindeutig mit ja zu beantworten. Insbesondere manche Fernsehsender hofieren die Leistungsträger als wären sie die Retter der Nation und geben dafür große Summen aus. Sicher, wir sehen und hören von ihnen auch kritische Bilder und Töne, was sie aber nicht davon abhält treu und brav ausführliche Berichte zu senden. Aber ihre Kritik hält sich in Grenzen.
Eigentlich sollte frau/man meinen die Journalisten müssten über die Dopingpraxis im Hochleistungssport informiert sein. Wahrscheinlich sind sie es auch, tun aber so als wäre "sauberer Sport" das Normale und Dopingsünden die Ausnahme.
Ohne die Geldflüsse der Medien, insbesondere die der Fernsehanstalten, wäre Hochleistungssport für so manche unattraktiver und damit auch Doping.

Mischuld der Gesellschaft?

Ja, leider ist das so. Zumindest trifft dies für Teile unserer Gesellschaft zu.
Ich nehme an, dass die begeisterten Zuschauer meistens wissen, dass ihr Beitrag zu den Leistungen ihrer Idole doch recht bescheiden ist. Dies gilt sowohl für die Siege als auch für die Niederlage ihrer Athleten. Mich trifft keine Schuld, wenn Deutsche verlieren. Ebenso ist es nicht mein Verdienst, wenn Deutsche siegen.
Wem jubeln die Zuschauer da eigentlich zu? Etwa denen, die am besten medizinisch versorgt und mit der vorteilhaftesten Doping-Grundversorgung versehen sind?
Ich überlasse es dem kritischen Leser, ob frau/man dies bereits als Verhaltensstörung bezeichnen kann.

Ausblick

Einige naive Zeitgenossen haben schon den Vorschlag gemacht Dopingmittel ganz oder zumindest teilweise frei zu geben. Würde dies Wirklichkeit, werden dann bereits Schulkinder zu solcher Medizin greifen, um bessere Noten zu erzielen im Schulfach Sport. Angenommen, so ein Dopingmittel heißt "Kraftprotz" und dient als Brotaufstrich, dann kann frau/man den Zweizeiler von Schorschi Schnabbelschnut aus den "Hessischen Anekdoten" verkünden, aufsagen, singen:
Wolle Kinnä waatä hippe un schnellä laafe
misse se nur stänni(s)ch Kraftprotz esse un kaafe.
(Wollen Kinder weiter springen und schneller laufen, müssen sie nur ständig Kraftprotz essen und kaufen)
Leider wird sich vermutlich, was den Hochleistungssport angeht, in näherer Zukunft wenig ändern, zu viel Geld ist dabei im Spiel, worauf viele nicht verzichten wollen, nicht nur die Sportler, sondern auch solche, die daran mit verdienen.
Solche Doping-Skandale werden uns also auch weiterhin begleiten.
2 Kommentare
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Markus Meyer aus Darmstadt | 20.01.2013 | 21:21  
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Dietrich Daub aus Jugenheim | 22.01.2013 | 16:07  
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