Von Banken, Bankern, Bankstern

(Foto: Radius Images / Corbis)
Heute mal die örtliche Raiffeisenbank, die nicht müde wird, sich fortwährend unter dem Schutzmäntelchen des genossenschaftlichen Prinzips das Image einer "Besserbank" - insbesondere auch im moralischen Sinne - zu geben.

Wenn man sich ein bisschen an meinem zweiten Wohnsitz umhört, erfährt man erstaunlich häufig grobes bis fragwürdiges Fehlverhalten, das dem der „Nieten in Nadelstreifen“ aus der Metropole nicht nachsteht. Perfide ist allein, dass man so scheinheilig darum bemüht ist, sich genau von diesen zu distanzieren. Ein untauglicher Versuch.

Genau so verhält es sich auch mit der Imagekampagne auf der Webseite, die über Werte und Visionen schwadroniert, das einem schlecht wird. Ging mir zumindest so, da diese ganze Buchstabensuppe beliebig entlehnt ist, und ich mich gefragt habe, warum die nun gerade bei Genossenschaftsbanken verfangen soll.

Aus diesem Umfeld kommt auch eine aktuelle Meldung, wonach das Darmstädter Landgericht einem betagten Ehepaar einen Betrag von 138.000 Euro zusprach, die diesem offenbar zuvor von einem Mitarbeiter der Volksbank Odenwald, ... sagen wir "mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorenthalten wurde".

Ich will sagen, dass ich den ethischen Anspruch von Banken nicht mehr zu differenzieren weiß. Ob Genossenschaftsbank, Sparkassen öffentlichen Rechts (interessant die Dossiers auf www.heinertown.de) oder die bekannten Geschäftsbanken – aus meiner Sicht verschwimmt das in der Realität zusehends.

Diese Anschauung ist durch persönliches Erleben im Zusammenhang mit besagter Raiffeisenbank gewachsen. Im vergangenen Jahr gab es dort ein knappes Dutzend - vielleicht auch mehr - Zwangsversteigerungen, welche von ebendort als Gläubigerin betrieben wurden. Bei dreien habe ich mich als Investor tiefergründig interessiert, und siehe da. Ich bin auf allerhand gestoßen:

Dass ein alter, hilfloser Mann um sein lebenslanges Nießbrauchrecht gebracht wird, ein Schuldner seine Wohnung verliert, die dann im Versteigerungstermin oder zuvor vom Sohn des maßgeblich verantwortlichen Angestellten erworben wird oder dass der Immobilienwert einer aktuellen, zur Zwangsversteigerung stehenden Liegenschaft auf einem 5-Jahre alten Gutachten fußt – all das sind nur einige, wahrlich nicht erschöpfende Beispiele, die mich befremden, und nicht nur ein Geschmäckle hinterlassen.

Vergleichsweise harmlos nimmt sich da ein in den Fenstern der Raiffeisenbank hängendes Angebot aus, demnach jedem Interessenten in plumper Manier, - man glaubt es nicht, in Form einer Wette, denn da kennt man sich offenbar auch gut aus -, bei zumindest gleich gutem Versicherungsschutz auch ein günstigerer Preis geboten wird. Das Ganze natürlich über die genossenschaftliche Tochter R+V, im Volksmund auch als „Räuber und Verbrecher“ bekannt.

Ich musste schmunzeln, und habe ein paar Versicherungsscheinkopien zur Prüfung vorgelegt. Nett war dann doch, dass man zerknirscht eingestehen musste, dass da für die Bank nix zu machen sei. Das Schlimme ist, dass das bei den Versicherungen nicht haltmacht. Ich bin mir sicher, dass sich das bei Finanzierungen nicht anders verhält.

Die erwähnte Wette hab´ ich also gewonnen. Bedauerlich, dass mir nun jetzt auch noch ein schlechter Verlierer gegenübersteht. Den Wettgewinn hätte ich, ja, mal wieder gespendet.



Quellen:
Ehepaar verklagt die Volksbank Odenwald
Ehepaar erstreitet Geld von Volksbank zurück
Video Prozess Volksbank Odenwald
3 Kommentare
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Stefan A. Koch aus Jugenheim | 05.03.2013 | 20:35  
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Stefan A. Koch aus Jugenheim | 13.03.2013 | 06:17  
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Stefan A. Koch aus Jugenheim | 07.05.2013 | 01:34  
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